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Nationalpark Thayatal als Ramsar-Gebiet ausgezeichnet - Österreichs Naturjuwel glänzt international

20. März 2026 um 11:21
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Eine historische Auszeichnung für Österreichs kleinsten Nationalpark: Der Nationalpark Thayatal erhält die Anerkennung als Ramsar-Gebiet von internationaler Bedeutung.

Auf Beschluss des Sekretariats der Feuchtgebietskonvention wurde der Nationalpark Thayatal nun offiziell als Ramsar-Gebiet von internationaler Bedeutung anerkannt. Mit der Aufnahme in das weltweite Netzwerk besonders schützenswerter Feuchtgebiete wird die hohe ökologische Qualität der Flusslandschaft entlang der Thaya nun international gewürdigt.

Was bedeutet die Ramsar-Konvention für den Naturschutz?

Die Ramsar-Konvention, ein internationales Abkommen zum Schutz von Feuchtgebieten, wurde 1971 in der Stadt Ramsar im Iran beschlossen und seither von 172 Staaten unterzeichnet. Sie verfolgt das Ziel, ökologisch besonders bedeutende Feuchtlebensräume zu erhalten. In Österreich besitzen Ramsar Gebiete keinen unmittelbaren rechtlichen Status, die meisten Ramsar-Gebiete sind aber als gesetzlich verordnete Schutzgebiete ausgewiesen. Die Auszeichnung als Ramsar Gebiet ist somit als herausragendes Gütesiegel zu sehen.

Der Nationalpark Thayatal - Ein Biodiversitäts-Hotspot im Herzen Europas

Der Nationalpark schützt seit dem Jahr 2000 die naturnahe, unregulierte Flusslandschaft entlang der Thaya. Der Fluss hat hier ein tief eingeschnittenes Tal geformt, in dem ein eng verzahntes Mosaik unterschiedlicher Lebensräume entstanden ist – von dynamischen Uferzonen und Auwäldern entlang der Thaya mit kleineren Bruchwäldern und einem kleinen Stillgewässer, über Hang- und Schluchtwälder bis hin zu Trockenrasen und felsigen Standorten an den Talhängen. Diese außergewöhnliche Vielfalt macht das Gebiet zu einem Hotspot der Biodiversität.

Beeindruckende Artenzahlen sprechen für sich

Auf einer Fläche von 13,6 km² beherbergt das Gebiet nach Angaben des Nationalparks hohe Anteile der heimischen Arten: 57% aller Säugetierarten Österreichs, 52% der Amphibienarten, 50% der Reptilienarten, 54% der Schmetterlingsarten, 35% der Brutvogelfauna und 29% der Pflanzenarten. Seltene und bedrohte Arten wie Seeadler, Schwarzstorch, Eisvogel oder Edelkrebs haben hier im Thayatal einen geschützten Lebensraum gefunden.

Politische Würdigung der Auszeichnung

„Die Anerkennung des Nationalparks Thayatal als neues Ramsar-Gebiet setzt ein weiteres starkes Zeichen für den Schutz wertvoller Lebensräume in Österreich. Sie betont unsere Verantwortung, diese einzigartigen Ökosysteme für künftige Generationen zu bewahren. Insgesamt sind damit bereits 26 bedeutende Naturlandschaften in Österreich als Ramsar-Gebiete ausgewiesen, darunter vier Nationalparks, zahlreiche Moore sowie ökologisch hochwertige Flusslandschaften.“ so Bundesminister Norbert Totschnig in einer Presseerklärung anlässlich des Internationalen Tag des Wassers.

Konkrete Auswirkungen für Region

Für Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf ist die Auszeichnung auch eine Bestätigung langjähriger Schutzbemühungen: „Der Nationalpark Thayatal ist ein Juwel der heimischen Natur. Die Ramsar-Auszeichnung bestätigt einmal mehr die hohe Qualität der Schutzgebiete in Niederösterreich. Im Fall des Nationalparks Thayatal ist dies auch mit einer erfolgreichen Regionalentwicklung verbunden. 100.000 Gäste besuchen jährlich den Nationalpark, die Zahl der Nächtigungen in der kleinen Stadtgemeinde Hardegg hat bereits die 10.000er Marke überschritten. Naturerfahrung und Bildungsmöglichkeiten tragen so zu einer regionalen Wertschöpfung bei!“

Grenzüberschreitender Charakter

Der Nationalpark Thayatal wurde unter dem offiziellen Namen „Transboundary Ramsar Site Podyjí-Thayatal National Park, Part Austria“ in die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung aufgenommen. Die Bezeichnung unterstreicht den grenzüberschreitenden Charakter des Schutzgebiets entlang der Thaya. Auch der benachbarte tschechische Nationalpark Podyjí arbeitet derzeit an einer entsprechenden Anerkennung als Ramsar-Gebiet, um künftig gemeinsam ein transnationales Ramsar-Schutzgebiet zu bilden.

Renaturierungsmaßnahmen und Zustand der Lebensräume

„Die Aufnahme in die Ramsar-Liste ist für uns eine große Ehre und zugleich ein Auftrag für weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume“, erklärt Nationalpark-Direktor Christian Übl. „In den letzten Jahren wurden von österreichischer und tschechischer Seite zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um die natürliche Entwicklung des grenzüberschreitenden Schutzgebietes weiter zu fördern. Aktuell gelten bereits 80 % der Waldlebensräume als naturnah und 5 % als natürlich. Die Auswirkungen des Schwallbetriebes des Kraftwerks Vranov/Frain auf die Gewässerökologie der Thaya wurden durch die Erhöhung des Mindestdurchflusses und die Kappung der Schwallspitzen wesentlich verbessert. Dadurch hat sich der Bestand der Fischpopulationen in der Thaya seit 2007 von 63 kg/ha auf 119,1 kg/ha fast verdoppelt.“

Verpflichtungen durch die Ernennung

Mit der Ernennung zum Ramsar-Gebiet geht die Verpflichtung einher, die Feuchtlebensräume langfristig zu sichern. Das beinhaltet insbesondere den Erhalt der natürlichen Flussdynamik, den Schutz sensibler Lebensräume sowie die Förderung von Forschung, Umweltbildung und internationaler Zusammenarbeit. Die Auszeichnung stärkt damit die Sichtbarkeit des Nationalparks Thayatal auch im internationalen Kontext und unterstreicht die Bedeutung intakter Feuchtgebiete für Biodiversität, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung.

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