NEOS sehen sich als treibende Kraft hinter der Gesundheitsreform
Nach Jahren der Diskussion wird das Impfen in Apotheken endlich Realität. NEOS beanspruchen Verdienst für den Durchbruch.
Nach jahrelanger politischer Diskussion wird das Impfen in österreichischen Apotheken endlich Realität. Die Regierung konnte sich auf eine entsprechende Regelung einigen, wie NEOS-Parteichefin Beate Meinl-Reisinger bekannt gab. Für die pinke Partei ist dies ein wichtiger Erfolg ihrer Reformbemühungen im Gesundheitswesen.
"Das ist eine immense Erleichterung für die Menschen in Österreich und ein wichtiger Schritt hin zu einem modernen und effizienten Gesundheitssystem", erklärt NEOS-Gesundheitssprecher Christoph Pramhofer. Die Partei habe bereits in der Opposition jahrelang für diese Neuerung gekämpft und zahlreiche Anträge dazu gestellt.
Pramhofer hebt besonders die Arbeit seiner Vorgänger Gerald Loacker und Fiona Fiedler hervor, die "viel Herzblut in das Thema gesteckt" und "harte Überzeugungsarbeit geleistet" hätten. Die NEOS kritisieren in diesem Zusammenhang die Grünen, denen sie vorwerfen, in ihrer Regierungszeit bei diesem Thema gescheitert zu sein.
Die neue Regelung soll den Impfprozess für Österreicherinnen und Österreicher erheblich vereinfachen. Bisher mussten Impfwillige oft einen aufwendigen Weg gehen: erst zum Arzt für die Beratung, dann in die Apotheke zum Abholen des Impfstoffs und schließlich wieder zurück zum Arzt für die eigentliche Impfung.
"Wenn künftig gleich die Pharmazeutinnen und Pharmazeuten impfen dürfen, entfallen diese unnötigen Wege", erläutert Pramhofer die Vorteile. Dies sei besonders für berufstätige Menschen eine "enorme Vereinfachung", da sie künftig Impfungen ohne große Wartezeiten und Terminüberschneidungen mit der Arbeit erhalten können.
Apotheken bieten mehrere Vorteile als Impfstandorte gegenüber herkömmlichen Arztpraxen:
Um die hohe Qualität der Impfungen zu gewährleisten, werden Pharmazeutinnen und Pharmazeuten eine zusätzliche Ausbildung absolvieren müssen. Diese Schulungen sollen sicherstellen, dass die Impfungen fachgerecht und sicher durchgeführt werden.
"Die zusätzliche Ausbildung der Pharmazeutinnen und Pharmazeuten stellt dabei die hohe Qualität sicher", betont Pramhofer. Dies sei ein wichtiger Aspekt, um das Vertrauen der Bevölkerung in die neuen Impfmöglichkeiten zu stärken.
Die Einführung des Impfens in Apotheken dürfte mehrere positive Auswirkungen auf das österreichische Gesundheitssystem haben. Zum einen wird die Impfbereitschaft in der Bevölkerung voraussichtlich steigen, da der Zugang zu Schutzimpfungen erheblich erleichtert wird.
Gleichzeitig werden Hausärzte entlastet, die bisher einen Großteil der Routineimpfungen durchführen mussten. Dies könnte dazu beitragen, dass Ärzte mehr Zeit für komplexere medizinische Behandlungen haben.
In vielen anderen Ländern ist das Impfen in Apotheken bereits seit Jahren etabliert. Länder wie die USA, Kanada, Großbritannien und mehrere EU-Staaten haben positive Erfahrungen mit diesem Modell gemacht. Die Impfraten konnten dadurch in der Regel gesteigert werden, ohne dass die Qualität der medizinischen Versorgung darunter gelitten hätte.
Für die NEOS stellt die erfolgreiche Durchsetzung des Impfens in Apotheken einen wichtigen politischen Erfolg dar. Die Partei sieht sich dadurch in ihrer Rolle als "Reformkraft" in Österreich bestätigt. Pramhofer betont: "Das zeigt, dass NEOS wirken und wir DIE Reformkraft in Österreich sind."
Die Reform wurde "gegen alle Blockaden, Beharrungskräfte und Besitzstandswahrer" durchgesetzt, wie Pramhofer erklärt. Dies deutet darauf hin, dass es erheblichen Widerstand gegen die Neuerung gab, vermutlich von Seiten der Ärzteschaft, die bisher das Monopol auf das Impfen innehatte.
"Für Prävention und die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher ist das ein klarer Gewinn", fasst Pramhofer die Bedeutung der Reform zusammen. Durch den erleichterten Zugang zu Impfungen könnten mehr Menschen wichtige Schutzimpfungen erhalten, was sich positiv auf die allgemeine Volksgesundheit auswirken dürfte.
Besonders in Zeiten von Pandemien oder saisonalen Impfkampagnen könnte das erweiterte Angebot an Impfmöglichkeiten dazu beitragen, höhere Durchimpfungsraten zu erreichen und damit die Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu reduzieren.
Wann genau das Impfen in Apotheken starten wird, ist noch nicht bekannt. Die Umsetzung wird voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen, da zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen und die Ausbildungsprogramme für Pharmazeuten entwickelt werden müssen.
Dennoch markiert die Einigung der Regierung einen wichtigen Meilenstein in der Modernisierung des österreichischen Gesundheitssystems. Nach jahrelangen Diskussionen und politischen Blockaden ist nun der Weg frei für eine flexiblere und bürgerfreundlichere Gestaltung der Impfversorgung in Österreich.