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Kultur

Kärnten, Mengele und die Wiener Symphoniker: Ein Abend voller Emotionen

24. Oktober 2025 um 11:40
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Am 27. Oktober 2025 um 22.30 Uhr wird der „kulturMontag“ auf ORF 2 ausgestrahlt und verspricht, die Zuschauer mit einer packenden Mischung aus Geschichte, Kultur und Musik zu fesseln. Die Sendung, moderiert von Clarissa Stadler, beleuchtet nicht nur die schwierige Situation der Kärntner Slowenen, so

Am 27. Oktober 2025 um 22.30 Uhr wird der „kulturMontag“ auf ORF 2 ausgestrahlt und verspricht, die Zuschauer mit einer packenden Mischung aus Geschichte, Kultur und Musik zu fesseln. Die Sendung, moderiert von Clarissa Stadler, beleuchtet nicht nur die schwierige Situation der Kärntner Slowenen, sondern bietet auch Einblicke in den neuen Film des russischen Regisseurs Kirill Serebrennikov über den berüchtigten NS-Kriegsverbrecher Josef Mengele. Darüber hinaus werden die ambitionierten Pläne des Chefdirigenten Petr Popelka für die Wiener Symphoniker vorgestellt, die in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiern.

Die Kärntner Slowenen: Ein Konflikt mit Geschichte

Vergangenes Wochenende wurden in Bad Eisenkappel / Železna Kapla und Bleiburg/Pliberk acht zweisprachige Schilder beschmiert, was erneut die Spannungen zwischen der deutschsprachigen und der slowenischen Bevölkerung in Kärnten in den Fokus rückt. Diese Vorfälle ereigneten sich in der Nähe des Peršmanhofs, einer bedeutenden NS-Gedenkstätte, die an das von Hitlers SS verübte Massaker von 1945 erinnert. Im Sommer fand dort ein antifaschistisches Bildungscamp statt, das von einer Kommission des Innenministeriums als unverhältnismäßig und rechtswidrig eingestuft wurde.

Historisch gesehen ist der Peršmanhof ein Symbol für die Verfolgung der Kärntner Slowenen während des Nationalsozialismus. Diese Minderheit wurde damals als „Volks-und Staatsfeinde“ betrachtet. Der Konflikt um zweisprachige Ortsschilder, der als „Ortstafelstreit“ bekannt ist, wurde zwar 2011 beigelegt, doch die jüngsten Ereignisse zeigen, dass die Wunden noch nicht verheilt sind.

Ein Blick in die Vergangenheit

Die Geschichte der Kärntner Slowenen reicht weit zurück. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Kärnten Teil der neu gegründeten Republik Österreich, jedoch nicht ohne Konflikte. Die Kärntner Slowenen, die sich teils zu Jugoslawien hingezogen fühlten, wurden häufig als Bedrohung wahrgenommen. Dies führte zu Spannungen, die sich über Jahrzehnte hinzogen und in den 1970er Jahren im Ortstafelstreit gipfelten. Dieser Streit drehte sich um die Anerkennung der slowenischen Sprache auf Ortsschildern und war ein Symbol für die tief verwurzelten ethnischen Spannungen in der Region.

Der neue Mengele-Film: Eine Reise in die Dunkelheit der Geschichte

Kirill Serebrennikov, ein russischer Regisseur, der 2022 vor dem Putin-Regime flüchtete, hat den Roman „Das Verschwinden des Josef Mengele“ von Olivier Guez verfilmt. Der Film beleuchtet das Leben des berüchtigten „Todesengels von Auschwitz“ nach dem Zweiten Weltkrieg, als Mengele in Südamerika untertauchte. Diese Adaption bietet nicht nur eine historische Erzählung, sondern stellt auch die Frage, ob die Vergangenheit einen Menschen einholen kann und ob Gerechtigkeit letztlich siegt.

Josef Mengele, bekannt für seine grausamen medizinischen Experimente an Häftlingen in Auschwitz, entkam nach dem Krieg der Justiz und lebte unter falschem Namen in Südamerika. Erst 1959 wurde ein internationaler Haftbefehl gegen ihn erlassen, doch Mengele konnte sich bis zu seinem Tod 1979 der Verhaftung entziehen. Serebrennikovs Film, mit August Diehl in der Hauptrolle, verspricht eine intensive Auseinandersetzung mit den Themen Schuld und Vergeltung.

Vergleich mit anderen filmischen Adaptionen

In der Vergangenheit wurde Mengeles Geschichte mehrfach für die Leinwand adaptiert. Filme wie „Der Marathon-Mann“ (1976) und „Nichts als die Wahrheit“ (1999) haben versucht, das Leben und die Flucht des Kriegsverbrechers zu beleuchten. Serebrennikovs Version unterscheidet sich durch ihren Fokus auf die psychologischen und moralischen Implikationen von Mengeles Taten und seiner Flucht.

Petr Popelka und die Wiener Symphoniker: Ein musikalisches Erbe

Petr Popelka, der erst 39-jährige Chefdirigent der Wiener Symphoniker, steht vor der Herausforderung, das Orchester in die Zukunft zu führen. Mit einem inklusiven Führungsstil und einem feinen Gespür für Klangfarben hat er sich schnell einen Namen gemacht. Die Wiener Symphoniker, die 2025 ihr 125-jähriges Bestehen feiern, sind ein fester Bestandteil der österreichischen Kultur und repräsentieren den Pioniergeist der Stadt.

Popelka, der zuvor als Solo-Kontrabassist in Dresden tätig war, hat sich durch seine unkonventionellen Ansätze und seine Leidenschaft für die Musik einen internationalen Ruf erworben. In einem Interview für den „kulturMontag“ teilt er seine Visionen für die Zukunft des Orchesters und erklärt, wie er den Klangkörper modernisieren möchte, ohne die traditionellen Wurzeln zu vernachlässigen.

Die Bedeutung der Wiener Symphoniker

Die Wiener Symphoniker sind nicht nur ein Orchester, sondern ein kulturelles Symbol für Wien. Gegründet im Jahr 1900, haben sie sich durch ihre Vielseitigkeit und ihren innovativen Ansatz einen festen Platz in der Welt der klassischen Musik gesichert. Popelkas Führung verspricht, diese Tradition fortzusetzen und gleichzeitig neue Wege zu beschreiten.

Ein Ausblick in die Zukunft

Die Themen des „kulturMontag“ sind nicht nur von historischem Interesse, sondern haben auch aktuelle Relevanz. Der Konflikt in Kärnten zeigt, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, um die Zukunft zu gestalten. Serebrennikovs Film über Mengele erinnert uns daran, dass die Schatten der Geschichte noch immer über uns schweben, während Popelkas Arbeit mit den Wiener Symphonikern ein Beispiel dafür ist, wie Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können.

Die Sendung am 27. Oktober wird sicherlich viele Zuschauer anziehen, die mehr über diese faszinierenden Themen erfahren möchten. Mit einem Mix aus Kultur, Geschichte und Musik bietet der „kulturMontag“ eine Plattform für tiefgehende Diskussionen und neue Perspektiven.

Schlagworte

#Film#Kärnten#Kirill Serebrennikov#Mengele#Petr Popelka#Slowenen#Wiener Symphoniker

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