Ein wichtiger Meilenstein ist erreicht: Der Rohbau für das neue Verwaltungsgebäude der Klinik Ottakring steht. Damit kommt die Modernisierung einer der wichtigsten Gesundheitseinrichtungen Wiens ei...
Ein wichtiger Meilenstein ist erreicht: Der Rohbau für das neue Verwaltungsgebäude der Klinik Ottakring steht. Damit kommt die Modernisierung einer der wichtigsten Gesundheitseinrichtungen Wiens einen entscheidenden Schritt voran. Die Fertigstellung markiert nicht nur einen Baufortschritt, sondern den Beginn einer umfassenden Transformation, die das Gesundheitswesen im 16. Bezirk revolutionieren wird. Bereits 2025 sollen hier 220 moderne Arbeitsplätze entstehen, während gleichzeitig eine neue Verkehrsinfrastruktur die Zukunft der medizinischen Versorgung in Wien mitgestaltet.
Die Klinik Ottakring steht vor einer beispiellosen Herausforderung: eine komplette Modernisierung während des laufenden Betriebs. Diese sogenannte "Klinik-Modernisierung bei laufendem Betrieb" bedeutet, dass Patienten weiterhin versorgt werden müssen, während rundherum gebaut wird. Das neue Verwaltungsgebäude spielt dabei eine Schlüsselrolle als strategischer Baustein.
"Wir liegen mit dem Bauprojekt im Zeitplan und in genau einem Jahr werden hier 220 Büro-Arbeitsplätze, ein 600 Quadratmeter großes Veranstaltungszentrum und eine sechsgeschoßige Garage in Betrieb gehen", erklärt WIGEV-Generaldirektorin-Stellvertreter Herwig Wetzlinger bei einem Lokalaugenschein. Die Wiener Gesundheitsverbund Eigentümervertretung und Infrastruktur GmbH (WIGEV) ist die Eigentümervertretung des Wiener Gesundheitsverbundes und damit verantwortlich für die strategische Entwicklung der Wiener Spitäler.
Das Konzept der stufenweisen Modernisierung ermöglicht es, dass sobald das neue Verwaltungsgebäude bezogen wird, am bisherigen Standort der Verwaltung Platz für den ersten Bauteil der neuen Zentralklinik entsteht. Diese Vorgehensweise minimiert Betriebsunterbrechungen und gewährleistet die kontinuierliche medizinische Versorgung für die Wiener Bevölkerung.
Parallel zum Verwaltungsneubau entsteht 100 Meter stadtauswärts am Flötzersteig eine völlig neue Zufahrt zur Klinik. Diese innovative Verkehrslösung wird ab 2027 vorübergehend als Haupteinfahrt für Rettungsfahrzeuge und den Individualverkehr dienen. Die neue Zufahrt ist Teil eines durchdachten Verkehrskonzepts, das die Bauphase der Zentralklinik optimal begleitet.
In der sechsgeschoßigen Garage werden 370 PKW-Stellplätze zur Verfügung stehen - ein deutlicher Ausbau der Parkkapazitäten. Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr erfolgt über eine Haltestelle der Buslinie 48A, wodurch die Erreichbarkeit der Klinik auch ohne Auto gewährleistet bleibt.
Die bisherige Hauptzufahrt in der Rankgasse wird von 2027 bis 2040 aufgrund der intensiven Bauarbeiten stillgelegt. Dies betrifft jedoch nicht alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen: Ein spezieller Durchgang für Fußgänger wird sicherstellen, dass die Klinik weiterhin gut erreichbar bleibt - besonders wichtig für Patienten, die mit der U-Bahnlinie U3 anreisen.
Bereits ab der Fertigstellung des ersten Bauabschnittes der Zentralklinik 2033 wird die Rettung wieder über die Rankgasse zufahren können. Diese gestaffelte Wiedereröffnung zeigt die durchdachte Planung des Großprojekts, bei dem jeder Bauabschnitt optimal auf die medizinischen Bedürfnisse abgestimmt ist.
Das Jahr 2040 markiert einen wichtigen Wendepunkt für das Verkehrskonzept der Klinik Ottakring. Ab diesem Zeitpunkt setzt der Wiener Gesundheitsverbund auf eine gezielte Entflechtung der verschiedenen Verkehrsströme - ein modernes Konzept, das in vielen europäischen Krankenhäusern bereits erfolgreich umgesetzt wird.
"Die Zufahrt Rankgasse wird ab 2040 vor allem Fußgängern sowie Nutzern öffentlicher Verkehrsmittel vorbehalten sein", erklärt Wetzlinger das Zukunftskonzept. Eine spezielle Kiss-&-Ride-Zone wird es ermöglichen, dass Patienten sicher zu ihren Behandlungen gebracht und wieder abgeholt werden können. Dieses Konzept, bei dem Angehörige nur kurz zum Aus- und Einsteigen halten, reduziert den Verkehr erheblich und verbessert die Sicherheit.
Über die Zufahrt am Flötzersteig werden dann zwei separate Garagen für PKWs erreichbar sein, was eine klare Trennung zwischen Besucherverkehr und medizinischem Notverkehr ermöglicht.
Die Modernisierung der Klinik Ottakring strahlt weit über das Klinikgelände hinaus und wird den gesamten 16. Bezirk nachhaltig prägen. Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp sieht in dem Projekt eine große Chance für die Bezirksentwicklung: "Die Klinik Ottakring und ihr Umfeld stehen vor einer großen Transformation. Eine Großbaustelle ist herausfordernd – aber am Ende entsteht hier modernste Medizin in modernster Infrastruktur."
Für die Anrainer bedeutet das Projekt sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Während der Bauphase müssen sie mit erhöhtem Baustellenverkehr und zeitweiligen Verkehrsbehinderungen rechnen. Gleichzeitig profitieren sie langfristig von der verbesserten Infrastruktur, neuen Arbeitsplätzen und der Aufwertung des Stadtteils.
Die neue Klinik wird als wichtiger Arbeitgeber fungieren und hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Region schaffen. Zudem ist zu erwarten, dass sich im Umfeld weitere Gesundheitsdienstleister, Apotheken und serviceorientierte Betriebe ansiedeln werden.
Das neue Verwaltungsgebäude setzt Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. "Der Verwaltungsneubau bringt ein modernes Arbeitsumfeld in Verbindung mit viel Komfort. Gleichzeitig setzen wir auf klimafreundliche Lösungen – geheizt und gekühlt wird mittels Geothermie", betont Thomas Eberl, Verwaltungsdirektor der Klinik Ottakring.
Geothermie nutzt die natürliche Erdwärme zur Beheizung und Kühlung von Gebäuden. Diese Technologie ist besonders umweltfreundlich, da sie nahezu CO2-neutral funktioniert und langfristig sehr kostengünstig ist. Im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen können so die Betriebskosten um bis zu 70 Prozent reduziert werden.
Ein besonderes Highlight des Neubaus ist die begrünte Fassade in Richtung Flötzersteig. Diese sogenannte "Living Wall" oder Vertikalgarten erfüllt gleich mehrere wichtige Funktionen: Sie sorgt für natürliche Kühlung des Gebäudes im Sommer, wirkt schalldämmend gegen den Verkehrslärm der stark befahrenen Durchzugsstraße und verbessert das Mikroklima in der unmittelbaren Umgebung.
Begrünte Fassaden können die Umgebungstemperatur um bis zu 5 Grad Celsius senken und gleichzeitig die Luftqualität durch Filterung von Schadstoffen verbessern. Zudem bieten sie Lebensraum für Insekten und Vögel und tragen so zur urbanen Biodiversität bei.
Architektonisch setzt das neue Verwaltungsgebäude auf eine gelungene Kombination aus Funktionalität, Ästhetik und Nachhaltigkeit. Marie-Thérèse Vierke, Geschäftsführerin der Wiener Projektentwicklungs- und Baumanagement GmbH (PBG), erklärt das innovative Konzept: "Das Gebäude ist innovativ konzipiert – Holz spielt eine zentrale Rolle, etwa als sichtbare Trägerkonstruktion im Veranstaltungszentrum oder als Faltdach über der neuen Portierloge am Flötzersteig."
Holz als Baumaterial erlebt in der modernen Architektur eine Renaissance. Es ist nicht nur nachhaltig und CO2-neutral, sondern schafft auch ein angenehmes Raumklima und wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden der Nutzer aus. Die sichtbare Holzkonstruktion verleiht den Räumen Wärme und Natürlichkeit - ein wichtiger Aspekt in einem Arbeitsumfeld, das täglich mit Gesundheit und menschlichem Wohlbefinden zu tun hat.
Das 600 Quadratmeter große Veranstaltungszentrum wird nicht nur für interne Zwecke genutzt, sondern kann auch für medizinische Fortbildungen, Patienteninformationsveranstaltungen und Gesundheitskongresse verwendet werden. Dies stärkt die Position der Klinik Ottakring als wichtiges Gesundheitszentrum in Wien und fördert den Wissensaustausch in der medizinischen Gemeinschaft.
Die Modernisierung der Klinik Ottakring ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Zukunftssicherung des Wiener Gesundheitssystems. Wien verfügt über eines der besten Gesundheitssysteme Europas, steht aber wie alle Metropolregionen vor demografischen Herausforderungen: Die Bevölkerung wird älter, die medizinischen Möglichkeiten werden komplexer, und die Ansprüche an Komfort und Service steigen.
Der Wiener Gesundheitsverbund, der alle städtischen Krankenhäuser unter einem Dach vereint, investiert deshalb massiv in die Modernisierung der Infrastruktur. Neben der Klinik Ottakring werden auch andere Standorte wie das AKH Wien, die Klinik Favoriten und die Klinik Floridsdorf kontinuierlich ausgebaut und modernisiert.
Im Vergleich zu anderen österreichischen Bundesländern nimmt Wien eine Vorreiterrolle ein. Während in Salzburg oder Innsbruck punktuell modernisiert wird, verfolgt Wien einen ganzheitlichen Ansatz der Systemtransformation. Ähnliche Großprojekte gibt es in Europa beispielsweise in Berlin mit der Charité oder in Zürich mit dem Universitätsspital.
Ein kritischer Aspekt bei Klinikmodernisierungen ist die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung während der Bauarbeiten. Die Klinik Ottakring behandelt jährlich über 100.000 Patienten stationär und ambulant und ist damit eine tragende Säule der Wiener Gesundheitsversorgung.
Durch die stufenweise Modernisierung und die intelligente Verkehrslenkung wird sichergestellt, dass alle medizinischen Bereiche - von der Notaufnahme über die Intensivstationen bis zu den Operationssälen - ohne Unterbrechungen funktionieren können. Rettungsfahrzeuge haben zu jeder Zeit freie Zufahrt, und auch Dialysepatienten oder Chemotherapie-Patienten, die regelmäßig zur Behandlung kommen, können die Klinik problemlos erreichen.
Das Modernisierungsprojekt der Klinik Ottakring hat erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf Wien und die Umgebung. Allein die Bauphase schafft hunderte Arbeitsplätze in der Bauindustrie und bei Zulieferbetrieben. Nach Fertigstellung werden in der neuen Klinik voraussichtlich über 2.000 Menschen arbeiten - von Ärzten und Pflegepersonal über Verwaltungsmitarbeiter bis zu Technikern und Servicekräften.
Die 220 neuen Büroarbeitsplätze im Verwaltungsgebäude entsprechen modernen Arbeitsplatzstandards mit flexiblen Raumkonzepten, ergonomischer Ausstattung und optimaler technischer Infrastruktur. Dies macht die Klinik Ottakring als Arbeitgeber attraktiver und hilft dabei, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu halten.
"In Kombination mit Begrünung und natürlichen Materialien schaffen wir eine hochwertige Arbeitsumgebung und leisten gleichzeitig einen Beitrag zu den Klimazielen der Stadt Wien", erklärt Marie-Thérèse Vierke von der PBG. Wien hat sich ambitionierte Klimaziele gesetzt und will bis 2040 klimaneutral werden.
Das Verwaltungsgebäude der Klinik Ottakring zeigt exemplarisch, wie nachhaltige Architektur in Gesundheitseinrichtungen umgesetzt werden kann. Die Kombination aus Geothermie, Holzbau, Fassadenbegrünung und intelligenter Gebäudetechnik reduziert den CO2-Fußabdruck erheblich und senkt gleichzeitig die Betriebskosten.
Verglichen mit einem konventionell errichteten und betriebenen Verwaltungsgebäude spart das neue Gebäude jährlich schätzungsweise 200 Tonnen CO2 ein. Das entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von etwa 80 Durchschnitts-PKWs.
Die Fertigstellung des Rohbaus markiert erst den Anfang einer mehrjährigen Transformation. Bis 2033 entsteht schrittweise die neue Zentralklinik, die modernste medizinische Standards mit patientenfreundlicher Architektur verbindet. Die vollständige Fertigstellung ist für 2040 geplant.
Dann wird die Klinik Ottakring zu einer der modernsten Gesundheitseinrichtungen Europas gehören, ausgestattet mit neuester Medizintechnik, optimierten Arbeitsabläufen und einer Infrastruktur, die sowohl den Bedürfnissen der Patienten als auch der Mitarbeiter gerecht wird. Die Klinik entwickelt sich damit Schritt für Schritt zu einem zukunftsfitten Gesundheitsdienstleister, der auch in Jahrzehnten noch höchste medizinische Standards bieten kann.
Für die Wiener Bevölkerung bedeutet dies eine Garantie für erstklassige medizinische Versorgung rund um die Uhr - ein Service, auf den sich die Menschen in der Bundeshauptstadt auch in Zukunft verlassen können. Die Investition in die Gesundheitsinfrastruktur ist damit nicht nur ein Beitrag zur aktuellen Patientenversorgung, sondern eine Investition in die Gesundheit zukünftiger Generationen.