ORF 2 widmet Sendung am 2. März den Frauen in Kunst und Gesellschaft
Stefanie Reinsperger zu Gast bei Clarissa Stadler, plus Ausblick auf "Vier minus drei" und Dokumentation über sexualisierte Gewalt in der Kunst
Der ORF setzt am 2. März 2026 ein starkes Zeichen für den Weltfrauentag: Der "kulturMONTAG" um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON steht ganz im Zeichen weiblicher Kunst und gesellschaftlicher Fragestellungen. Moderatorin Clarissa Stadler begrüßt Schauspielerin Stefanie Reinsperger im Studio und präsentiert ein vielfältiges Programm, das von aktueller Filmkunst bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit der Darstellung von Frauen in der Kunstgeschichte reicht.
Die 1988 in Baden bei Wien geborene Stefanie Reinsperger hat sich als eine der vielseitigsten Schauspielerinnen ihrer Generation etabliert. Ihr Weg führte sie vom Max Reinhardt Seminar über das preisgekrönte Stück "Die lächerliche Finsternis" am Wiener Burgtheater zu nationaler und internationaler Anerkennung.
Besonders bekannt wurde Reinsperger durch ihre Rolle als "Tatort"-Kommissarin "Rosa Herzog", doch ihr künstlerisches Spektrum reicht weit darüber hinaus. Auf der Bühne brillierte sie als wütende Kaiserin "Elisabeth", als Macho "Liliom" oder in Handkes "Selbstbezichtigung". Nach Jahren im Volkstheater-Ensemble und am Berliner Ensemble ist sie nun wieder am Burgtheater zu Hause.
Ihre Leistungen wurden mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt: Sie erhielt den Nestroy-Preis, eine Romy und wurde zur Schauspielerin des Jahres gewählt. Im Vorjahr wurde sie zur "Österreicherin des Jahres" in der Kategorie "Kulturerbe" ernannt. Das Wiener Publikum hat ihr längst einen besonderen Adelstitel verliehen – sie ist schlicht "die Reinsperger".
Ein besonderer Programmpunkt widmet sich dem berührenden Filmdrama "Vier minus drei", das auf der Autobiografie von Barbara Pachl-Eberhart basiert. Die Autorin verlor vor 16 Jahren ihren Ehemann und ihre beiden Kinder bei einem tragischen Autounfall. Ihr Buch über die Verarbeitung dieser Tragödie wurde zu einem internationalen Bestseller.
Regisseur Adrian Goiginger, der bereits mit "Die beste aller Welten" sein Gespür für persönliche Schicksale unter Beweis stellte, bringt diese emotionale Geschichte nun auf die große Leinwand. Der 34-jährige Salzburger Filmemacher konnte Valerie Pachner und Robert Stadlober für die Hauptrollen gewinnen. Der Film feierte bereits bei der Berlinale in der Sektion Panorama Premiere und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.
Pachl-Eberharts Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie das Schreiben als therapeutisches Mittel fungieren kann. Die Verarbeitung des unvorstellbaren Verlusts durch literarische Arbeit half nicht nur der Autorin selbst, sondern berührte Millionen von Lesern weltweit. Die Verfilmung verspricht, diese universelle Botschaft über Trauer, Heilung und die Kraft des Weiterlebens einem noch größeren Publikum zugänglich zu machen.
Ein weiterer Höhepunkt der Sendung führt nach Warschau, wo das neue Museum für moderne Kunst eine spektakuläre Schau präsentiert. Das von den Einheimischen liebevoll "Schuhschachtel" genannte Gebäude – ein monumentaler weißer Kubus in der Nähe des ikonischen Kulturpalasts – hat sich schnell zu einem kulturellen Anziehungspunkt entwickelt.
Direktorin Joanna Mytkowska kuratierte unter dem Titel "The Woman Question 1550–2025" eine der weltweit größten Ausstellungen weiblicher Kunst. Über 200 Exponate aus verschiedenen Epochen und Kulturen sind zu sehen, darunter Werke von Artemisia Gentileschi, Yoko Ono, Frida Kahlo und Tracey Emin.
Die Ausstellung spannt einen beeindruckenden Bogen von der Renaissance bis zur Gegenwart und zeigt, wie Künstlerinnen über die Jahrhunderte hinweg gesellschaftliche Normen hinterfragten, durchbrachen und neu definierten. Der "kulturMONTAG" gewährt exklusive Einblicke in diese außergewöhnliche Schau, die bis 2025 zu sehen ist.
Um 23.15 Uhr folgt die Dokumentation "Proserpina – Die sexualisierte Gewalt in der Kunst" von Regisseurin Mariangela Barbanente. Der Film wirft einen kritischen Blick auf ein problematisches Kapitel der Kunstgeschichte: die jahrhundertelange Idealisierung und Ästhetisierung von Gewalt gegen Frauen.
Von römischen Sarkophagen über Meisterwerke der Renaissance und des Barock bis in die Moderne hinein werden Frauen wiederholt als passive Objekte männlicher Begierde dargestellt. Szenen von sexueller Aggression, Entführung und Voyeurismus wurden im Namen der Kunst ästhetisiert und erotisiert.
Die Dokumentation analysiert, wie diese Darstellungen bis heute die Wahrnehmung von Weiblichkeit, Macht und Gewalt beeinflussen. Barbantentes Werk will ein neues Bewusstsein schaffen und die Sensibilität für die Darstellung von Frauen in der Kunst schärfen. Es ist ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Debatte über die Neubewertung klassischer Kunstwerke unter zeitgenössischen Gesichtspunkten.
Mit diesem vielfältigen Programm unterstreicht der ORF sein Engagement für die Gleichberechtigung und die Sichtbarmachung weiblicher Perspektiven in Kunst und Kultur. Die Sendung zeigt sowohl erfolgreiche zeitgenössische Künstlerinnen als auch die historische Dimension der Frauenfrage in der Kunstwelt.
Der "kulturMONTAG" am 2. März verspricht eine facettenreiche Auseinandersetzung mit aktuellen und historischen Aspekten weiblicher Kunst und Kultur. Von Stefanie Reinspergers beeindruckender Karriere über berührende Filmkunst bis hin zur kritischen Reflexion kunsthistorischer Darstellungen – die Sendung bietet ein breites Spektrum relevanter Themen anlässlich des Weltfrauentags.
Interessierte können die Sendung um 22.30 Uhr in ORF 2 verfolgen oder zeitversetzt auf ORF ON abrufen. Die anschließende Dokumentation um 23.15 Uhr rundet das Programm mit einer wichtigen gesellschaftskritischen Betrachtung ab.