Große Preisunterschiede bei Autoversicherungen – besonders E-Autos betroffen
Durchblicker-Analyse zeigt: Bei beliebten Pkw-Modellen liegen zwischen günstigster und teuerster Kfz-Versicherung oft über 1.000 Euro Unterschied.
Wer in Österreich ein neues Auto kauft, sollte nicht nur auf PS und Ausstattung achten, sondern auch die Versicherungskosten im Blick behalten. Eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals durchblicker zeigt dramatische Preisunterschiede bei Kfz-Versicherungen: Bei den zehn beliebtesten Automodellen 2025 können Konsumenten durch einen Tarifvergleich bis zu 2.000 Euro pro Jahr sparen.
Besonders gravierend sind die Preisunterschiede bei Elektroautos. Das zeigt sich deutlich beim Tesla Model Y, dem beliebtesten E-Auto des Jahres 2025. Während der günstigste Anbieter monatlich 168,40 Euro verlangt, kostet die Vollkaskoversicherung beim teuersten Versicherer 366,24 Euro – ein Unterschied von knapp 200 Euro monatlich oder 2.370 Euro jährlich.
"Die hohen Anschaffungskosten von E-Autos und spezielle Zusatzpakete für Batterieschäden sorgen für besonders hohe Prämienunterschiede", erklärt Sarah Schwarzer, Versicherungsexpertin bei durchblicker. Diese Kostenfalle trifft nicht nur Tesla-Fahrer: Auch bei anderen Elektrofahrzeugen sind die Versicherungsprämien oft deutlich höher als bei Verbrennern.
Doch auch bei klassischen Verbrennungsmotoren lässt sich ordentlich sparen. Der Škoda Octavia, der die Liste der am häufigsten zugelassenen Autos 2025 anführt, zeigt ein monatliches Sparpotenzial von 129 Euro zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter. Beim ebenfalls sehr beliebten VW Golf können Autofahrer monatlich 113 Euro sparen.
Für die Analyse hat durchblicker Vollkaskoversicherungen verschiedener Anbieter mit vergleichbaren Leistungen untersucht. Dabei wurden standardisierte Profile verwendet: gleicher Wohnort, gleiches Fahrzeug, gleiche Fahrleistung – nur unterschiedliche Versicherungsunternehmen. Das Ergebnis zeigt, dass selbst bei identischen Rahmenbedingungen die Jahresprämien massiv variieren.
Besonders problematisch: Viele Österreicher verschenken Jahr für Jahr Geld, weil sie ihre Kfz-Versicherung nie überprüfen. Eine repräsentative Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigt, dass etwa jeder zweite Autofahrer seine Versicherung seit Jahren unverändert laufen lässt.
"Viele Menschen gehen davon aus, dass sich die Angebote der Versicherer in Preis und Leistung nur im Detail unterscheiden. Unsere Auswertung zeigt jedoch, dass bei bestimmten Modellen mehrere hundert bis tausend Euro pro Jahr zwischen dem teuersten und dem günstigsten Tarif liegen können", warnt Schwarzer.
Wer seine Versicherung jahrelang nicht wechselt, zahlt oft einen hohen Preis. "Je nach Automodell und Tarif fallen über die gesamte Versicherungsdauer mehrere tausend Euro an, im Extremfall könnte man sich von der Ersparnis sogar einen Kleinwagen leisten", rechnet die Expertin vor.
Das Problem betrifft nicht nur Neuwagenkäufer. Auch bei Bestandsfahrzeugen lohnt sich eine regelmäßige Überprüfung des Tarifs. Die Versicherungslandschaft ändert sich ständig, neue Anbieter drängen auf den Markt und bestehende Unternehmen passen ihre Konditionen an.
Das Frühjahr ist traditionell die Zeit für Autokäufe. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen steigt die Zahl der Pkw-Neuzulassungen deutlich an. Für Käufer ist das eine gute Gelegenheit, nicht nur beim Auto selbst, sondern auch bei der Versicherung die beste Wahl zu treffen.
"Was beim Autokauf oft zu kurz kommt, ist der Versicherungsvergleich", kritisiert Schwarzer. Viele Kunden akzeptieren einfach das Angebot des Autohändlers, ohne sich über Alternativen zu informieren. Dabei kann schon ein kurzer Online-Vergleich hunderte Euro Ersparnis bringen.
Bei Elektroautos ist besondere Aufmerksamkeit gefragt. Die höheren Anschaffungskosten schlagen sich nicht nur im Kaufpreis nieder, sondern auch in der Versicherungsprämie. Hinzu kommen spezielle Risiken wie Batterieschäden, für die oft Zusatzpakete erforderlich sind.
"Bei E-Autos sollten Kunden besonders genau auf Leistungen achten, vor allem auf das Elektropaket und die Prämienhöhe", rät die durchblicker-Expertin. Nicht alle Versicherer sind gleich gut auf die neuen Technologien vorbereitet, entsprechend unterschiedlich fallen die Tarife aus.
Die Experten von durchblicker haben konkrete Empfehlungen für österreichische Autofahrer entwickelt:
Die gute Nachricht: Ein Versicherungsvergleich ist heute einfacher denn je. "Ein Vergleich dauert nur wenige Minuten und liefert eine klare Antwort: Passt mein aktueller Tarif noch zu mir – oder zahle ich inzwischen zu viel?", erklärt Schwarzer.
Online-Vergleichsportale wie durchblicker bieten kostenlose und unabhängige Beratung. Kunden können verschiedene Angebote direkt vergleichen und oft auch online abschließen. Die Zeitersparnis ist beträchtlich – früher musste man verschiedene Versicherungsagenturen persönlich besuchen.
Trotz der enormen Preisunterschiede warnen Experten davor, ausschließlich auf den günstigsten Tarif zu setzen. Wichtig sind auch die Leistungen: Wie hoch ist die Deckungssumme? Welche Schäden sind abgedeckt? Wie schnell erfolgt die Schadenregulierung?
"Ein günstiger Tarif nützt nichts, wenn im Schadensfall die Leistungen nicht stimmen", betont die durchblicker-Expertin. Deshalb sollten Kunden immer das Gesamtpaket aus Preis und Leistung bewerten.
Der österreichische Kfz-Versicherungsmarkt ist in Bewegung. Neue digitale Anbieter drängen mit aggressiven Preisen auf den Markt, etablierte Unternehmen müssen ihre Strategien anpassen. Das führt zu mehr Wettbewerb und letztendlich zu besseren Angeboten für Verbraucher.
Gleichzeitig steigen aber auch die Kosten: Reparaturen werden teurer, moderne Fahrzeuge haben mehr Elektronik und die Schäden durch Naturkatastrophen nehmen zu. Diese Faktoren wirken preissteigernd – umso wichtiger ist es für Verbraucher, regelmäßig zu vergleichen.
Die Analyse von durchblicker macht deutlich: Wer bei der Kfz-Versicherung nicht vergleicht, verschenkt bares Geld. Bei Unterschieden von bis zu 2.000 Euro pro Jahr ist ein Vergleich nicht nur sinnvoll, sondern praktisch unverzichtbar für kostenbewusste Autofahrer.