Wien, 6. Februar 2026 – Inmitten der angespannten Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft vida und der Hotelleriebranche in Österreich, betont der Fachverbandsobmann Georg Imlauer die Notwendigkeit eines konstruktiven Gesprächsklimas. Die jüngsten Äußerungen des Gewerkschaftsvorsitzenden Roman Heben
Wien, 6. Februar 2026 – Inmitten der angespannten Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft vida und der Hotelleriebranche in Österreich, betont der Fachverbandsobmann Georg Imlauer die Notwendigkeit eines konstruktiven Gesprächsklimas. Die jüngsten Äußerungen des Gewerkschaftsvorsitzenden Roman Hebenstreit haben für Aufsehen gesorgt, da sie laut Imlauer die gesamte Branche pauschal verurteilen und somit der Zusammenarbeit schaden.
Die Hotellerie in Österreich steht vor großen Herausforderungen. Die Branche, die wesentlich zum wirtschaftlichen Wohlstand des Landes beiträgt, sieht sich mit Forderungen nach neuen Gütesiegeln und steuerlichen Änderungen konfrontiert. Imlauer kritisiert den Vorschlag eines neuen Gütesiegels als unnötige Bürokratie, die die Betriebe zusätzlich belasten würde. Stattdessen fordert er mehr Wertschätzung für die Leistungen der Mitarbeiter:innen, die den österreichischen Qualitätstourismus aufrechterhalten.
Die Sozialpartnerschaft in Österreich hat eine lange Tradition und ist ein zentraler Pfeiler der wirtschaftlichen Stabilität. Seit den 1950er Jahren arbeiten Arbeitgeber und Arbeitnehmer eng zusammen, um faire Arbeitsbedingungen zu schaffen. Diese Kooperation hat wesentlich zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beigetragen. Doch in den letzten Jahren sind die Spannungen zwischen den Sozialpartnern gewachsen. Die Forderungen nach steuerfreien Überstunden und abgabenfreiem Trinkgeld sind Beispiele für die aktuellen Konfliktpunkte.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass die Sozialpartnerschaft in Österreich traditionell stärker verankert ist. Während in Deutschland Tarifverträge oft regional ausgehandelt werden, gibt es in Österreich eine zentralere Struktur. In der Schweiz hingegen spielt das System der Sozialpartnerschaft eine weniger dominierende Rolle, da dort die direkte Demokratie eine größere Bedeutung hat.
Die Auswirkungen der aktuellen Debatte sind für die rund 220.000 Beschäftigten in der Hotellerie und Gastronomie erheblich. Beispielsweise führt die Forderung der Gewerkschaften nach steuerfreien Überstunden zu Unsicherheit über die zukünftige finanzielle Entlastung der Arbeitnehmer. Zudem belastet das Fehlen eines abgabenfreien Trinkgelds die Mitarbeiter:innen zusätzlich. Diese finanziellen Aspekte sind entscheidend für die Lebensqualität vieler Beschäftigter.
Laut der Wirtschaftskammer Österreich sind die steuerfreien Feiertagsarbeitsentgelte ein bedeutender Erfolg für die Branche. Sie ermöglichen es den Arbeitnehmer:innen, an Feiertagen zu arbeiten, ohne zusätzliche steuerliche Belastungen befürchten zu müssen. Diese Regelung wurde ohne Unterstützung der Gewerkschaft durchgesetzt und ist ein Beispiel für die Erfolge der Arbeitgeberseite in den Verhandlungen.
Die Zukunft der Sozialpartnerschaft in der Hotellerie hängt von der Fähigkeit aller Beteiligten ab, zu einem sachlichen und respektvollen Dialog zurückzukehren. Imlauer betont, dass eine konstruktive Zusammenarbeit im Sinne der Beschäftigten und Betriebe notwendig ist, um die Herausforderungen der Branche zu meistern. Eine Rückkehr zu lösungsorientierten Gesprächen könnte den Weg für innovative Lösungen ebnen, die sowohl den Bedürfnissen der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber gerecht werden.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die aktuelle Situation in der Hotellerie eine sorgfältige Abwägung der Interessen aller Beteiligten erfordert. Die Förderung eines konstruktiven Dialogs ist entscheidend, um die Herausforderungen der Branche zu bewältigen. Weitere Informationen zu den Entwicklungen in der Hotellerie finden Sie auf unserer Website.