Der Grazer Stefaniensaal verwandelte sich am Mittwochabend in eine Bühne für musikalische Vorfreude: Intendant Michael Nemeth stellte das ambitionierte Programm der Saison 2026/27 des Musikvereins Graz vor.
Der Grazer Stefaniensaal verwandelte sich am Mittwochabend in eine Bühne für musikalische Vorfreude: Intendant Michael Nemeth stellte das Programm der Saison 2026/27 des Musikvereins Graz vor. Sänger des Opernstudios der Wiener Staatsoper begleiteten den Abend, im Anschluss spielte das Günther Brück Latin Jazz Quartett im Foyer.
In den Konzerten des Orchesterzyklus wird das Thema der Verbindung von Musik und Natur auf vielfältige Weise beleuchtet. Mahlers 3. Symphonie, Dvořáks Ouvertüre „In der Natur“ und seine Fünfte, Fazil Says Klavierkonzert „Mother Earth“ sowie Schumanns „Frühlingssymphonie“ werden als Beispiele genannt.
Im Beethovenjahr 2027 erklingen im Musikverein Graz zyklusübergreifend bekannte und weniger bekannte Werke Beethovens. Dem gegenüber steht ein Schwerpunkt auf Wolfgang Amadeus Mozart, unter anderem mit einem Mozart-Fest, einem Kammerkonzert des Ensembles Colloredo und einem Überraschungskonzert der Philharmonix. Geplante Beethoven-Konzerte nennen das Bruckner Orchester Linz, das Janoska Ensemble, Rudolf Buchbinder und das Quatuor Ébène.
Repertoirevielfalt, Nachwuchsförderung und Innovation gehören zum künstlerischen Selbstverständnis des Musikvereins. In der Saison 2026/27 werden Uraufführungen und Entdeckungen, auch von Komponistinnen, genannt. Gefeiert wird zudem das zehnjährige Bestehen des Landesjugendsinfonieorchesters Steiermark.
Placido Domingo und María José Siri mit Zarzuela-Musik und Verdi-Arien, Rudolf Buchbinder mit Beethoven-Klaviersonaten oder das Landesjugendsinfonieorchester Steiermark mit Smetanas „Moldau“ sind als Festkonzerte angekündigt.
Zu Gast sind das Estonian National Symphony Orchestra unter Olari Elts mit Dvořáks 9. Symphonie, das Bruckner Orchester Linz unter Francois Leleux mit Beethovens Violinkonzert und der „Eroica“, das ORF RSO Wien unter Markus Poschner mit Strawinskys „Sacre“, das Danish Chamber Orchestra unter Adam Fischer mit Mozarts Fagottkonzert und der „Jupitersymphonie“ sowie die Brünner Philharmoniker unter Dennis Russell Davies mit Pianist Fazil Say. Konzerte der Grazer Philharmoniker umfassen unter anderem Griegs Klavierkonzert mit Rudolf Buchbinder, Beethovens 5. Klavierkonzert unter Emmanuel Tjeknavorian, Mozarts Klarinettenkonzert mit Daniel Ottensamer, Mahlers 3. Symphonie unter Vassilis Christopoulos und ein Programm mit Schumann und R. Strauss mit Oboisten Albrecht Mayer.
In den Philharmonischen Soiréen geben die Grazer Philharmoniker ab 18 Uhr einstündige, moderierte Konzerte im Kammermusiksaal. Danach gibt es eine Jazz Lounge mit Studierenden der Grazer Kunstuniversität im Foyer. Vassilis Christopoulos leitet ein Konzert mit Dvořáks „Streicherserenade“, Rising Star Katharina Morin leitet Musik von Mozart und Salieri, und das Duo BartolomeyBittmann gestaltet einen Abend mit Eigenkompositionen.
Zu erleben sind das Colloredo-Ensemble mit Mozart-Serenaden, das Jerusalem Quartet mit Mozart, Bartók und Ravel, das Janoska-Ensemble mit Beethoven, das Trio Orelon mit Schuberts B-Dur-Trio, das Trio Brontë mit Trios von Fauré und Schubert, Boris Brovtsyn, Alexandra Goloubitskaia und István Várdai mit russischen Trios sowie das Quatuor Ébène mit Beethoven. In der Reihe „Hidden Harmonies“ werden unter anderem Quartette von Maddalena Lombardini Sirmen, eine Sonate von Johanna Müller-Hermann sowie ein Klaviertrio von Lera Auerbach vorgestellt.
Geplant sind Konzerte wie „Cuban Christmas“ mit dem Ensemble Sarahbanda, gefolgt von einer Cuban Dance Party mit DJ Timbero im Foyer. Außerdem treten Organistin Anna Lapwood, die Brüder Andreas und Daniel Ottensamer sowie die Philharmonix mit dem Überraschungskonzert „Surprising Mozart“ auf.
Zu Gast sind Klaus Florian Vogt (Schuberts „Winterreise“), Patrizia Nolz (Mahler, R. Strauss), Lisette Oropesa (Rossini bis Verdi), Francesco Meli und Luca Salsi (Verdi) sowie Jonathan Tetelman (Tosti und mehr).
Der Gesangswettbewerb wurde 2024 in Kooperation mit dem Johann Joseph Fux Konservatorium Graz ins Leben gerufen. 54 Sänger aus 23 Nationen präsentierten sich bei der ersten Edition. Vom 25. bis 28. August 2026 findet die zweite Edition des Wettbewerbes statt. Bewerben können sich über die Webseite des Musikvereines bis 10. Juni 2026 Sänger, die nach dem 1. Jänner 1998 und vor dem 31. Dezember 2006 geboren sind.
Für Kinder ab fünf Jahren präsentiert Marko Simsa im Oktober 2026 ein Mozart-Programm, Theresa Winkler lädt im Februar 2027 zu „Anpfiff“, einem interaktiven Fußballkonzert, und das Posaunenquartett „Trombone Attraction“ ist im April 2027 mit einem Programm zum Thema Weltraum angekündigt.
Für Schulklassen gibt es Workshops zu Musikvereins-Konzerten, Probenbesuche, Hausführungen sowie einstündige Vormittagskonzerte. Angeboten werden moderierte Programme: Mozart mit Marko Simsa, ein Fußball-Mitmachkonzert für die erste bis fünfte Schulstufe, „Trombone Attraction“ zum Thema Weltraum für die dritte bis siebte Schulstufe, das LJSO Steiermark mit Smetanas „Moldau“ für die fünfte bis achte Schulstufe sowie „Cuban Christmas“ und „Rocking Ludwig“ mit dem Bruckner Orchester Linz für die achte bis zwölfte Schulstufe.
Öffentliche Proben der Grazer Philharmoniker (Probe:Hören) und Führungen durch das Haus werden angeboten. Beim „Musikalischen Aperitif“ und in den Jazz Lounges der Reihe „Klassik um 6“ sind junge Talente zu erleben. Vor ausgewählten Konzerten werden 15-minütige Einführungen mit Experten oder mit den ausführenden Künstlern angeboten.
In der 211. Saison 2024/25 erlebten rund 31.000 Besucher insgesamt 48 Konzerte. Der Musikverein zählt rund 2.100 Mitglieder und verkauft jährlich 2.300 Abonnements. Informationen und Tickets auf musikverein-graz.at
Tickets für die Programm-Highlights des Musikvereins Graz sind auch über das Klassik-Portal von Eventim Austria auf klassikticket.at erhältlich.