Am 28. Januar 2026 ist das Haus der Wiener Wirtschaft der Schauplatz eines einzigartigen Events, das die Zukunft der Lehrlingsausbildung in Österreich nachhaltig beeinflussen könnte. Das dritte Lehrlings-Speed-Dating der Wirtschaftskammer Wien bringt 190 Wiener Lehrbetriebe mit 1200 Schülerinnen und
Am 28. Januar 2026 ist das Haus der Wiener Wirtschaft der Schauplatz eines einzigartigen Events, das die Zukunft der Lehrlingsausbildung in Österreich nachhaltig beeinflussen könnte. Das dritte Lehrlings-Speed-Dating der Wirtschaftskammer Wien bringt 190 Wiener Lehrbetriebe mit 1200 Schülerinnen und Schülern zusammen, die ihre Schulpflicht bald beenden und sich für eine Lehre interessieren. Diese Veranstaltung, die über vier Tage hinweg stattfindet, ist nicht nur ein bedeutender Schritt zur Bekämpfung des Fachkräftemangels, sondern auch ein innovativer Ansatz zur Vernetzung von Unternehmen und Nachwuchstalenten.
Das Lehrlings-Speed-Dating bietet eine Plattform für direkte Gespräche zwischen Unternehmen und potenziellen Lehrlingen. Jeder Tag ist einem bestimmten Branchenfokus gewidmet: Tourismus, Gesundheit, Schönheit und Soziales am Montag, gefolgt von Elektro, Bau und Holz am Dienstag, Handel, Logistik, Büro und IT am Mittwoch und schließlich Metall, Handwerk und Natur am Donnerstag. Diese Struktur ermöglicht es den Jugendlichen, gezielt mit Unternehmen in Kontakt zu treten, die ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechen.
Die Lehrlingsausbildung hat in Österreich eine lange Tradition und ist ein wesentlicher Bestandteil des dualen Ausbildungssystems. Dieses System kombiniert praktische Ausbildung im Betrieb mit theoretischem Unterricht in der Berufsschule. Historisch gesehen hat sich die Lehrlingsausbildung als effektives Mittel erwiesen, um den Fachkräftebedarf zu decken und Jugendlichen eine solide berufliche Grundlage zu bieten. In den letzten Jahren hat sich jedoch gezeigt, dass der traditionelle Weg nicht mehr ausreicht, um den steigenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, wo ähnliche duale Ausbildungssysteme existieren, hat Österreich in den letzten Jahren verstärkt auf innovative Formate wie das Lehrlings-Speed-Dating gesetzt. Während in Deutschland der Fokus oft auf der klassischen Ausbildung liegt, experimentiert Österreich mit neuen Ansätzen, um den Übergang von der Schule in den Beruf zu erleichtern. In der Schweiz hingegen wird das System durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen gestärkt, was als Vorbild für die österreichische Entwicklung dienen könnte.
Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet das Lehrlings-Speed-Dating eine wertvolle Gelegenheit, ihre berufliche Zukunft aktiv mitzugestalten. Durch den direkten Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern können sie nicht nur ihre Chancen auf eine Lehrstelle erhöhen, sondern auch wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Bewerbungsgesprächen sammeln. Für die Unternehmen bietet das Event die Möglichkeit, gezielt Nachwuchskräfte zu rekrutieren und ihre Position im Wettbewerb um die besten Talente zu stärken. Ein Beispiel hierfür ist die steigende Anzahl von Lehrlingen in der Kälteanlagentechnik, die um 11,4 Prozent auf 117 Lehrlinge gestiegen ist.
Derzeit gibt es in Wien 14.431 Lehrlinge, wobei die Sparte Gewerbe und Handwerk den größten Anteil stellt. Besonders in der Kälteanlagentechnik, Karosseriebautechnik, Mechatronik und Metalltechnik sind die Zahlen gestiegen. Diese Zuwächse sind ein Indikator dafür, dass die Bemühungen zur Förderung der Lehrlingsausbildung Früchte tragen. Auch in kleineren Branchen wie der Orthopädietechnik und der Schädlingsbekämpfung sind deutliche Zuwächse zu verzeichnen.
Davor Sertic, Bildungsreferent der Wirtschaftskammer Wien, betont die Bedeutung des Lehrlings-Speed-Datings als Schlüssel zur Bekämpfung des Fachkräftemangels. Er sieht in der Veranstaltung eine Chance, die Lehrbetriebe zu vernetzen und zu unterstützen, um die Zukunft der österreichischen Wirtschaft zu sichern.
Die Zukunft der Lehrlingsausbildung in Österreich wird maßgeblich von der Fähigkeit abhängen, innovative Formate wie das Lehrlings-Speed-Dating weiterzuentwickeln und zu etablieren. Angesichts des demografischen Wandels und der fortschreitenden Digitalisierung ist es unerlässlich, dass die Ausbildungssysteme flexibel und anpassungsfähig bleiben. Die Wirtschaftskammer Wien plant, das Format weiter auszubauen und auch auf andere Bundesländer auszuweiten, um den Fachkräftemangel österreichweit zu adressieren.
Das Lehrlings-Speed-Dating in Wien ist ein vielversprechender Ansatz, um den Herausforderungen des Fachkräftemangels zu begegnen und die Lehrlingsausbildung in Österreich zukunftsfähig zu machen. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Format Schule macht und auch in anderen Regionen Österreichs sowie in anderen Ländern adaptiert wird. Ein solcher Schritt könnte nicht nur die Attraktivität der Lehrlingsausbildung erhöhen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft nachhaltig stärken.
Interessierte Leserinnen und Leser finden weitere Informationen auf der Website der Wirtschaftskammer Wien.