Am 1. Dezember 2025 wird in Salzburg eine dringende Notlage thematisiert, die nicht nur Tierschützer:innen in Alarmbereitschaft versetzt, sondern auch die Stadtpolitik herausfordert. Vor dem historischen Schloss Mirabell versammeln sich Aktivist:innen, um auf das Leid der verhungernden Stadttauben a
Am 1. Dezember 2025 wird in Salzburg eine dringende Notlage thematisiert, die nicht nur Tierschützer:innen in Alarmbereitschaft versetzt, sondern auch die Stadtpolitik herausfordert. Vor dem historischen Schloss Mirabell versammeln sich Aktivist:innen, um auf das Leid der verhungernden Stadttauben aufmerksam zu machen. Diese Kundgebung markiert einen entscheidenden Punkt in der Diskussion um den Umgang mit Stadttauben in Österreich.
Stadttauben, oft als "Ratten der Lüfte" bezeichnet, sind in urbanen Gebieten weltweit verbreitet. Doch in Salzburg hat sich ihre Situation dramatisch verschlechtert. Der Wintereinbruch hat die ohnehin prekäre Ernährungslage der Tauben weiter verschärft. Ohne ausreichende Fütterungsmöglichkeiten droht vielen Tieren der Hungertod. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf das Tierwohl, sondern auch auf das Stadtbild und die öffentliche Gesundheit.
Im Oktober wurde bei einem Runden Tisch der Stadtpolitik die Einführung des Augsburger Modells beschlossen. Dieses Modell sieht die Errichtung von Taubenschlägen vor, in denen die Tiere artgerecht gefüttert und ihre Eier ausgetauscht werden, um die Population zu kontrollieren. Doch die Umsetzung wird noch ein Jahr dauern, während die Tauben jetzt schon leiden.
Das Augsburger Modell hat sich in Deutschland als erfolgreiches Konzept etabliert. Es kombiniert Tierschutz mit städtischer Hygiene und wurde in mehreren Städten übernommen. In Österreich könnte es als Vorbild dienen, um ähnliche Probleme zu lösen. Die Verzögerung in der Umsetzung in Salzburg stößt jedoch auf Kritik, da die sofortige Notfütterung der Tauben nicht vorgesehen ist.
Während Städte wie Wien bereits eigene Programme zur Kontrolle und Unterstützung der Taubenpopulation entwickelt haben, hinkt Salzburg hinterher. In der Schweiz gibt es ähnliche Initiativen, die auf eine humane und nachhaltige Lösung abzielen. Der Vergleich zeigt, dass Salzburg dringend handeln muss, um den Anschluss nicht zu verlieren.
Der Verein gegen Tierfabriken (VGT), die ARGE Stadttauben Salzburg und RespekTiere fordern von der Stadtpolitik ein schnelles Eingreifen. Sie verlangen die sofortige Einrichtung von Fütterungsplätzen, die von der Stadt kontrolliert werden. Diese Plätze sollen den Tauben bis zur Eröffnung der Taubenschläge eine artgerechte Versorgung bieten. Die Aktivist:innen argumentieren, dass dies nicht nur im Sinne des Tierschutzes, sondern auch im Interesse der Stadtbewohner:innen sei.
Die mangelnde Versorgung der Tauben hat direkte Auswirkungen auf die Bürger:innen Salzburgs. Verhungerte Tauben könnten vermehrt im Stadtbild auftauchen, was nicht nur unschön ist, sondern auch hygienische Probleme mit sich bringt. Zudem könnte die unkontrollierte Vermehrung der Tauben langfristig zu einer Überpopulation führen, die schwer zu bewältigen ist.
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, dass Städte, die frühzeitig Maßnahmen ergreifen, langfristig profitieren. In Augsburg etwa hat sich die Population der Tauben stabilisiert, und die Beschwerden der Bürger:innen sind zurückgegangen. Ein ähnliches Ergebnis könnte auch in Salzburg erzielt werden, wenn die Stadtpolitik schnell handelt.
Statistiken zeigen, dass in Salzburg jährlich mehrere Hundert Tauben verhungern. Die Population wächst um etwa 10% pro Jahr, was die Notwendigkeit von Kontrollmaßnahmen unterstreicht. Experten schätzen, dass ohne Eingriffe die Zahl der Tauben in den nächsten fünf Jahren um bis zu 50% steigen könnte, was zu erheblichen Problemen führen würde.
Die Zukunft der Stadttauben in Salzburg hängt entscheidend von den Maßnahmen ab, die jetzt ergriffen werden. Experten sind sich einig, dass das Augsburger Modell eine vielversprechende Lösung darstellt, die jedoch schnell umgesetzt werden muss. Die Stadtpolitik steht unter Druck, die Forderungen der Tierschützer:innen ernst zu nehmen und rasch zu handeln.
Langfristig könnte Salzburg als Vorbild für andere österreichische Städte dienen, wenn es gelingt, die Taubenpopulation nachhaltig zu kontrollieren und gleichzeitig das Tierwohl zu gewährleisten. Dies erfordert jedoch eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Tierschutzorganisationen und der Bevölkerung.
Die Kundgebung am 2. Dezember 2025 ist ein Weckruf für die Stadt Salzburg. Die Tierschützer:innen machen deutlich, dass sofortiger Handlungsbedarf besteht. Die Stadtpolitik ist gefordert, die notwendigen Schritte einzuleiten, um das Leid der Tauben zu lindern und langfristige Lösungen zu etablieren.
Interessierte Bürger:innen sind eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen und die Kundgebung zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der beteiligten Organisationen. Gemeinsam kann eine Lösung gefunden werden, die sowohl den Bedürfnissen der Tauben als auch den Interessen der Stadtbewohner:innen gerecht wird.