Am 4. Dezember 2025 gab die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) bekannt, dass sie die Verschärfung der klimaaktiv-Gebäudestandards begrüßt. Diese Standards sind ein wesentlicher Bestandteil der österreichischen Bemühungen, den Klimawandel zu bekämpfen und nachhal
Am 4. Dezember 2025 gab die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) bekannt, dass sie die Verschärfung der klimaaktiv-Gebäudestandards begrüßt. Diese Standards sind ein wesentlicher Bestandteil der österreichischen Bemühungen, den Klimawandel zu bekämpfen und nachhaltige Baupraktiken zu fördern. Die Aktualisierung des Kriterienkatalogs 2025 umfasst wichtige europäische Anforderungen wie die EU-Taxonomie, Kreislaufwirtschaft, Klimawandelanpassung und Biodiversität.
Die klimaaktiv-Kriterien sind ein nationales Bewertungssystem, das darauf abzielt, die Nachhaltigkeit von Gebäuden zu bewerten. Im Gegensatz dazu verwendet die ÖGNI das international anerkannte DGNB-System, das auf einem lebenszyklusorientierten Zertifizierungsansatz basiert. Dieser Ansatz integriert die drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales.
Während klimaaktiv vor allem deklarierte Ergebnisse bietet, setzt die ÖGNI auf ein zertifiziertes, auditgestütztes Verfahren. Dies bedeutet, dass Projekte von ausgebildeten und lizenzierten Auditor:innen eingereicht werden müssen, um eine Zertifizierung zu erhalten. Diese wird durch eine unabhängige Third-Party-Konformitätsprüfung abgesichert, die Transparenz und Qualität gewährleistet.
Seit ihrer Gründung im Jahr 2009 verfolgt die ÖGNI einen umfassenden Ansatz zur Zertifizierung nachhaltiger Immobilien. Dieses System hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt, um den steigenden Anforderungen und Erwartungen gerecht zu werden. Die Integration der EU-Taxonomie in den Zertifizierungsprozess ist ein weiterer Schritt zur Harmonisierung mit europäischen Standards.
In Deutschland und der Schweiz existieren ähnliche Systeme zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden. Diese Länder haben ebenfalls nationale Standards entwickelt, die jedoch oft durch internationale Systeme wie das DGNB ergänzt werden. Österreichs Ansatz, sowohl nationale als auch internationale Standards zu integrieren, bietet einen umfassenden Rahmen für nachhaltige Baupraktiken.
Die Verschärfung der klimaaktiv-Kriterien hat direkte Auswirkungen auf Bauherren und Immobilienentwickler in Österreich. Diese müssen nun strengere Vorgaben erfüllen, um eine Zertifizierung zu erhalten. Dies könnte zu höheren Baukosten führen, bietet jedoch langfristig Vorteile durch Energieeinsparungen und eine höhere Immobilienbewertung.
Statistiken zeigen, dass Gebäude, die nach strengen Nachhaltigkeitsstandards zertifiziert sind, im Durchschnitt 20% weniger Energie verbrauchen. Dies führt nicht nur zu Kosteneinsparungen für die Bewohner:innen, sondern trägt auch erheblich zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei.
Die Erweiterung des klimaaktiv-Kriterienkatalogs ist ein Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft. Experten prognostizieren, dass bis 2030 der Großteil der Neubauten in Österreich nach diesen Kriterien zertifiziert sein wird. Dies wird nicht nur die Umweltbilanz des Landes verbessern, sondern auch die Lebensqualität der Menschen erhöhen.
Die ÖGNI hat mit ihrer Unterstützung der neuen Kriterien einen wichtigen Beitrag zur Förderung nachhaltiger Baupraktiken geleistet. Die Frage bleibt jedoch, ob ein paralleles System zu den bestehenden internationalen Standards notwendig ist. Diese Diskussion wird in den kommenden Jahren sicherlich weitergeführt werden.
Für weitere Informationen zu den neuen klimaaktiv-Kriterien und ihrer Umsetzung in Österreich, besuchen Sie die offizielle Pressemitteilung der ÖGNI.