Tourismus-Staatssekretärin fordert lückenlose Aufklärung nach Vorwürfen gegen Tiroler Hotel
Nach schwerwiegenden Vorwürfen gegen ein Tiroler Hotel fordert Staatssekretärin Zehetner klare Standards und Konsequenzen für den Tourismussektor.
Schwerwiegende Vorwürfe gegen ein Tiroler Hotel haben die österreichische Tourismusbranche erschüttert. Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner reagierte am Donnerstag mit deutlichen Worten auf die in den Medien erhobenen Anschuldigungen und kündigte eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Übergriffen am Arbeitsplatz an.
"Die in den Medien erhobenen Vorwürfe gegen ein Tiroler Hotel erschüttern mich zutiefst", erklärte Zehetner in einer ersten Stellungnahme. Sollten sich die Anschuldigungen bestätigen, handle es sich um "inakzeptables Verhalten, das im österreichischen Tourismus keinen Platz hat". Die Staatssekretärin betonte dabei besonders den Schutz junger Menschen in Ausbildung.
"Sexuelle Belästigung, Erniedrigung und Machtmissbrauch sind in jeder Form entschieden zu verurteilen und ganz besonders, wenn sie junge Menschen in Ausbildung betreffen", so Zehetner weiter. Lehrlinge müssten sich am Arbeitsplatz sicher fühlen können – alles andere sei unvereinbar mit den österreichischen Werten.
Während die Staatssekretärin begrüßte, dass das betroffene Hotel bereits erste Konsequenzen gezogen habe, forderte sie eine vollständige Aufklärung des Sachverhalts. "Nun muss der gesamte Sachverhalt lückenlos aufgeklärt werden", betonte sie und unterstrich damit die Notwendigkeit einer transparenten Untersuchung.
Die Vorwürfe werfen ein schlechtes Licht auf eine Branche, die traditionell als Aushängeschild Österreichs gilt. Der Tourismussektor beschäftigt österreichweit hunderttausende Menschen und ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, insbesondere in den Alpenregionen wie Tirol.
Zehetner hob die internationale Ausrichtung der Tourismusbranche als besondere Stärke hervor. "Gerade der Tourismus lebe von Internationalität und Vielfalt", erklärte sie. Viele junge Menschen aus unterschiedlichen Ländern und kulturellen Hintergründen würden sich bewusst für eine Ausbildung in der österreichischen Tourismusbranche entscheiden.
"Diese Vielfalt ist eine große Stärke unseres Standorts und sie verpflichtet uns zu Respekt, Sensibilität und klaren Regeln", unterstrich die Staatssekretärin. Wer im Tourismus arbeite, habe Anspruch auf Würde, Schutz und professionelle Begleitung – unabhängig von der Herkunft oder dem kulturellen Hintergrund.
Ein derartiges Verhalten, wie es nun vorgeworfen wird, widerspreche allem, wofür der österreichische Tourismus stehe, betonte Zehetner. Die Branche basiere auf drei Grundpfeilern:
Diese Werte seien nicht verhandelbar und müssten in allen Bereichen der Tourismusbranche gelebt werden, von der Hotellerie über die Gastronomie bis hin zu Freizeitbetrieben.
Trotz der schwerwiegenden Vorwürfe betonte die Staatssekretärin, dass die große Mehrheit der österreichischen Tourismusbetriebe vorbildliche Arbeit leiste. "Tausende Unternehmen bilden engagiert aus, schaffen wertschätzende Arbeitsumfelder und übernehmen soziale Verantwortung", erklärte Zehetner.
Diese Betriebe würden das wahre Gesicht des österreichischen Tourismus prägen und täglich unter Beweis stellen, dass eine respektvolle und professionelle Arbeitskultur möglich und erfolgreich sei. Sie seien es auch, die junge Menschen für eine Karriere in der Tourismusbranche begeistern könnten.
Wo Missstände auftreten, müsse jedoch konsequent gehandelt werden, machte Zehetner unmissverständlich klar. Sie forderte dabei eine Verschärfung der Kontrollmechanismen und Standards:
Diese Maßnahmen seien notwendig, um das Vertrauen in die Branche zu erhalten und zu stärken. Nur so könne sichergestellt werden, dass sich ähnliche Vorfälle nicht wiederholen.
Abschließend unterstrich Zehetner das gemeinsame Ziel für den Tourismusstandort Österreich. "Unser Anspruch ist ein Tourismus in Österreich, der wirtschaftlich stark ist und gleichzeitig für Respekt, Sicherheit und gelebte Vielfalt steht", erklärte sie.
Nur unter diesen Voraussetzungen könne die Branche auch in Zukunft attraktiv für junge Menschen bleiben und ihre wirtschaftliche Stärke behalten. Der österreichische Tourismus müsse ein Arbeitsplatz sein, an dem sich Menschen aller Nationalitäten und Kulturen wohlfühlen und sicher entwickeln können.
Die aktuellen Vorwürfe kommen zu einem kritischen Zeitpunkt für die österreichische Tourismusbranche. Nach den schweren Jahren der Corona-Pandemie kämpft der Sektor bereits mit Arbeitskräftemangel und Image-Problemen. Negative Schlagzeilen könnten diese Herausforderungen weiter verschärfen.
Umso wichtiger sei es nun, dass die Branche geschlossen reagiere und klare Zeichen setze, betonen Experten. Die Worte der Staatssekretärin könnten dabei als Richtschnur für das weitere Vorgehen dienen und zeigen, dass die Politik die Probleme ernst nimmt.
Die Aufklärung der Vorwürfe gegen das Tiroler Hotel wird zeigen, wie ernst es der österreichischen Tourismusbranche mit den angekündigten Reformen ist. Die Reaktion der Staatssekretärin macht deutlich, dass von politischer Seite ein klarer Kurs der Null-Toleranz gefahren wird.
Für die Zukunft wird entscheidend sein, ob es gelingt, die angekündigten Standards und Kontrollmechanismen auch tatsächlich umzusetzen. Nur so kann das Vertrauen in eine Branche wiederhergestellt werden, die für Österreichs Wirtschaft von zentraler Bedeutung ist.