14 Mentee-Mentorinnen-Paare stärken Frauen in der Kommunalpolitik
Das sechsmonatige Mentoring-Programm in Niederösterreich unterstützt Frauen beim Einstieg in politische Führungspositionen und schafft starke Netzwerke.
Mit einer feierlichen Zeremonie im AWS Solutions Hub in Asparn an der Zaya endete am Samstag das NÖ Politik Mentoring-Programm 2025/26. Insgesamt 14 Mentee-Mentorinnen-Paare sowie drei weitere Paare mit zusätzlicher Patenschaft blickten auf ein intensives halbes Jahr zurück, das der Stärkung von Frauen in der Kommunalpolitik gewidmet war.
"Frauen sind gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil in politischen Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert", betonte Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister bei der Abschlussveranstaltung. Das Mentoring-Programm schaffe Ermutigung, Know-how und starke Netzwerke und zeige, dass Frauen bereit seien, Verantwortung zu übernehmen und Politik aktiv mitzugestalten.
Die Zahlen unterstreichen diese Problematik deutlich: In Österreich sind aktuell nur rund 11,5 Prozent der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister weiblich. Niederösterreich liegt mit etwa 16 Prozent zwar österreichweit am höchsten, doch auch hier zeigt sich erheblicher Aufholbedarf. Im NÖ Landtag beträgt der Frauenanteil derzeit 23,2 Prozent, im Nationalrat rund 35,5 Prozent.
Bei der Urkundenübergabe waren prominente Politikerinnen anwesend, die sich als Mentorinnen und Patinnen zur Verfügung gestellt hatten. Darunter die Dritte Landtagspräsidentin Elvira Schmidt, Landtagsabgeordnete Silke Dammerer und Bundesrätin Viktoria Hutter. Teschl-Hofmeister bedankte sich ausdrücklich bei den Mentorinnen, Paten und externen Projektbegleiterinnen für ihr großes Engagement.
Das hohe Engagement zeige sich auch in der beeindruckenden Teilnahmequote sowohl der Mentees als auch der Mentorinnen, so die Landesrätin. Diese Bereitschaft zur Unterstützung und zum Wissenstransfer bilde das Fundament für den Erfolg des Programms.
Das sechsmonatige Mentoring-Programm bot den Teilnehmerinnen ein vielfältiges Angebot zur beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung. Ein wesentlicher Baustein war der Austausch zwischen den Mentees und ihren erfahrenen Mentorinnen sowie die überparteiliche Vernetzung mit Amtskolleginnen aus anderen Gemeinden.
Ziel war es, den Erfahrungsaustausch von langjährigen Politikerinnen und Politikern an frischgebackene Gemeinderätinnen weiterzugeben. Neben den individuellen Begleitungen standen zahlreiche gemeinsame Programmpunkte auf dem Plan:
Ein wichtiger Aspekt des Programms ist die Berücksichtigung der besonderen Herausforderungen, denen sich Frauen in der Politik gegenübersehen. Die Zeitverwendungsstudie von Statistik Austria belegt, dass Frauen nach wie vor den Großteil unbezahlter Arbeit leisten. Diese Mehrfachbelastung aus Familie, Beruf und Haushalt erschwert häufig zusätzliches politisches Engagement.
Das Mentoring-Programm setzt hier gezielt an: Es stärkt nicht nur Selbstbewusstsein und Fachkompetenz, sondern bietet Frauen auch konkrete Unterstützung auf ihrem politischen Weg. Durch die Vernetzung mit anderen Frauen in ähnlichen Situationen entstehen Synergien und gegenseitige Unterstützung.
Die Mentorinnen teilten ihre praktischen Erfahrungen aus dem politischen Alltag und gaben wertvolle Tipps für den Umgang mit verschiedenen Herausforderungen. Von der Vorbereitung auf Gemeinderatssitzungen über die Kommunikation mit Bürgern bis hin zur Vereinbarkeit von Familie und politischem Engagement reichten die behandelten Themen.
Besonders wertvoll erwies sich dabei der überparteiliche Ansatz des Programms. Politikerinnen verschiedener Parteien konnten voneinander lernen und gemeinsam Lösungen für ähnliche Herausforderungen entwickeln.
Der Abschluss des sechsmonatigen Programms bedeutet nicht das Ende der Zusammenarbeit. Im Rahmen des Alumnae-Zukunftsnetzwerkes des NÖ Politik Mentoring-Programms können sich die Absolventinnen weiterhin austauschen und vernetzen.
Das Netzwerk bietet jährliche Vernetzungstreffen mit hochkarätigen Gästen und ermöglicht es den Teilnehmerinnen, Teil eines wachsenden frauenpolitischen Netzwerks in Niederösterreich zu bleiben. Diese langfristige Perspektive stärkt nicht nur die einzelnen Politikerinnen, sondern trägt auch zur nachhaltigen Entwicklung der politischen Landschaft bei.
"Das NÖ Politik Mentoring-Programm zeigt eindrucksvoll, wie gezielte Förderung, gegenseitige Unterstützung und praxisnahe Weiterbildung dazu beitragen können, mehr Frauen für politische Verantwortung zu gewinnen – und damit die Demokratie nachhaltig zu stärken", zog Teschl-Hofmeister ein positives Fazit.
Die hohe Teilnahmequote und das große Engagement aller Beteiligten zeigen, dass der Bedarf für solche Programme groß ist. Gleichzeitig demonstriert der Erfolg des Programms, dass gezielte Maßnahmen zur Förderung von Frauen in der Politik durchaus Wirkung zeigen können.
Die Stärkung der politischen Teilhabe von Frauen ist nicht nur eine Frage der Gleichberechtigung, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Demokratie. Vielfältige Perspektiven und Erfahrungen bereichern politische Entscheidungsprozesse und führen zu ausgewogeneren Lösungen für die Herausforderungen der Gesellschaft.
Das NÖ Politik Mentoring-Programm leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der demokratischen Kultur in Niederösterreich. Die Investition in die Förderung von Frauen in der Politik zahlt sich langfristig für die gesamte Gesellschaft aus.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Programms 2025/26 ist bereits der Grundstein für weitere Initiativen gelegt. Die gewonnenen Erfahrungen und das entstandene Netzwerk werden dazu beitragen, noch mehr Frauen für die politische Arbeit zu begeistern und zu unterstützen.