Am 14. Dezember 2025, einem kalten Sonntag in Wien, versammelten sich hunderte Menschen auf dem Heldenplatz, um an der Mahnwache „Für Jenni“ teilzunehmen. Jennifer Scharinger, die vor acht Jahren aus ihrer Wohnung in Wien verschwand, wurde Opfer eines Femizids. Ihr damaliger Freund, von Beginn an ve
Am 14. Dezember 2025, einem kalten Sonntag in Wien, versammelten sich hunderte Menschen auf dem Heldenplatz, um an der Mahnwache „Für Jenni“ teilzunehmen. Jennifer Scharinger, die vor acht Jahren aus ihrer Wohnung in Wien verschwand, wurde Opfer eines Femizids. Ihr damaliger Freund, von Beginn an verdächtigt, gestand kürzlich die Tat. Diese Mahnwache ist nicht nur ein Gedenken an Jennifer, sondern auch an alle Frauen in Österreich, die durch häusliche Gewalt ihr Leben verloren haben.
Jennifer Scharingers Verschwinden vor acht Jahren erschütterte die österreichische Öffentlichkeit. Damals war der Fall in den Medien präsent, und die Suche nach ihr verlief lange Zeit ergebnislos. Nun, mit dem Geständnis ihres Mörders, kann die Familie endlich trauern. Die Mahnwache auf dem Heldenplatz wird von emotionalen Reden und Musik begleitet, ein Lichtermeer erhellt die Dunkelheit und symbolisiert Hoffnung und Zusammenhalt.
Der Begriff Femizid beschreibt die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts. In Österreich ist dies ein ernstzunehmendes Problem, das in den letzten Jahren vermehrt Aufmerksamkeit erhielt. Laut Statistiken des Innenministeriums wurden im Jahr 2024 insgesamt 31 Frauen Opfer eines Femizids. Diese Zahl verdeutlicht die Dringlichkeit, mit der das Thema behandelt werden muss.
Historisch gesehen war Gewalt gegen Frauen lange Zeit ein Tabuthema. Erst in den 1970er Jahren begannen Frauenbewegungen, das Thema öffentlich zu machen. In Österreich wurde 1978 das erste Frauenhaus eröffnet, initiiert von Aktivistinnen wie Rosa Logar. Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass Länder wie Deutschland und die Schweiz ähnliche Herausforderungen haben, jedoch mit unterschiedlichen Ansätzen auf das Problem reagieren. Während in Deutschland der Begriff Femizid mittlerweile in offiziellen Statistiken verwendet wird, ist die Schweiz noch in der Diskussion über die Einführung spezifischer Maßnahmen.
Femizide haben weitreichende Auswirkungen auf die Gesellschaft. Familien werden zerstört, Kinder verlieren ihre Mütter, und das Sicherheitsgefühl vieler Frauen wird beeinträchtigt. Ein Beispiel ist der Fall von Maria, die nach dem Tod ihrer Schwester durch ihren Partner in ständiger Angst lebt. Solche Tragödien hinterlassen tiefe emotionale Narben bei den Hinterbliebenen und verstärken das Gefühl von Unsicherheit und Ungerechtigkeit.
Statistiken zeigen, dass in Österreich jährlich etwa 30 bis 40 Frauen durch häusliche Gewalt sterben. Diese Zahlen sind alarmierend und erfordern dringende Maßnahmen. Der österreichische Frauenring fordert deshalb verstärkte Präventionsmaßnahmen und eine bessere Unterstützung für betroffene Frauen. Zudem wird eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung gefordert, um die gesellschaftliche Akzeptanz von Gewalt gegen Frauen zu reduzieren.
Um die Anzahl der Femizide zu reduzieren, sind umfassende Maßnahmen notwendig. Dazu gehören nicht nur gesetzliche Anpassungen, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen. Präventionsprogramme in Schulen und die Förderung von Gleichberechtigung sind entscheidende Schritte. Experten sind sich einig, dass es einer breiten gesellschaftlichen Bewegung bedarf, um das Problem nachhaltig zu lösen.
Die Mahnwache „Für Jenni“ ist ein starkes Zeichen gegen Femizide und für die Solidarität mit den Opfern und ihren Familien. Sie zeigt, dass die Gesellschaft nicht länger schweigen wird. Die Teilnehmer der Mahnwache fordern Gerechtigkeit und ein Ende der Gewalt. Dies ist ein Appell an die Politik und die Gesellschaft, aktiv zu werden und die notwendigen Veränderungen herbeizuführen.
Für weitere Informationen zur Thematik und zu Hilfsangeboten für Betroffene besuchen Sie bitte die Webseite des österreichischen Frauenrings.