Der Tod – ein Thema, das viele Menschen lieber vermeiden. Doch eine aktuelle Studie der Helvetia Versicherungen AG, veröffentlicht am 21. Oktober 2025, zeigt, dass zwei Drittel der Österreicher:innen sich mehr Offenheit im Umgang mit dem Thema wünschen. Diese Erkenntnis wirft ein Licht auf eine kult
Der Tod – ein Thema, das viele Menschen lieber vermeiden. Doch eine aktuelle Studie der Helvetia Versicherungen AG, veröffentlicht am 21. Oktober 2025, zeigt, dass zwei Drittel der Österreicher:innen sich mehr Offenheit im Umgang mit dem Thema wünschen. Diese Erkenntnis wirft ein Licht auf eine kulturelle und gesellschaftliche Herausforderung, die viele betrifft, aber nur wenige ansprechen wollen. Warum ist das so? Und was bedeutet das für die Zukunft der Bestattungskultur in Österreich?
Die Studie enthüllt, dass Frauen doppelt so häufig Angst vor dem Tod haben wie Männer. Bei den jüngeren Generationen, insbesondere den 25- bis 35-Jährigen, ist diese Furcht besonders ausgeprägt: 51 Prozent dieser Altersgruppe geben an, Angst vor dem Tod zu haben. Diese Zahlen könnten darauf hinweisen, dass das Thema Tod nicht nur ein biologisches Ende, sondern auch ein soziales Tabu darstellt, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Ein Experte erklärt: "Die Angst vor dem Tod ist tief in unserer Kultur verwurzelt. Frauen sind oft stärker von dieser Angst betroffen, da sie traditionell als die Hüterinnen der Familie gesehen werden und sich mehr um das Wohl der Hinterbliebenen sorgen."
Die Helvetia-Studie zeigt, dass fast die Hälfte der Österreicher:innen nicht so bestattet werden möchte wie ihre Eltern oder Großeltern. Besonders die Feuerbestattung gewinnt an Beliebtheit, während die klassische Erdbestattung immer weniger nachgefragt wird. Diese Veränderung könnte auf einen Wandel in der Wahrnehmung von Tod und Bestattung hinweisen.
"Wir beobachten einen klaren Trend zu individuelleren und umweltfreundlicheren Bestattungsformen", erklärt ein Bestattungsunternehmer. "Viele Menschen wünschen sich eine Bestattung, die ihre Persönlichkeit widerspiegelt und weniger belastend für die Umwelt ist."
Interessanterweise gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Während in Wien nur 23 Prozent der Bevölkerung über den Tod nachdenken, sind es in der Steiermark 39 Prozent. Diese Unterschiede könnten kulturelle und historische Wurzeln haben, die die Art und Weise beeinflussen, wie Menschen mit dem Tod umgehen.
Ein weiterer Aspekt, den die Studie beleuchtet, sind die Kosten einer Bestattung. Viele Österreicher:innen unterschätzen die finanziellen Belastungen, die mit einer Beerdigung einhergehen. Sechs von zehn schätzen die Kosten auf 4.000 bis 8.000 Euro, doch nur die Hälfte hat dafür vorgesorgt.
"Die meisten Menschen sind sich nicht bewusst, dass im Falle eines Todes die Konten des Verstorbenen gesperrt werden und die Kosten schnell fällig werden", erläutert ein Versicherungsexperte. "Dies kann die Hinterbliebenen in finanzielle Schwierigkeiten bringen, wenn keine Vorsorge getroffen wurde."
Obwohl die Kosten für eine Bestattung bekannt sind, haben nur 39 Prozent der Frauen und 51 Prozent der Männer Geld für ihre eigene Beerdigung zurückgelegt. Dies zeigt eine deutliche Vorsorgelücke, die viele Familien im Ernstfall vor große Herausforderungen stellt.
Die Studie zeigt auch, dass neue Trends in der Bestattungskultur aufkommen. Immer mehr Menschen interessieren sich für alternative Bestattungsformen wie Naturbestattungen oder das Umwandeln der Asche in Diamanten. Diese Trends spiegeln den Wunsch nach Individualität und Nachhaltigkeit wider.
"Es gibt eine steigende Nachfrage nach Bestattungen, die weniger konventionell und mehr auf die persönlichen Wünsche der Verstorbenen abgestimmt sind", so ein Bestattungsunternehmer. "Dies bietet den Hinterbliebenen die Möglichkeit, auf eine Weise Abschied zu nehmen, die dem Leben des Verstorbenen gerecht wird."
Die Ergebnisse der Helvetia-Studie zeigen, dass ein Umdenken in der Gesellschaft notwendig ist. Der Tod sollte nicht länger ein Tabuthema sein, sondern offen und ehrlich diskutiert werden. Dies könnte nicht nur die finanzielle Belastung für die Hinterbliebenen verringern, sondern auch den Umgang mit dem Tod als natürlichen Teil des Lebens verändern.
In Zukunft könnte ein offenerer Umgang mit dem Thema Tod dazu führen, dass mehr Menschen Vorsorge treffen und die Bestattungskultur in Österreich vielfältiger und individueller wird. Die Helvetia-Studie ist ein Weckruf an alle, sich mit dem Unvermeidlichen auseinanderzusetzen und die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Hinterbliebenen zu schützen.