Am 29. Januar 2026 trat der Landtag von Niederösterreich in St. Pölten unter dem Vorsitz von Präsident Mag. Karl Wilfing zu einer Sitzung zusammen. Diese Sitzung fand zum ersten Mal im Ausweichquartier statt, da das reguläre Gebäude derzeit renoviert wird. Trotz der beengten Platzverhältnisse versic
Am 29. Januar 2026 trat der Landtag von Niederösterreich in St. Pölten unter dem Vorsitz von Präsident Mag. Karl Wilfing zu einer Sitzung zusammen. Diese Sitzung fand zum ersten Mal im Ausweichquartier statt, da das reguläre Gebäude derzeit renoviert wird. Trotz der beengten Platzverhältnisse versicherte Präsident Wilfing, dass die Qualität der Debatten und Beschlüsse nicht beeinträchtigt werde.
Die Sitzung begann mit einer Aktuellen Stunde zum Thema 'Energiepreise senken – EVN-Übergewinne gehören allen Niederösterreichern!'. Abgeordnete Mag. Kerstin Suchan-Mayr (SP) machte auf die hohen Energiekosten aufmerksam, mit denen viele Niederösterreicher ins neue Jahr gestartet sind. Sie forderte, dass die EVN-Übergewinne zur Senkung der Energiepreise genutzt werden sollten. Laut Suchan-Mayr sei es notwendig, die Leistbarkeit von Energie in die Satzung der EVN aufzunehmen. Ab dem 1. April soll ein neuer Tarif von zehn Cent pro kWh eingeführt werden, jedoch kritisierte sie die weiterhin hohen Netzkosten.
Der Begriff 'Übergewinne' bezieht sich auf Gewinne, die über das normale Maß hinausgehen, oft durch unerwartete Marktbedingungen. Diese Diskussion wirft die Frage auf, wie solche Gewinne gerecht verteilt werden können, um soziale Ungleichheiten zu mildern.
In den letzten 25 Jahren sind die Energiepreise in Österreich im Großen und Ganzen gesunken, vor allem durch den Ausbau der erneuerbaren Energien. Diese Entwicklung wurde jedoch durch geopolitische Ereignisse, wie den Einmarsch in die Ukraine, gestört, was zu einer Preisrallye auf dem Energiemarkt führte.
Im Vergleich zu anderen Bundesländern und Nachbarländern wie Deutschland und der Schweiz, zeigt sich, dass Niederösterreich eine der höchsten Energiekostenstrukturen aufweist. Diese Unterschiede sind oft auf unterschiedliche Netzgebühren und den Grad der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zurückzuführen.
Die hohen Energiepreise belasten nicht nur private Haushalte, sondern auch die Wirtschaft in Niederösterreich. Unternehmen sehen sich mit steigenden Betriebskosten konfrontiert, was ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Ein Beispiel ist ein mittelständisches Unternehmen in St. Pölten, das aufgrund der hohen Energiekosten gezwungen war, seine Produktionskapazität zu reduzieren.
Die EVN hat im letzten Jahr einen Gewinn von 1,44 Milliarden Euro verzeichnet und gleichzeitig 2,36 Milliarden Euro in den Netzausbau investiert. Diese Investitionen sind notwendig, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, werden jedoch letztlich von den Verbrauchern getragen, was die Debatte um die Verteilung der Gewinne verschärft.
Die Diskussion um die Energiepreise in Niederösterreich wird weitergehen. Experten prognostizieren, dass der Ausbau erneuerbarer Energien und die Senkung der Netzkosten langfristig zu einer Stabilisierung der Preise führen könnten. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie schnell diese Maßnahmen umgesetzt werden können.
Die Sitzung des NÖ Landtages hat gezeigt, dass die Themen Energiepreise und Sicherheit weiterhin von großer Bedeutung sind. Während die Diskussionen um die Senkung der Energiepreise fortgesetzt werden, bleibt die Frage offen, wie schnell und effektiv Maßnahmen umgesetzt werden können. Interessierte Leser können weitere Informationen auf der offiziellen Webseite nachlesen.