Am 6. November 2025 fand in der Christoph-Leitl-Lounge der Wirtschaftskammer Österreich ein denkwürdiges Ereignis statt: Die Verleihung des Meritus 2025, einer der bedeutendsten Auszeichnungen für LGBTIQ+-Inklusion in der österreichischen Wirtschafts- und Arbeitswelt. Diese Gala, organisiert von Pri
Am 6. November 2025 fand in der Christoph-Leitl-Lounge der Wirtschaftskammer Österreich ein denkwürdiges Ereignis statt: Die Verleihung des Meritus 2025, einer der bedeutendsten Auszeichnungen für LGBTIQ+-Inklusion in der österreichischen Wirtschafts- und Arbeitswelt. Diese Gala, organisiert von Pride Biz Austria, stand ganz im Zeichen von Vielfalt, Mut und gelebter Verantwortung. Unter den rund 100 geladenen Gästen befanden sich prominente Persönlichkeiten wie Renate Anderl, Präsidentin der Arbeiterkammer Wien, und Bettina Dorfer-Pauschenwein, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich.
Seit seiner Einführung im Jahr 2009 hat sich der Meritus zu einem wichtigen Symbol der Anerkennung für Unternehmen und Organisationen entwickelt, die sich um Diversität und Inklusion verdient gemacht haben. Diese Auszeichnung wird alle zwei Jahre von Pride Biz Austria vergeben und hat das Ziel, Best Practices sichtbar zu machen und die Arbeitswelt zu mehr Offenheit, Fairness und Chancengleichheit zu inspirieren.
In den letzten Jahren hat sich das Bewusstsein für die Bedeutung von LGBTIQ+-Inklusion in der Arbeitswelt stark verändert. Während früher oft nur wenige Unternehmen entsprechende Maßnahmen ergriffen, ist Diversität heute ein zentrales Thema in vielen Organisationen. Der Meritus hat dazu beigetragen, diese Entwicklung zu fördern, indem er Unternehmen auszeichnet, die in diesem Bereich vorbildlich agieren.
Im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland und der Schweiz hat Österreich in den letzten Jahren große Fortschritte im Bereich der LGBTIQ+-Inklusion gemacht. Während in Deutschland und der Schweiz bereits seit den 1990er Jahren Initiativen zur Förderung von Diversität bestehen, hat Österreich in den letzten zwei Jahrzehnten kräftig aufgeholt. Der Meritus spielt dabei eine entscheidende Rolle, indem er positive Beispiele hervorhebt und zur Nachahmung anregt.
Zu den diesjährigen Preisträgern gehört IKEA, das für seine umfassenden Trans-Inklusions-Richtlinien und seine Zusammenarbeit mit Expert:innen gelobt wurde. Diese Maßnahmen zeigen, dass Diversität bei IKEA nicht nur ein Trend, sondern ein fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie ist. Auch die ÖBB wurden für ihre kontinuierlichen Bemühungen um Diversität ausgezeichnet. Mit einem 11-köpfigen LösungsCenter für Diversity & Inclusion und dem internen Netzwerk „QBB – Queere Bundesbahnen“ setzen die ÖBB ein starkes Zeichen für Toleranz und Respekt.
Im öffentlichen Sektor wurden das AMS Österreich und das Kuratorium für Psychosoziale Dienste der Stadt Wien geehrt. Beide Organisationen haben durch innovative Ansätze und klare Haltungen gezeigt, dass Inklusion auch im öffentlichen Dienst erfolgreich umgesetzt werden kann. Besonders das AMS beeindruckte mit seiner IT-Umstellung zur geschlechtergerechten Erfassung und den verpflichtenden Diversity-Modulen für alle Mitarbeiter:innen.
Der Pride Biz Sonderpreis ging an QWIEN, das erste queere Museum Österreichs. Dieses Projekt trägt wesentlich zur Sichtbarkeit und Teilhabe queerer Menschen bei und setzt ein starkes Zeichen für historische Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. In einer Zeit politischer Polarisierung ist es wichtiger denn je, solche Initiativen zu unterstützen und weiter auszubauen.
Die Zukunft der LGBTIQ+-Inklusion in Österreich sieht vielversprechend aus. Immer mehr Unternehmen und Organisationen erkennen die Vorteile einer vielfältigen und inklusiven Arbeitsumgebung. Studien zeigen, dass Diversität nicht nur das Arbeitsklima verbessert, sondern auch die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen steigert.
Es bleibt zu hoffen, dass der Meritus auch in den kommenden Jahren dazu beiträgt, die Bedeutung von Diversität und Inklusion weiter ins Bewusstsein der österreichischen Gesellschaft zu rücken. Die Preisträger 2025 haben gezeigt, dass es möglich ist, durch Engagement und klare Strategien eine inklusive Zukunft zu gestalten.
Abschließend bleibt die Frage: Wie können wir alle dazu beitragen, dass Inklusion und Diversität in Österreich weiter wachsen und gedeihen? Die Antwort liegt in der Bereitschaft, voneinander zu lernen und gemeinsam an einer offenen und fairen Gesellschaft zu arbeiten.