Der oberösterreichische Faserhersteller Lenzing AG meldet am 19. März 2026 Fortschritte bei der Unternehmenstransformation. Trotz anhaltender Herausforderungen durch internationale Handelskonflikte und schwache Nachfrage konnte das Unternehmen sein operatives Ergebnis verbessern und über 200 Millionen Euro an Kosteneinsparungen realisieren.
Der oberösterreichische Faserhersteller Lenzing AG meldet am 19. März 2026 Fortschritte bei der Unternehmenstransformation. Trotz anhaltender Herausforderungen durch internationale Handelskonflikte und schwache Nachfrage konnte das Unternehmen sein operatives Ergebnis verbessern und über 200 Millionen Euro an Kosteneinsparungen realisieren.
Die Lenzing Gruppe verzeichnete 2025 Umsatzerlöse von 2,6 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Rückgang war primär auf reduzierte Faserverkaufsmengen und niedrige Preise für Fasern und Zellstoff zurückzuführen, die zusätzlich durch ungünstige Währungsentwicklungen belastet wurden. Das um Restrukturierungsaufwendungen bereinigte EBITDA stieg um 7,6 Prozent auf 425,6 Millionen Euro.
Im Geschäftsjahr 2025 realisierte Lenzing über 200 Millionen Euro an Kosteneinsparungen (2024: 130 Millionen Euro). Das Unternehmen plant einen Personalabbau von rund 600 Stellen in Österreich; bereits wurden in den letzten Monaten des Jahres 2025 mehr als 200 Beschäftigungsverhältnisse beendet. Die jährlichen Einsparungen durch diese Maßnahmen werden mit rund 45 Millionen Euro beziffert und sollen spätestens Ende 2027 voll wirksam werden. Davon wurden bereits rund 22 Millionen Euro durch Beendigungen von Beschäftigungsverhältnissen umgesetzt.
Lenzing entwickelt gemeinsam mit Kunden und Partnern Produkte entlang der Wertschöpfungskette. Die Mitteilung nennt zudem TÜV-zertifizierte, biologisch abbaubare und kompostierbare Lenzing-Fasern und weist auf ihre Eignung für Hygiene-Anwendungen und nachhaltige Textilien hin.
Zur Stärkung der Kapitalstruktur sicherte sich Lenzing 2025 eine syndizierte Finanzierung über 545 Millionen Euro (Darlehen 355 Millionen Euro / revolvierende Kreditfazilität 190 Millionen Euro). Zusätzlich platzierte das Unternehmen eine neue Hybridanleihe über 500 Millionen Euro und zahlte die Hybridanleihe 2020 zurück. Der Liquiditätsbestand belief sich per 31.12.2025 auf 690,9 Millionen Euro; die Nettofinanzverschuldung sank auf 1,35 Milliarden Euro. Die bereinigte Eigenkapitalquote lag bei 29,6 Prozent.
Die Mitteilung nennt handelspolitische Unsicherheiten und geopolitische Spannungen als Belastungsfaktoren für die globale Entwicklung und verweist auf eingeschränkte Visibilität sowie Druck auf die Preise im Markt für generische Fasern. Für Q1 2026 werden leicht verbesserte Preisentwicklungen sowie Nachfrage im Zellstoff- und Fasergeschäft berichtet.
Die Nennkapazität (Fasern) der Lenzing Gruppe liegt bei 1.110.000 Tonnen. Die Faserverkaufsmengen beliefen sich 2025 auf rund 904.000 Tonnen (2024: rund 960.000 Tonnen).
Im Jahr 2025 gab es mehrere Veränderungen im Vorstand: Walter Bickel schied als Chief Transformation Officer aus; Georg Kasperkovitz übernahm am 1. Juni 2025 die Funktion des COO. Mathias Breuer trat am 1. Januar 2026 die Nachfolge von Nico Reiner als CFO an, und das Mandat von Christian Skilich wurde vorzeitig bis 31. Mai 2029 verlängert. Rohit Aggarwal legte sein Mandat als Vorstandsvorsitzender mit 31. Januar 2026 zurück; seitdem wird das Unternehmen von einem dreiköpfigen Vorstandsteam (Mathias Breuer, Georg Kasperkovitz, Christian Skilich) geführt. Außerdem wurde ein Executive Committee eingerichtet.
Die externen Umsätze verteilten sich 2025 mit 61 Prozent auf Asien, 29 Prozent auf Europa inklusive Türkei, neun Prozent auf Amerika und ein Prozent auf weitere Regionen. Lenzing berichtet von neuer Kundengewinnung für Schlüsselprodukte sowie von Expansion in Nordamerika und Asien.
Die Mitteilung beschreibt, dass Lenzing einen wissenschaftlich fundierten Klimaaktionsplan hat, der eine deutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen (Scope 1, 2 und 3) bis 2030 und ein Netto-Null-Ziel bis 2050 vorsieht. Die Lenzing Gruppe nennt Marken wie TENCEL™, LENZING™ ECOVERO™, VEOCEL™ und REFIBRA™.
Lenzing gibt an, die Transformation des Unternehmens durch das Performance-Programm sowie die Premiumisierungsstrategie weiterzuführen, um das Unternehmen profitabler, resilienter und agiler aufzustellen. Für Q1 2026 berichtet das Unternehmen von leicht verbesserten Preisentwicklungen sowie Nachfrage im Zellstoff- und Fasergeschäft. Der Free Cashflow betrug 173,9 Millionen Euro; der Unlevered Free Cashflow lag bei 279,3 Millionen Euro.
Umsatzerlöse 2025: EUR 2.602,4 Mio. (2024: 2.663,9 Mio.) – EBITDA (berichtigt) 425,6 Mio. – EBITDA (berichtigt in Mitteilung) / berichtetes EBITDA: EUR 413,0 Mio. Ergebnis nach Steuern: -135,2 Mio. CAPEX 2025: EUR 141,1 Mio. Mitarbeiter:innen (Vollzeitäquivalente): 7.738.