Am Abend des 3. Juni 2025 verwandelte sich das ORF-Landesfunkhaus Vorarlberg in Dornbirn in einen pulsierenden Treffpunkt für Kunstliebhaber aus ganz Österreich. Die Eröffnung der neuen Ausstellung „Living Room (Closing)“ der renommierten Vorarlberger Künstlerin Liddy Scheffknecht zog ein breites Pu
Am Abend des 3. Juni 2025 verwandelte sich das ORF-Landesfunkhaus Vorarlberg in Dornbirn in einen pulsierenden Treffpunkt für Kunstliebhaber aus ganz Österreich. Die Eröffnung der neuen Ausstellung „Living Room (Closing)“ der renommierten Vorarlberger Künstlerin Liddy Scheffknecht zog ein breites Publikum an, das gespannt die außergewöhnliche Installation bestaunte.
Die Ausstellung, die von ORF-Landesdirektor Markus Klement, Kulturlandesrätin Barbara Schöbi-Fink und Marbod Fritsch, dem Kurator der Reihe „Kunst im Funkhaus“, eröffnet wurde, präsentiert eine raumgreifende Karton-Installation in Form eines überdimensionalen Pop-up-Buches. Dieses Kunstwerk stellt ein klassisches Wohnzimmer dar, komplett mit Sofa, Tisch, Kommode und einem zentral platzierten Fernseher. Doch dieses Ensemble ist alles andere als stabil – es lässt sich öffnen und schließen wie ein gigantisches Buch, das im halb geöffneten Zustand an die Vergänglichkeit erinnert.
Liddy Scheffknecht thematisiert mit „Living Room (Closing)“ den Wandel des Wohnzimmers vom familiären Medienzentrum hin zu einem Relikt unserer analogen Vergangenheit. In einer Zeit, in der mobile Endgeräte, Streamingdienste und On-Demand-Inhalte das traditionelle Fernseherlebnis verdrängt haben, wird das Wohnzimmer zunehmend zu einem nostalgischen Symbol. „Es ist ein Raum, der über Jahrzehnte hinweg durch das Fernsehen geprägt war, doch heute verändert sich unsere Alltagsrealität schneller denn je“, erklärt die Künstlerin.
Liddy Scheffknecht, geboren 1980 in Dornbirn, lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien sowie an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris. Ihre künstlerische Praxis umfasst Skulptur, Installation, Fotografie und Video. Dabei setzt sie oft auf einfache, vergängliche Materialien, um präzise Arrangements zu schaffen, die sowohl physisch als auch metaphorisch die Realität verschieben. Für ihr Werk wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet.
Die Ausstellungseröffnung zog zahlreiche prominente Gäste an. Unter ihnen waren der ehemalige Kulturlandesrat Christian Bernhard, Thomas Häusle, Direktor des Kunstraums Dornbirn, und viele mehr. Auch bekannte Künstler wie Gerold Tagwerker und Amrei Wittwer ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, die beeindruckende Installation zu bewundern.
Die aktuelle Ausstellung ist bis zum 14. September 2025 täglich im ORF-Landesfunkhaus Vorarlberg zu besichtigen. Ende September 2025 wird die nächste „Kunst im Funkhaus“-Vernissage stattfinden, bei der Stefan Kainbacher sein neuestes Werk präsentieren wird. Diese kontinuierliche Förderung der Kunstszene zeigt, wie wichtig es ist, kulturelle Räume zu schaffen und zu erhalten, in denen Künstler ihre Visionen zum Leben erwecken können.
Ähnliche Kunstinitiativen sind in ganz Österreich zu finden, doch das ORF-Landesfunkhaus Vorarlberg hebt sich durch seine innovative Nutzung der Räumlichkeiten ab. Während in Wien große Museen wie das Belvedere oder das Mumok mit internationalen Ausstellungen glänzen, bietet das Funkhaus in Dornbirn lokalen Künstlern eine Plattform, um ihre Arbeiten einem breiten Publikum zu präsentieren.
Die Ausstellung von Liddy Scheffknecht hat auch einen direkten Einfluss auf die lokale Bevölkerung. Sie lädt ein, über die eigene Mediennutzung und die Veränderungen im Alltag nachzudenken. „Es ist erstaunlich, wie sehr sich unsere Wohnzimmer verändert haben, ohne dass wir es wirklich bemerkt haben“, sagt ein Besucher der Ausstellung. Solche Kunstwerke regen nicht nur zum Nachdenken an, sondern fördern auch den kulturellen Austausch und das Verständnis für die Rolle der Kunst in der Gesellschaft.
Experten sehen in Scheffknechts Arbeit eine kritische Auseinandersetzung mit der medialen Transformation unserer Gesellschaft. „Die Installation ist ein brillantes Beispiel dafür, wie Kunst gesellschaftliche Veränderungen reflektieren und kommentieren kann“, so Dr. Hans Müller, Kunsthistoriker an der Universität Innsbruck.
Die Vernissage von „Living Room (Closing)“ im ORF-Landesfunkhaus Vorarlberg ist mehr als nur eine Ausstellung – sie ist ein kulturelles Ereignis, das zum Nachdenken anregt und die Bedeutung von Kunst im Alltag unterstreicht. Während die Besucher durch die Ausstellung schlendern, eröffnet sich ihnen ein neuer Blick auf das, was einst als das Herzstück des Familienlebens galt: das Wohnzimmer. Die Kunst von Liddy Scheffknecht zeigt, dass selbst alltägliche Räume eine tiefere Bedeutung haben können, wenn wir bereit sind, genauer hinzusehen.