Österreich steht im Fokus einer umfassenden Sicherheitsstudie des Verbandes der Sicherheitsunternehmen Österreichs (VSÖ). Die Ergebnisse sind alarmierend und beruhigend zugleich: Während sich die Mehrheit der Österreicher sicher fühlt, nimmt die wahrgenommene Bedrohung durch Cyberkriminalität und an
Österreich steht im Fokus einer umfassenden Sicherheitsstudie des Verbandes der Sicherheitsunternehmen Österreichs (VSÖ). Die Ergebnisse sind alarmierend und beruhigend zugleich: Während sich die Mehrheit der Österreicher sicher fühlt, nimmt die wahrgenommene Bedrohung durch Cyberkriminalität und andere Gefahren kontinuierlich zu. Doch was steckt hinter diesen scheinbar widersprüchlichen Zahlen?
Die Studie des VSÖ, die am 16. Juni 2025 veröffentlicht wurde, zeigt, dass 84 Prozent der Bevölkerung sich sicher fühlen. Dennoch glauben 55 Prozent der Befragten, dass die Sicherheitslage in den letzten fünf Jahren schlechter geworden ist. Diese Diskrepanz wirft Fragen auf: Wie kann das Sicherheitsgefühl hoch sein, während die Bedrohungswahrnehmung steigt?
Mit 37 Prozent wird Cyberkriminalität als die größte Zukunftsbedrohung angesehen, gefolgt von Gewaltbereitschaft (36 Prozent) und politischem Extremismus (33 Prozent). Diese Bedrohungen sind nicht nur hypothetisch, sondern haben reale Auswirkungen auf das tägliche Leben der Bürger. Ein Experte für Cybersicherheit erklärt: „Die digitale Vernetzung bietet Angreifern immer mehr Möglichkeiten, auf sensible Daten zuzugreifen. Das betrifft sowohl Unternehmen als auch Privathaushalte.“
Die Studie zeigt, dass das Sicherheitsgefühl stark von persönlichen Merkmalen wie Alter, Bildung und Geschlecht abhängt. Jüngere Menschen fürchten Cybercrime mehr als ältere, während Letztere klassische Kriminalität, wie Einbrüche, als größere Bedrohung sehen. Ein weiterer Faktor ist der Wohnort: In Wien fühlen sich nur 75 Prozent sicher, während es im Rest Österreichs 87 Prozent sind.
Personen mit höherem Bildungsniveau fühlen sich sicherer. Interessanterweise nehmen Menschen ohne Matura politischen Extremismus als geringere Bedrohung wahr als jene mit höherem Bildungsabschluss. Geschlechtsspezifische Unterschiede sind ebenfalls präsent: Frauen empfinden sexuelle Übergriffe als bedrohlicher und legen mehr Wert auf die Präsenz von Sicherheitsdienstleistern.
Der VSÖ sieht sich in einer zentralen Rolle, um die Sicherheitslage zu verbessern. Mit Initiativen wie der „Technischen Richtlinie für Cybersecurity“ will der Verband Standards setzen und Unternehmen sowie Privatpersonen beim Schutz ihrer Daten unterstützen. Der Wunsch nach Zertifizierungen ist groß: 92 Prozent der Befragten halten sie für wichtig.
Ein Vertreter des VSÖ betont: „Zertifizierungen sind nicht nur ein Qualitätsnachweis, sondern auch ein Vertrauensbeweis. Sie geben den Menschen das Gefühl von Sicherheit.“ Besonders in Zeiten, in denen Cyberkriminalität zunimmt, ist dies von großer Bedeutung.
Die Sicherheitslage in Österreich wird sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Experten prognostizieren, dass die Bedeutung von Cybersicherheit weiter steigen wird. Der VSÖ plant, seine Bemühungen in diesem Bereich zu verstärken und die Zusammenarbeit mit staatlichen Einrichtungen auszubauen.
Im Zuge des Amoklaufs in Graz bietet der VSÖ seine Expertise an, um die Sicherheit an Schulen zu erhöhen. „Wir können Schulwege sichern und präventive Maßnahmen erarbeiten, ohne Schulen in Festungen zu verwandeln“, so ein Sprecher des Verbandes.
Die Sicherheitsstudie des VSÖ ist nicht nur eine Momentaufnahme, sondern ein Weckruf, die Sicherheitsmaßnahmen in Österreich zu überdenken und zu verbessern. Die Bevölkerung ist bereit, in ihre Sicherheit zu investieren, und der VSÖ steht bereit, sie dabei zu unterstützen.