Die Welt der IT-Sicherheit ist in Aufruhr, denn zwei herausragende Talente aus Österreich wurden mit dem prestigeträchtigen OCG Förderpreis ausgezeichnet. Diese Auszeichnung, die in diesem Jahr im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG) verliehen wurde, hebt
Die Welt der IT-Sicherheit ist in Aufruhr, denn zwei herausragende Talente aus Österreich wurden mit dem prestigeträchtigen OCG Förderpreis ausgezeichnet. Diese Auszeichnung, die in diesem Jahr im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG) verliehen wurde, hebt die bahnbrechenden Forschungen von Daryna Oliynyk und Alois Schafferhofer hervor. Beide Forscher haben durch ihre innovativen Arbeiten das Potenzial, die Cybersicherheitslandschaft nachhaltig zu verändern.
Die junge Forscherin Daryna Oliynyk von der Technischen Universität Wien hat mit ihrer Masterarbeit „Man of Steal: Exploring Model Stealing Attacks against Image Classifiers“ die Jury überzeugt. Ihre Arbeit behandelt die sogenannten Model-Stealing-Angriffe, eine hochaktuelle Bedrohung für künstliche Intelligenz (KI)-Systeme. Diese Angriffe ermöglichen es, Modelle zu kopieren, ohne dass der Angreifer tiefere Einblicke in das System benötigt.
Franz Wotawa von der TU Graz, ein langjähriges Mitglied der Jury, lobte Oliynyks Arbeit als „exzellent strukturiert und wissenschaftlich hoch relevant“. Oliynyk selbst, die derzeit als Doktorandin an der TU Wien und Forscherin an der Universität Wien sowie bei SBA Research tätig ist, betonte die Bedeutung ihrer Forschung: „Der Preis unterstreicht die Bedeutung von Sicherheit und geistigem Eigentum in der KI-Forschung.“
Alois Schafferhofer, ein IT-Security-Experte von der FH Joanneum, erhielt den OCG Förderpreis-FH für seine Arbeit „Zero Trust in IT and OT Environments“. Diese Arbeit untersucht das Zero Trust-Sicherheitskonzept, das darauf abzielt, die Angriffsfläche in IT- und Betriebstechnologien (OT) zu minimieren. Schafferhofer analysiert die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren dieses Ansatzes und vergleicht ihn mit etablierten Sicherheitsstandards.
Die Jury-Vorsitzende Sylvia Geyer vom FH Technikum Wien hob den praxisnahen Zugang und den Fokus auf gesellschaftliche Verantwortung seiner Arbeit hervor. Schafferhofer, der als Information Security Officer bei Energie Graz tätig ist, erklärte: „Der Preis motiviert mich, praxisnahe Lösungen für vernetzte Systeme weiterzuentwickeln.“
Seit 1988 verleiht die OCG Förderpreise für exzellente Diplom- und Masterarbeiten im Bereich der Informatik. Ursprünglich ausschließlich für Universitäten gedacht, wurde das Programm 2008 auf Fachhochschulen ausgeweitet. Diese Erweiterung spiegelt die wachsende Bedeutung der angewandten Forschung wider und hat dazu beigetragen, die Vielfalt und Qualität der Einreichungen zu erhöhen.
Jedes Jahr wird die Juryarbeit anspruchsvoller, wie Sylvia Geyer betonte: „Die Juryarbeit wird jedes Jahr anspruchsvoller – ein klares Zeichen für die hohe Qualität der Einreichungen.“ Diese Aussage unterstreicht die kontinuierliche Verbesserung und den wachsenden Einfluss der Informatikforschung in Österreich.
In einer zunehmend digitalisierten Welt ist die IT-Sicherheit von entscheidender Bedeutung. Cyberangriffe werden immer raffinierter, und die Notwendigkeit, unsere Systeme zu schützen, war nie größer. Die Arbeiten von Oliynyk und Schafferhofer sind Beispiele dafür, wie innovative Forschung dazu beitragen kann, diesen Bedrohungen entgegenzuwirken.
Model-Stealing-Angriffe, wie sie von Oliynyk untersucht werden, sind eine ernsthafte Gefahr für KI-Systeme. Diese Angriffe können das geistige Eigentum gefährden und Unternehmen erhebliche wirtschaftliche Schäden zufügen. Durch das Verständnis und die Verbesserung der Sicherheitsmechanismen können solche Risiken jedoch erheblich reduziert werden.
Das Zero Trust-Konzept, das Schafferhofer untersucht, ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung einer sichereren digitalen Zukunft. Indem es die Annahme aufgibt, dass alles innerhalb eines Netzwerks vertrauenswürdig ist, zwingt es Organisationen dazu, jeden Zugriff zu überprüfen und zu validieren. Dies minimiert das Risiko von Insider-Bedrohungen und unbefugtem Zugriff erheblich.
Die Arbeiten der beiden Preisträger haben nicht nur nationale, sondern auch internationale Relevanz. In einer Zeit, in der Cyberkriminalität weltweit zunimmt, sind derartige Forschungsarbeiten von unschätzbarem Wert. Sie tragen dazu bei, neue Standards in der IT-Sicherheit zu setzen und bieten Lösungen, die weit über die Grenzen Österreichs hinaus Anwendung finden können.
Die Zukunft der IT-Sicherheit hängt stark von der kontinuierlichen Forschung und Entwicklung ab. Die OCG Förderpreise spielen eine entscheidende Rolle dabei, junge Talente zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Ideen zu verwirklichen. Durch die Unterstützung solcher Initiativen trägt die OCG dazu bei, Österreich als Vorreiter in der IT-Sicherheitsforschung zu positionieren.
Für die breite Öffentlichkeit bedeuten diese Fortschritte nicht nur eine sicherere Nutzung von Technologie, sondern auch den Schutz persönlicher Daten und die Sicherstellung der Integrität kritischer Infrastrukturen. Die Bedeutung dieser Arbeiten kann daher nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Mehr Informationen zu den OCG Förderpreisen finden Interessierte auf der offiziellen Website der OCG.