Am 14. Januar 2026 hat Bernd Hinteregger, der Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands Österreich (SWV), eine klare Botschaft an die neue Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Martha Schultz, gesendet. Er betonte die Dringlichkeit eines raschen Reformprozesses, um zentral
Am 14. Januar 2026 hat Bernd Hinteregger, der Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands Österreich (SWV), eine klare Botschaft an die neue Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Martha Schultz, gesendet. Er betonte die Dringlichkeit eines raschen Reformprozesses, um zentrale Themen für Österreichs Unternehmer:innen anzugehen. Diese Veränderung ist besonders relevant, da Schultz als erste Frau in der Geschichte der WKÖ die Präsidentschaft übernommen hat.
Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat eine lange Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich gegründet, um die Interessen der Kaufleute und Handwerker zu vertreten, hat sich die Organisation im Laufe der Jahrzehnte zu einem zentralen Akteur in der österreichischen Wirtschaftspolitik entwickelt. Die WKÖ hat in der Vergangenheit viele Reformen durchlaufen, um sich an die sich ändernden wirtschaftlichen Realitäten anzupassen. Mit der Wahl von Martha Schultz als Präsidentin steht die Kammer nun vor einer weiteren potenziell historischen Transformation.
Die WKÖ spielt eine entscheidende Rolle in der Unterstützung von Ein-Personen-Unternehmen (EPU) und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft bilden. Diese Unternehmen sind oft auf die Dienstleistungen und die politische Interessenvertretung der WKÖ angewiesen. Der von Hinteregger vorgestellte 10-Punkte-Plan zielt darauf ab, die Effizienz und Transparenz innerhalb der WKÖ zu erhöhen und damit die Unterstützung für diese Unternehmen zu verbessern.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hat Österreichs Wirtschaftskammer eine einzigartige Struktur. Während in Deutschland die Industrie- und Handelskammern (IHKs) regional organisiert sind, ist die WKÖ zentral organisiert, was sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt. In der Schweiz sind die Handelskammern weitgehend unabhängig und regional stark verankert. Diese Unterschiede in der Organisation und Struktur führen zu unterschiedlichen Herausforderungen und Chancen in der Interessenvertretung der Unternehmen.
Die vorgeschlagenen Reformen haben das Potenzial, die tägliche Arbeit von Unternehmer:innen in Österreich erheblich zu erleichtern. Eine spürbare Entlastung für EPU und KMU kann durch reduzierte Bürokratie und verbesserte Serviceleistungen erreicht werden. Ein konkretes Beispiel ist die Einführung eines Härtefallfonds für erkrankte Selbstständige, der finanzielle Sicherheit in schwierigen Zeiten bietet. Diese Maßnahmen könnten nicht nur die wirtschaftliche Stabilität verbessern, sondern auch das Vertrauen in die WKÖ stärken.
Laut aktuellen Statistiken sind in Österreich über 300.000 Unternehmen bei der WKÖ registriert. Diese Unternehmen generieren zusammen einen erheblichen Teil des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Landes. Die WKÖ ist somit nicht nur ein wichtiger wirtschaftlicher, sondern auch ein politischer Akteur, der maßgeblich zur Gestaltung der Wirtschaftspolitik beiträgt.
Die Zukunft der WKÖ unter der Führung von Martha Schultz könnte von tiefgreifenden Veränderungen geprägt sein. Die Herausforderung besteht darin, die Interessen der verschiedenen Fraktionen innerhalb der Kammer zu vereinen und gleichzeitig die Bedürfnisse der Unternehmer:innen zu berücksichtigen. Der Reformprozess könnte dazu führen, dass die WKÖ effizienter und anpassungsfähiger wird, was in einer sich schnell verändernden globalen Wirtschaft von entscheidender Bedeutung ist.
Die Ernennung von Martha Schultz zur Präsidentin der WKÖ markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der Organisation. Die von Bernd Hinteregger geforderten Reformen könnten die WKÖ in eine neue Ära führen, in der sie besser auf die Bedürfnisse der österreichischen Wirtschaft eingehen kann. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob Schultz in der Lage ist, den Reformprozess erfolgreich zu gestalten. Unternehmer:innen und Bürger:innen sind aufgerufen, sich aktiv an diesem Prozess zu beteiligen und ihre Ideen einzubringen. Weitere Informationen zur SWV-Kampagne „Meine beste Idee“ finden Sie unter https://meine-beste-idee.at/.