Heeressportlerin triumphiert trotz Verletzungssorgen bei den Winterspielen in Mailand-Cortina
Die Tirolerin Janine Flock krönt ihre Karriere mit dem Olympiasieg im Skeleton und beschert Österreich eine Goldmedaille bei den Winterspielen 2026.
Es ist vollbracht: Janine Flock hat sich bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina den Traum vom Olympiasieg erfüllt. Die 35-jährige Tirolerin raste im Skeleton zu Gold und bescherte Österreich damit einen der emotionalsten Erfolge dieser Spiele. Nach vier packenden Läufen verwies die Heeressportlerin die deutschen Konkurrentinnen Hannah Neise Kreher und Jacqueline Pfeifer auf die Plätze.
Der Sieg kommt nicht von ungefähr: Als dreifache Weltcup-Gesamtsiegerin ging Flock als eine der absoluten Topfavoritinnen in den Bewerb. Bereits nach dem ersten Wettkampftag führte sie das Klassement an und ließ sich diese Position auch an den folgenden Tagen nicht mehr nehmen. Mit einer Mischung aus Erfahrung, technischer Brillanz und mentaler Stärke setzte sie sich gegen die starke internationale Konkurrenz durch.
Was diesen Triumph besonders bemerkenswert macht: Erst Anfang Jänner hatte sich Flock im Training eine Gehirnerschütterung zugezogen. Zusätzlich plagten sie Rückenprobleme in der Vorbereitung auf die Spiele. Dass sie trotz dieser gesundheitlichen Rückschläge zur Höchstform auflaufen konnte, zeugt von außergewöhnlicher Willenskraft und professioneller Betreuung.
Für Janine Flock ist es bereits die vierte Teilnahme an Olympischen Winterspielen. Der Weg zum Gold war dabei alles andere als geradlinig:
Der vierte Platz von Pyeongchang, nur wenige Hundertstelsekunden vom Podium entfernt, war jahrelang ein Stachel im Fleisch der Athletin. Umso süßer schmeckt nun der Triumph von Cortina, der all die Entbehrungen und Rückschläge der vergangenen Jahre vergessen lässt.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner zeigte sich begeistert vom Erfolg ihrer Heeressportlerin: „Zugsführer Janine Flock hat mit ihrer Leistung eindrucksvoll gezeigt, was mit Leidenschaft und harter Arbeit möglich ist. Trotz einer Anfang Jänner im Training erlittenen Gehirnerschütterung und Rückenproblemen die Goldmedaille zu gewinnen, beweist ihren unbändigen Willen, Spitzenleistungen zu erbringen."
Die Ministerin betonte weiter: „Mit dem Olympiasieg unterstreicht Zugsführer Flock einmal mehr ihre Klasse im Skeleton. Ich gratuliere ihr von ganzem Herzen." Die Worte verdeutlichen, welchen Stellenwert der Heeressport für die Förderung österreichischer Spitzenathleten hat.
Janine Flock ist als Zugsführer beim Heeres-Leistungssportzentrum Innsbruck angestellt – eine Konstellation, die es ihr ermöglicht, sich voll und ganz auf den Leistungssport zu konzentrieren. Das Heeressportzentrum des österreichischen Bundesheeres fördert seit 1962 den heimischen Spitzensport und hat sich als tragende Säule der österreichischen Sportförderung etabliert.
Die Zahlen sprechen für sich:
Diese Struktur ermöglicht es Athleten wie Flock, sich ohne existenzielle Sorgen auf Training und Wettkämpfe zu fokussieren. Die finanzielle Absicherung durch das Bundesheer, kombiniert mit professionellen Trainingseinrichtungen und medizinischer Betreuung, bildet das Fundament für internationale Erfolge.
Für all jene, die mit dem Skeleton-Sport weniger vertraut sind: Die Athletinnen und Athleten rasen dabei kopfüber auf einem flachen Schlitten die Eisrinne hinunter – mit Geschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern. Es ist eine Sportart, die höchste Konzentration, perfekte Körperbeherrschung und absolutes Vertrauen in die eigene Technik erfordert.
Die Faszination des Skeleton liegt in seiner Unmittelbarkeit: Anders als beim Bob gibt es keine schützende Karosserie, das Gesicht der Athleten befindet sich nur wenige Zentimeter über dem Eis. Jede noch so kleine Bewegung beeinflusst den Lauf des Schlittens – ein Sport, der keine Fehler verzeiht.
Mit dem Olympiasieg schreibt Janine Flock österreichische Sportgeschichte. Die gebürtige Tirolerin, die das Skeleton von der Pike auf gelernt hat, gehört nun endgültig zu den ganz Großen ihrer Sportart. Drei Weltcup-Gesamtsiege, zahlreiche Podiumsplatzierungen bei Weltmeisterschaften und nun die olympische Goldmedaille – eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.
Besonders beeindruckend ist die Konstanz, mit der Flock über Jahre hinweg zur Weltspitze gehört. In einer Sportart, in der Hundertstelsekunden über Sieg und Niederlage entscheiden, hat sie sich immer wieder an die Spitze gekämpft. Der Olympiasieg ist der verdiente Lohn für diese Beharrlichkeit.
Flocks Gold ist mehr als nur eine weitere Medaille im österreichischen Medaillenspiegel. Es ist ein Statement für die Qualität der heimischen Sportförderung und ein Beweis dafür, dass auch in vermeintlichen Randsportarten Weltklasseleistungen möglich sind.
Der Erfolg könnte zudem eine Signalwirkung für den Nachwuchs haben. Wenn eine österreichische Athletin im Skeleton ganz oben steht, inspiriert das junge Talente, den gleichen Weg einzuschlagen. Die Heeres-Leistungssportzentren werden in den kommenden Jahren sicher den einen oder anderen Neuzugang verzeichnen, der durch Flocks Triumph motiviert wurde.
Für Janine Flock selbst ist der Olympiasieg die Krönung einer außergewöhnlichen Karriere. Ob sie nach diesem Höhepunkt weitermacht oder ihre Laufbahn beendet, wird sich zeigen. Eines steht jedoch fest: Ihr Name wird für immer mit diesem magischen Moment in Cortina verbunden bleiben – dem Moment, in dem sie zur Olympiasiegerin wurde.