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Wirtschaft

Künstliche Intelligenz: Österreichs Industrie am Scheideweg!

18. September 2025 um 17:40
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Österreich steht an einem entscheidenden Punkt: Die industrielle Zukunft hängt stark von der Integration neuer Technologien ab. Besonders die Künstliche Intelligenz (KI) bietet eine Fülle an Möglichkeiten, doch gleichzeitig drohen hohe Kosten und geopolitische Spannungen die Wettbewerbsfähigkeit zu

Österreich steht an einem entscheidenden Punkt: Die industrielle Zukunft hängt stark von der Integration neuer Technologien ab. Besonders die Künstliche Intelligenz (KI) bietet eine Fülle an Möglichkeiten, doch gleichzeitig drohen hohe Kosten und geopolitische Spannungen die Wettbewerbsfähigkeit zu untergraben. Die Industriellenvereinigung (IV) hat daher eine Task Force ins Leben gerufen, um die Chancen der KI zu nutzen und notwendige Reformen einzufordern.

Die Rolle der IV-Task Force

Die IV-Task Force Künstliche Intelligenz vereint die führenden Unternehmen Österreichs, um den KI-Reifegrad der heimischen Industrie zu erhöhen. Mit über 100 Leitbetrieben, die sich bereits angeschlossen haben, wird ein Raum für Peer Learning und den Austausch konkreter Anwendungsfälle geschaffen.

Künstliche Intelligenz: Bedrohung oder Chance?

Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung, beschreibt die Situation bildhaft: „Mit der Künstlichen Intelligenz rollt eine Welle auf uns zu. Wir haben zwei Möglichkeiten: Entweder wir lassen uns von ihr überrollen oder wir springen rechtzeitig auf und nutzen ihre Kraft, um voranzukommen.“ Diese Aussage unterstreicht die Dringlichkeit, mit der Europa im globalen Technologiewettbewerb konfrontiert ist. Während in den USA im Vorjahr 40 große Foundation Modelle entwickelt wurden und in China 15, waren es in der EU lediglich drei.

Österreich verfügt über eine starke industrielle Basis, die es zu schützen und zu transformieren gilt. Viele heimische Leitbetriebe sind Weltmarktführer, vernetzt und forschungsstark. Dennoch sind Maßnahmen nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Studie zeigt Aufholbedarf

Eine kürzlich vorgelegte Studie weist Österreich beim KI-Reifegrad mit 30 Punkten unter dem EU- und Weltdurchschnitt aus. Ein Weckruf, wie Thomas Arnoldner, Deputy CEO der A1 Group und Vorsitzender der IV-Task Force KI, betont. „Ein Großteil der Unternehmen muss noch eine klar ausformulierte KI-Strategie entwickeln. Aber wir haben auch Stärken: Österreich liegt bei Datensicherheit und Compliance über dem EU-Schnitt. Das sind wertvolle Startpunkte.“

Die Chancen der KI für Österreich

Richtig eingesetzt, könnte KI ein „Motor für Wachstum und Innovation“ sein. Sie macht Prozesse effizienter, spart Ressourcen und eröffnet völlig neue Geschäftsmodelle. Gerade für ein exportstarkes Land wie Österreich ist das entscheidend. Doch das Zeitfenster ist klein. Wer zu spät handelt, wird abgehängt.

Christoph Knogler ergänzt: „Wir wissen – KI ist ein Gamechanger. Auch für unsere heimische Industrie hat sie das Potential der Gamechanger zu werden. Wenn wir sie klug und aktiv nutzen, verbessert sie unsere Wettbewerbsfähigkeit und stärkt somit unseren Industriestandort Österreich.“

Konkrete Agenda für Standort und Unternehmen

Die IV-Task Force hat zentrale Handlungsfelder für den Standort definiert:

  • Eine Industriestrategie, die wettbewerbsfähige Energiepreise, Lohnkosten, internationale Handelsabkommen sowie gezielte Technologie- und Innovationsförderung in den Mittelpunkt stellt.
  • Ein Investitions-Booster durch einen deutlich angehobenen Investitionsfreibetrag, um Zukunftsinvestitionen spürbar anzukurbeln.
  • Eine konsequente Deregulierung, die Berichtspflichten vereinfacht und Unternehmen von unnötiger Bürokratie entlastet.
  • Die innovationsfreundliche Umsetzung des AI Act mit praxisnahen Testumgebungen („KI-Sandboxes“), die Rechtssicherheit und Freiräume gleichermaßen ermöglichen.
  • Die rasche Etablierung der AI Factory Austria und enge Anbindung der Industrie.
  • Umfassende Datenstrategien, die Verfügbarkeit, Qualität und den souveränen Austausch von Daten sicherstellen.

„Österreich ist ein starker Produktionsstandort und genau hier liegt unser Vorteil und unsere große Chance: Wenn wir unser tiefes Produktionswissen mit KI verbinden, entsteht ein Vorsprung, den andere nicht kopieren können“, betont Arnoldner.

Menschen im Mittelpunkt – Skills für die Zukunft

Entscheidend sei zudem die Einbindung der Belegschaften, betont Knogler: „Die Mitarbeitenden müssen von Anfang an mitgenommen werden. Durch gezielte Schulungen, Weiterbildungsprogramme und eine offene Kommunikationskultur können Vorbehalte abgebaut und Vertrauen geschaffen werden. Das vorhandene Domänenwissen ist ein Schatz, kombiniert mit KI-Methoden entsteht hier echter Mehrwert.“

Um das volle Potenzial ausschöpfen zu können, braucht es eine breit angelegte Bildungs- und Qualifizierungsoffensive:

  • KI-Kompetenzen für alle: In Schulen, Hochschulen und Berufsausbildung müssen praxisnahe Kenntnisse vermittelt werden – nicht nur in der Informatik, sondern in allen Fächern.
  • Mehr Fachkräfte: Österreich muss insbesondere auch den Ausbau der HTLs konsequent vorantreiben und gezielt mehr Mädchen und junge Frauen für Technik begeistern, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden.
  • Upskilling im Berufsleben: Wissen veraltet heute rasant. Neue Programme für laufende Weiterbildung im Bereich KI sind daher unerlässlich, damit Beschäftigte Schritt halten und Unternehmen zukunftsfähig bleiben.

„Die IV-Task Force KI zeigt, wie es geht: Peer Learning, konkrete Use Cases, Austausch zwischen Branchen. Aber für den großen Sprung braucht es mutige Reformen und ein investitionsfreundliches Umfeld“, so Neumayer abschließend.

Schlagworte

#Bildung#Industriellenvereinigung#Künstliche Intelligenz#Österreich#Reifegrad#Technologie#Wettbewerbsfähigkeit

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