Samariterbund schafft kostenlosen Treffpunkt im Sozialmarkt Böckhgasse für alle Wiener
Der Samariterbund Wien eröffnet eine Plauderecke im Sozialmarkt Böckhgasse als niederschwelligen Treffpunkt gegen Einsamkeit und für sozialen Austausch.
In Wien-Meidling ist ein neuer Ort der Begegnung entstanden: Der Samariterbund Wien hat in seinem Sozialmarkt in der Böckhgasse eine "Plauderecke" eröffnet, die allen Menschen offensteht – unabhängig davon, ob sie dort einkaufsberechtigt sind oder nicht. Das innovative Konzept setzt ein starkes Zeichen gegen die zunehmende Einsamkeit in der Gesellschaft.
Bei kostenlosem Kaffee und kleinen Snacks können Besucher in der neuen Plauderecke miteinander ins Gespräch kommen, neue Kontakte knüpfen oder einfach Zeit in angenehmer Atmosphäre verbringen. "Gerade in herausfordernden Zeiten spüren wir, wie wichtig soziale Nähe und persönliche Gespräche sind", betonte Susanne Drapalik, Präsidentin des Samariterbundes Wien, bei der offiziellen Eröffnung.
Die Sozialmärkte des Samariterbundes haben sich längst zu mehr entwickelt als nur Orte der günstigen Nahversorgung für Menschen mit geringem Einkommen. Sie fungieren als wichtige soziale Treffpunkte in den Stadtteilen. Mit der Plauderecke wird dieses gesellschaftliche Angebot nun gezielt erweitert und professionalisiert.
Auch der Bezirksvorsteher von Meidling, Wilfried Zankl, war bei der Eröffnung anwesend und unterstrich die Bedeutung des Projekts: "Mit der neuen Plauderecke entsteht ein zusätzliches, starkes Angebot: ein Raum, um ins Gespräch zu kommen. Genau das ist entscheidend - denn beim Reden kommen die Leute zusammen!"
Zankl verwies dabei auf seine eigenen Erfahrungen mit Bürgerbeteiligung: "Das erlebe ich auch bei meinen Beislsprechstunden und Beteiligungsformaten immer wieder. Austausch schafft Verständnis." Die politische Unterstützung zeigt, dass das Thema Einsamkeit mittlerweile auch auf kommunaler Ebene als wichtiges gesellschaftliches Problem erkannt wird.
Das Projekt der Plauderecke kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Einsamkeit in der Gesellschaft zu einem immer größeren Problem wird. Studien zeigen, dass sich viele Menschen, besonders ältere Personen und Menschen mit geringem Einkommen, sozial isoliert fühlen. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung noch verstärkt.
"Gemeinschaft bedeutet für uns alle auch, füreinander da zu sein und zuzuhören", so Drapalik weiter. Das niederschwellige Angebot soll Menschen ermutigen, aus ihrer Isolation herauszutreten und wieder soziale Kontakte zu knüpfen.
Die Plauderecke befindet sich im Sozialmarkt Böckhgasse 2-4 in Wien-Meidling und ist zu folgenden Zeiten geöffnet:
Projektleiter Georg Jelenko lud alle Interessierten herzlich ein: "Austausch und Zusammenkommen ist für alle Menschen wichtig! Wir freuen uns über jede und jeden Einzelne:n." Er betonte auch, dass Besucher bei Interesse gerne im Sozialmarkt mithelfen können: "Auch helfen tut gut!"
Das Konzept der Plauderecke könnte Modellcharakter für andere Sozialmärkte haben. Der Samariterbund Wien betreibt mehrere solcher Einrichtungen in der Stadt, die Menschen mit geringem Einkommen günstig mit Lebensmitteln und anderen Produkten des täglichen Bedarfs versorgen.
Die Erweiterung um soziale Angebote zeigt einen wichtigen Trend in der Sozialarbeit: Neben der materiellen Unterstützung gewinnt die emotionale und soziale Betreuung an Bedeutung. Die Plauderecke verbindet beide Aspekte auf innovative Weise.
Mit der neuen Plauderecke setzt der Samariterbund Wien einen weiteren wichtigen Schritt, um soziale Teilhabe zu fördern und Einsamkeit aktiv entgegenzuwirken. Das Angebot richtet sich nicht nur an Bewohner des 12. Bezirks, sondern steht allen Wienern offen.
"Gemeinschaft beginnt oft mit einem einfachen Gespräch", fasst es eine Sprecherin des Samariterbundes zusammen. Diese simple Erkenntnis bildet das Fundament für ein Projekt, das zeigt, wie mit relativ geringem Aufwand große soziale Wirkung erzielt werden kann.
Der Samariterbund finanziert das Angebot durch Spenden und ehrenamtliche Arbeit. Die Nachhaltigkeit des Projekts hängt auch davon ab, wie gut es von der Bevölkerung angenommen wird. Die ersten Tage nach der Eröffnung werden zeigen, ob das Konzept aufgeht.
Für Menschen, die unter Einsamkeit leiden, könnte die Plauderecke zu einem wichtigen Baustein für mehr Lebensqualität werden. Das kostenlose Angebot senkt die Hemmschwelle für soziale Kontakte erheblich und könnte als Sprungbrett für weiterführende soziale Aktivitäten dienen.
Die Eröffnung der Plauderecke zeigt, dass gesellschaftliche Probleme oft lokale Lösungen brauchen. Der Samariterbund Wien geht mit diesem Projekt einen wichtigen Schritt in Richtung einer solidarischeren Stadtgesellschaft.