Der Duft von Schokolade liegt in der Luft und die Vorfreude auf Weihnachten steigt. Doch wie nachhaltig ist der Genuss aus dem Adventkalender wirklich? Am 20. November 2025 stellten die Menschenrechtsorganisation Südwind und GLOBAL 2000 einen umfassenden Nachhaltigkeitscheck für 12 Schoko-Adventkale
Der Duft von Schokolade liegt in der Luft und die Vorfreude auf Weihnachten steigt. Doch wie nachhaltig ist der Genuss aus dem Adventkalender wirklich? Am 20. November 2025 stellten die Menschenrechtsorganisation Südwind und GLOBAL 2000 einen umfassenden Nachhaltigkeitscheck für 12 Schoko-Adventkalender vor, die bis Anfang November im österreichischen Handel erhältlich waren. Dieser Check bietet Konsumenten eine wertvolle Orientierungshilfe, um umweltfreundlichere Entscheidungen zu treffen.
Der Begriff 'Nachhaltigkeit' beschreibt die Fähigkeit, Ressourcen so zu nutzen, dass sie auch zukünftigen Generationen zur Verfügung stehen. Im Kontext von Schokolade bedeutet dies, dass der Anbau von Kakao, die Produktion und der Vertrieb unter Berücksichtigung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Aspekte erfolgen. Die Schoko-Adventkalender wurden auf ihre Nachhaltigkeit hin untersucht, indem sie auf soziale und ökologische Gütesiegel sowie die Unternehmenspraktiken gemäß der Chocolate Scorecard evaluiert wurden.
Die Nachhaltigkeitsbewegung hat ihre Wurzeln in den 1970er Jahren, als das Bewusstsein für Umweltprobleme und soziale Ungerechtigkeiten wuchs. Seitdem haben zahlreiche internationale Abkommen und Initiativen versucht, nachhaltige Praktiken in verschiedenen Sektoren zu fördern. In der Lebensmittelindustrie, insbesondere im Kakaoanbau, sind diese Bemühungen besonders wichtig, da die Produktion oft mit erheblichen sozialen und ökologischen Herausforderungen verbunden ist.
Österreich ist nicht das einzige Land, das sich mit der Nachhaltigkeit von Schokolade auseinandersetzt. In Deutschland und der Schweiz gibt es ähnliche Initiativen, die sich für faire Arbeitsbedingungen und umweltfreundliche Anbaupraktiken einsetzen. Während Deutschland auf strenge Kontrollen und Zertifizierungen setzt, ist die Schweiz bekannt für ihre hochwertigen Schokoladenprodukte, die oft mit Fairtrade- und Bio-Siegeln ausgezeichnet sind.
Für Konsumenten bedeutet der Nachhaltigkeitscheck eine Möglichkeit, bewusster zu konsumieren. Beispielsweise können sie sich für Adventkalender entscheiden, die FAIRTRADE-zertifiziert sind oder von Unternehmen stammen, die in der Chocolate Scorecard gut abschneiden. Dies unterstützt nicht nur nachhaltige Praktiken, sondern setzt auch ein Zeichen gegen Kinderarbeit und Umweltverschmutzung.
Ein konkretes Beispiel ist der Labooko Adventkalender von Zotter, der höchste soziale und ökologische Kriterien erfüllt. Solche Produkte bieten nicht nur Genuss, sondern auch die Gewissheit, einen positiven Beitrag zu leisten.
Die Chocolate Scorecard, die als Bewertungsgrundlage diente, umfasst über 80 Fragen in sieben Bereichen, darunter Transparenz, existenzsichernde Einkommen und Pestizideinsatz. Die Ergebnisse zeigen, dass viele große Marken wie Ferrero, Milka und Nestlé in puncto Nachhaltigkeit noch Nachholbedarf haben. Im Gegensatz dazu schneiden kleinere Hersteller wie Zotter und EZA deutlich besser ab.
Die Zukunft der Schokoladenindustrie könnte in der verstärkten Umsetzung von Lieferkettengesetzen liegen, die Transparenz und faire Arbeitsbedingungen sicherstellen. Österreich könnte hier eine Vorreiterrolle einnehmen, indem es strenge gesetzliche Rahmenbedingungen schafft, die nicht nur die Umwelt, sondern auch die sozialen Bedingungen in den Anbauländern verbessern.
Die Förderung von Agroforstsystemen könnte ebenfalls ein Schritt in die richtige Richtung sein. Diese Systeme kombinieren den Anbau von Kakao mit anderen Pflanzen, was nicht nur die Biodiversität fördert, sondern auch die Bodengesundheit verbessert.
Der Nachhaltigkeitscheck der Schoko-Adventkalender zeigt, dass bewusster Konsum möglich ist, aber auch die Politik gefragt ist, um verbindliche Standards zu setzen. Konsumenten können durch ihre Kaufentscheidungen einen Unterschied machen, während die Politik Rahmenbedingungen schaffen muss, die nachhaltige Praktiken zur Norm machen.
Für weiterführende Informationen können Interessierte die vollständige Studie von GLOBAL 2000 einsehen oder sich an lokale Initiativen wenden, die sich für nachhaltigen Konsum einsetzen.