Am 16. Januar 2026 meldete sich die FPÖ-Wirtschaftssprecherin Dr. Barbara Kolm mit scharfer Kritik an der neuen Industriestrategie 2035 der österreichischen Bundesregierung zu Wort. Diese Strategie, die von der ÖVP-geführten Regierung vorgestellt wurde, soll Österreichs internationale Wettbewerbsfäh
Am 16. Januar 2026 meldete sich die FPÖ-Wirtschaftssprecherin Dr. Barbara Kolm mit scharfer Kritik an der neuen Industriestrategie 2035 der österreichischen Bundesregierung zu Wort. Diese Strategie, die von der ÖVP-geführten Regierung vorgestellt wurde, soll Österreichs internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken, indem sie auf Herausforderungen wie steigende Energiepreise, Kapitalverfügbarkeit, Digitalisierung und Bürokratie reagiert. Doch Kolm sieht in der Strategie mehr Probleme als Lösungen, insbesondere durch die Anmaßung zentraler Planungskompetenz.
In ihrer Stellungnahme hebt Kolm hervor, dass die Regierung mit ihrer Strategie erneut versuche, Innovationen politisch zu verordnen. Dies geschieht durch detaillierte Technologielisten und die Definition von sogenannten Zukunftsbranchen. Kolm argumentiert, dass Innovation nicht in Ministerien entsteht, sondern im freien Wettbewerb und durch Unternehmergeist. Die zentrale Planung, so Kolm, sei eine Anmaßung von Wissen – ein Begriff, der die Annahme beschreibt, dass die Regierung bereits jetzt wisse, welche Technologien in Zukunft erfolgreich sein werden.
Die Idee einer zentral geplanten Wirtschaft hat eine lange Geschichte, die bis ins 20. Jahrhundert zurückreicht. In vielen Ländern wurden Wirtschaftssektoren durch staatliche Planungen gesteuert, um bestimmte wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Diese Ansätze führten jedoch oft zu Ineffizienzen und Fehlallokationen von Ressourcen. In Österreich wurde die Industriepolitik in der Nachkriegszeit stark von staatlichen Eingriffen geprägt, was zu einer rigiden Wirtschaftsstruktur führte. Die Liberalisierung der 1980er und 1990er Jahre brachte einen Wandel hin zu mehr Marktorientierung, doch die aktuelle Industriestrategie könnte als Rückschritt zu alten Planungsansätzen gesehen werden.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass auch andere Länder mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind. In Deutschland beispielsweise wird die Industriepolitik zunehmend durch Initiativen wie „Industrie 4.0“ geprägt, die auf Digitalisierung und Automatisierung setzen. Die Schweiz hingegen verfolgt einen stärker marktorientierten Ansatz, der auf Innovationsförderung durch Wettbewerb abzielt. Österreichs Strategie, so Kolm, könnte im Vergleich zu diesen Ansätzen als weniger flexibel und innovationsfreundlich wahrgenommen werden.
Die Auswirkungen der Industriestrategie 2035 auf Bürger und Unternehmen könnten erheblich sein. Durch die Festlegung auf bestimmte Schlüsseltechnologien und die damit verbundene staatliche Förderung könnten Unternehmen in ihrer Innovationsfreiheit eingeschränkt werden. Dies könnte insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) betreffen, die weniger Ressourcen haben, um sich an staatlich definierte Vorgaben anzupassen. Für Bürger könnte dies bedeuten, dass Arbeitsplätze in weniger geförderten Sektoren gefährdet sind und die Vielfalt der wirtschaftlichen Entwicklung eingeschränkt wird.
Die Industriestrategie 2035 sieht die Förderung von neun Schlüsseltechnologien vor, die als zukunftsträchtig identifiziert wurden. Dazu gehören unter anderem erneuerbare Energien, Biotechnologie und digitale Technologien. Die Regierung plant, durch diese Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs zu steigern und Arbeitsplätze zu sichern. Kritiker wie Kolm bezweifeln jedoch, dass diese Maßnahmen ausreichen, um die Herausforderungen der Globalisierung und des technologischen Wandels zu meistern.
Die Zukunftsperspektiven der Industriestrategie 2035 sind umstritten. Während die Regierung optimistisch ist, dass die Strategie zu einer Stärkung der österreichischen Wirtschaft führen wird, warnen Kritiker vor den Risiken einer zentralisierten Planung. Es besteht die Gefahr, dass durch die Festlegung auf bestimmte Technologien alternative Entwicklungen verhindert werden. Langfristig könnte dies dazu führen, dass Österreichs Wirtschaft an Flexibilität und Innovationskraft verliert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Industriestrategie 2035 der österreichischen Regierung auf gemischte Reaktionen stößt. Während die Regierung die Strategie als notwendigen Schritt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sieht, warnen Kritiker vor den Risiken einer zentralen Planung. Die Zukunft wird zeigen, ob die Strategie den gewünschten Erfolg bringt oder ob alternative Ansätze notwendig sind, um die Herausforderungen der modernen Wirtschaft zu meistern. Für weiterführende Informationen zu diesem Thema empfehlen wir einen Blick auf die detaillierten Analysen und Berichte auf unserer Website.