Am 19. Dezember 2025 hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) in Wien neue Regelungen vorgestellt, die das Liquiditätsmanagement von Investmentfonds in Österreich und der gesamten EU revolutionieren könnten. Diese Maßnahmen, die ab dem 16. April 2026 verpflichtend sind, zielen darauf ab, die Widerstandsfäh
Am 19. Dezember 2025 hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) in Wien neue Regelungen vorgestellt, die das Liquiditätsmanagement von Investmentfonds in Österreich und der gesamten EU revolutionieren könnten. Diese Maßnahmen, die ab dem 16. April 2026 verpflichtend sind, zielen darauf ab, die Widerstandsfähigkeit von Fonds in Stresssituationen zu erhöhen und den Anlegerschutz zu stärken. Die neuen Anforderungen resultieren aus der EU-Richtlinie AIFMD II und betreffen alle Asset Manager, die künftig mindestens zwei zusätzliche Liquiditätsmanagement-Instrumente (LMTs) auswählen und kalibrieren müssen.
Die Alternative Investment Fund Managers Directive (AIFMD) wurde ursprünglich eingeführt, um einen einheitlichen regulatorischen Rahmen für Manager von alternativen Investmentfonds in der EU zu schaffen. Die aktuelle Überarbeitung, bekannt als AIFMD II, zielt darauf ab, die bestehenden Vorschriften zu stärken und die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten. Diese Richtlinie wurde als Reaktion auf die Finanzkrise 2008 entwickelt, um Risiken zu minimieren und die Transparenz zu erhöhen. Die neuen Regeln sind Teil eines umfassenden Plans der EU, um die Finanzmärkte sicherer und robuster zu gestalten.
Österreich ist nicht das einzige Land, das von diesen Änderungen betroffen ist. Auch in Deutschland und der Schweiz werden ähnliche Maßnahmen diskutiert. Während Deutschland bereits über ein strenges Regulierungsumfeld verfügt, könnte die AIFMD II die Anforderungen weiter verschärfen. In der Schweiz, die nicht zur EU gehört, könnten ähnliche Regelungen freiwillig übernommen werden, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit ihrer Finanzmärkte zu sichern.
Für Anleger in Österreich bedeutet dies, dass ihre Investitionen künftig noch besser gegen plötzliche Marktschwankungen geschützt sind. Die neuen LMTs, wie Rücknahmebeschränkungen und Anti-Dilution Tools, sollen verhindern, dass Fonds in Krisenzeiten gezwungen sind, Vermögenswerte zu ungünstigen Preisen zu verkaufen. Ein Beispiel für ein solches Instrument ist die Suspendierung, bei der die Rückgabe von Fondsanteilen vorübergehend ausgesetzt wird, um einen Ausverkauf zu verhindern.
Die FMA hat in ihrer Veröffentlichung darauf hingewiesen, dass die neuen Regelungen europaweit einheitlich angewendet werden sollen. Dies bedeutet, dass etwa 10.000 Fonds in der EU betroffen sein könnten. In Österreich sind es rund 1.200 Fonds, die ihre Liquiditätsstrategien anpassen müssen. Diese Maßnahmen sollen nicht nur den Markt stabilisieren, sondern auch das Vertrauen der Anleger stärken.
Die Zukunft des Liquiditätsmanagements in der EU sieht vielversprechend aus. Mit den neuen Regelungen wird erwartet, dass Fondsmanager proaktiver und flexibler auf Marktveränderungen reagieren können. Die FMA betont die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Überprüfung der eingesetzten Instrumente, um sicherzustellen, dass sie den aktuellen Marktbedingungen entsprechen. Diese kontinuierliche Anpassung wird entscheidend sein, um die Stabilität der Finanzmärkte zu gewährleisten.
Die neuen EU-Regeln zum Liquiditätsmanagement bieten eine vielversprechende Perspektive für die Zukunft der Investmentfonds in Österreich und der gesamten EU. Anleger sollten sich jedoch aktiv mit den neuen Instrumenten auseinandersetzen und deren Auswirkungen auf ihre Investitionen verstehen. Für weiterführende Informationen steht die vollständige Ausgabe „Reden wir über Aufsicht: Liquiditätsmanagement für Investmentfonds“ auf der Website der FMA zum Download bereit.