Die Bäckerei Hager aus St. Pölten ist auf einer bemerkenswerten Reise in Richtung Klimaneutralität. Dieser Weg ist nicht nur für das Unternehmen selbst von großer Bedeutung, sondern auch für die gesamte Region Niederösterreich. Die Herausforderungen, die sich dabei stellen, sind enorm, doch der Nutz
Die Bäckerei Hager aus St. Pölten ist auf einer bemerkenswerten Reise in Richtung Klimaneutralität. Dieser Weg ist nicht nur für das Unternehmen selbst von großer Bedeutung, sondern auch für die gesamte Region Niederösterreich. Die Herausforderungen, die sich dabei stellen, sind enorm, doch der Nutzen für Umwelt und Gesellschaft könnte kaum größer sein.
Die Bäckerei Hager wurde im Jahr 1907 gegründet und hat sich seitdem zu einem festen Bestandteil der St. Pöltner Kulinarik entwickelt. Über Generationen hinweg hat das Unternehmen seine Traditionen bewahrt und gleichzeitig neue Wege beschritten. Die Verbindung von Tradition und Innovation ist ein Markenzeichen der Bäckerei.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner lobte bei einem Besuch die Innovationskraft der Bäckerei und betonte die Bedeutung solcher familiengeführten Betriebe für die Region. Mit 12 Filialen sichert Hager nicht nur Arbeitsplätze, sondern trägt auch zur Lebensqualität in Niederösterreich bei.
Im Rahmen des Projekts „Decarb4SME+“, das vom ecoplus Lebensmittel Cluster Niederösterreich begleitet wird, arbeitet die Bäckerei Hager gemeinsam mit acht anderen Unternehmen der Lebensmittelbranche daran, klimaneutral zu werden. Dieses Qualifizierungsprojekt zielt darauf ab, den teilnehmenden Betrieben das nötige Know-how zu vermitteln, um die Anforderungen der Klimaneutralität zu erfüllen.
Alexander Hager, der im Unternehmen für Marketing verantwortlich ist, betont die Chancen, die das Projekt bietet: „Decarb4SME+ gibt uns die Möglichkeit, neue Technologien und nachhaltige Lösungen kennenzulernen. Der Austausch mit anderen Betrieben hilft uns, Nachhaltigkeit in jedes unserer Produkte zu bringen.“
Klimaneutralität bedeutet, dass ein Unternehmen seine CO2-Emissionen auf ein Minimum reduziert und verbleibende Emissionen durch Klimaschutzprojekte ausgleicht. Angesichts der globalen Klimakrise ist es entscheidend, dass Unternehmen ihren CO2-Fußabdruck verringern.
Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) stellt dieser Weg oft eine Herausforderung dar, da Ressourcen und Know-how fehlen. Daher sind Projekte wie „Decarb4SME+“ von großer Bedeutung, um KMU auf diesem Weg zu unterstützen.
Der ecoplus Lebensmittel Cluster Niederösterreich spielt eine zentrale Rolle in diesem Prozess. Als Netzwerkplattform unterstützt er Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Petra Patzelt, Prokuristin von ecoplus, erklärt: „Unser Ziel ist es, als Innovationsmotor zu wirken und die Wettbewerbsfähigkeit in der Lebensmittelwirtschaft langfristig zu steigern.“
Der Cluster wird über das Projekt „NÖ Innovationsökosystem“ von der Europäischen Union kofinanziert, was die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit in diesem Bereich unterstreicht.
Nachhaltigkeit beginnt für die Bäckerei Hager beim Einkauf in der Region und dem täglichen Backen in den Filialen. Geschäftsführer Wolfgang Hager betont: „Durch unser handwerkliches Arbeiten bewahren wir nicht nur Qualität, sondern auch Tradition – als gelebten Beitrag für eine nachhaltige Zukunft.“
Ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit sind die geplanten Elektro-Lieferfahrzeuge, die im Januar 2026 in Betrieb genommen werden sollen. Diese Maßnahme wird den CO2-Ausstoß des Unternehmens erheblich reduzieren.
Während Niederösterreich mit Projekten wie „Decarb4SME+“ eine Vorreiterrolle einnimmt, gibt es auch in anderen Bundesländern Bestrebungen zur Förderung der Klimaneutralität in KMU. In der Steiermark beispielsweise wird ein ähnliches Projekt zur Unterstützung von KMU im Bereich erneuerbare Energien durchgeführt.
Diese regionalen Initiativen sind entscheidend, um die österreichische Wirtschaft fit für die Zukunft zu machen und den ökologischen Fußabdruck des Landes zu verringern.
Die Bemühungen der Bäckerei Hager haben nicht nur positive Auswirkungen auf die Umwelt, sondern auch auf die lokale Bevölkerung. Durch die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Verwendung regionaler Produkte wird die regionale Wirtschaft gestärkt. Gleichzeitig profitieren die Kunden von hochwertigen, nachhaltig produzierten Lebensmitteln.
Ein Experte für nachhaltige Unternehmensführung erklärt: „Die Umstellung auf klimaneutrale Prozesse ist für viele KMU eine Herausforderung, doch es ist der einzige Weg, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Unterstützung durch Projekte wie ‚Decarb4SME+‘ ist dabei unerlässlich.“
Die Bäckerei Hager zeigt, dass Klimaneutralität nicht nur ein Ziel, sondern ein fortwährender Prozess ist. Mit der Einführung von Elektro-Lieferfahrzeugen und der ständigen Weiterentwicklung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie ist das Unternehmen auf einem guten Weg.
In den kommenden Jahren wird die Bedeutung von Klimaneutralität für Unternehmen weiter zunehmen. Angesichts der wachsenden Nachfrage der Verbraucher nach nachhaltigen Produkten und der zunehmenden regulatorischen Anforderungen müssen Unternehmen ihre Strategien anpassen, um erfolgreich zu bleiben.
Die Reise der Bäckerei Hager in Richtung Klimaneutralität ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie Unternehmen Tradition und Innovation verbinden können, um eine nachhaltige Zukunft zu gestalten. Mit Unterstützung von Projekten wie „Decarb4SME+“ und dem ecoplus Lebensmittel Cluster NÖ ist Niederösterreich auf einem guten Weg, ein Vorbild für andere Bundesländer zu werden.