GATE Space entwickelt innovative Lösung gegen GPS-Störungen
Das Wiener Unternehmen GATE Space startet 2027 mit dem BEACONSAT-Projekt eine Mission gegen Spoofing und Jamming in der Luftfahrt.
Die moderne Luftfahrt steht vor neuen Herausforderungen: GPS-Störungen durch sogenanntes Spoofing und Jamming gefährden zunehmend die Sicherheit von Flügen. Ein österreichisches Weltraumunternehmen will nun mit innovativer Technologie eine Lösung für dieses Problem entwickeln.
Im Herbst 2025 sorgten Berichte über eine mutmaßlich absichtlich herbeigeführte Störung des satellitenbasierten Navigationssystems bei einem Flug von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für internationale Aufmerksamkeit. Dieser Zwischenfall rückte zwei akute Gefahren für die moderne Luftfahrt in das öffentliche Bewusstsein: Spoofing und Jamming.
Beim Spoofing werden gefälschte GPS-Signale gesendet, die Navigationsgeräte irreführen können. Jamming hingegen blockiert GPS-Signale komplett. Beide Methoden können die Sicherheit von Flugzeugen erheblich gefährden und stellen eine wachsende Bedrohung für die zivile Luftfahrt dar.
Das Wiener Weltraumunternehmen GATE Space tritt nun an, mit einem in Österreich entwickelten Satelliten eine Lösung für dieses Problem zu finden. Das 2022 von Absolventen der TU Wien gegründete Unternehmen hat sich auf die Entwicklung hochpräziser chemischer Antriebssysteme spezialisiert, die Satelliten eine präzise und flexible Steuerung im Orbit ermöglichen.
Im Rahmen des Projekts "BEACONSAT" soll die Technologie von GATE Space im Februar 2027 mit einer SpaceX Falcon9 Rakete ins All befördert werden. Das ambitionierte Projekt zielt darauf ab, alternative Navigationslösungen zu entwickeln, die resistenter gegen Störungen sind als herkömmliche GPS-Systeme.
Die Triebwerke des Unternehmens wurden am Standort am Flughafen Wien ausgiebig getestet. Über 8.000 erfolgreiche Heißlauftests unter atmosphärischen Bedingungen sowie Tests in einer der modernsten und leistungsstärksten Vakuumkammern Europas bestätigen die Zuverlässigkeit der Technologie.
Diese umfassenden Tests sind entscheidend für den Erfolg der Mission, da Satellitentriebwerke im Weltraum unter extremen Bedingungen funktionieren müssen und keine Reparaturen möglich sind. Die Testanlagen am Flughafen Wien ermöglichen es, realitätsnahe Weltraumbedingungen zu simulieren.
Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) unterstützte das Unternehmen über das Austria Wirtschaftsservice (aws) mit Förderungen in Höhe von rund 750.000 Euro. Diese Investition unterstreicht die Bedeutung, die Österreich der Weltraumtechnologie beimisst.
Bundesminister Peter Hanke besuchte GATE Space am Flughafen Wien und betonte die Bedeutung des Unternehmens für Österreichs Innovationslandschaft: "GATE Space wurde 2022 von Absolventen der TU Wien gegründet und zählt heute zu den am schnellsten wachsenden New-Space-Akteuren Europas. Das Team rund um Geschäftsführer Moritz Novak hat es mit einer gehörigen Portion Ideenreichtum, Mut und wirtschaftlichem Geschick ganz nach oben geschafft."
Minister Hanke verwies auch auf die Erhöhung des österreichischen Beitrags zur Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Trotz budgetärer Herausforderungen gelang es, durch Umschichtungen im Ministerium den Beitrag von 260 auf 340 Millionen Euro zu erhöhen.
"Verbunden mit der Industriestrategie, in der Welt- und Luftfahrttechnologien als eine von neun Schlüsseltechnologien und Stärkefelder enthalten sind, ist das eine gezielte Unterstützung für eines der am stärksten wachsenden Wirtschaftsfelder unseres Landes", erklärte Hanke.
GATE Space steht exemplarisch für Österreichs wachsende Bedeutung im New-Space-Sektor. Das Unternehmen zeigt, wie österreichische Innovationen internationale Relevanz erlangen können. Die Weltraumwirtschaft gilt als einer der am stärksten wachsenden Wirtschaftszweige weltweit.
Die Erfolgsgeschichte von GATE Space demonstriert auch die Wirksamkeit der österreichischen Forschungs- und Förderungslandschaft. Von der universitären Ausbildung an der TU Wien über staatliche Förderungen bis hin zu modernen Testeinrichtungen – das österreichische Ökosystem ermöglicht es innovativen Unternehmen, von der Idee bis zur Marktreife zu wachsen.
Das BEACONSAT-Projekt verdeutlicht auch die internationale Dimension österreichischer Weltraumaktivitäten. Die Zusammenarbeit mit SpaceX für den Raketenstart zeigt, wie österreichische Unternehmen in globale Wertschöpfungsketten integriert sind.
Gleichzeitig leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur europäischen Sicherheit und Unabhängigkeit in kritischen Technologiebereichen. Alternative Navigationssysteme können Europa weniger abhängig von einzelnen GPS-Anbietern machen.
Der geplante Start im Februar 2027 markiert einen wichtigen Meilenstein für die österreichische Weltraumtechnologie. Das BEACONSAT-Projekt könnte neue Standards für sichere Satellitennavigation setzen und österreichische Expertise auf diesem Gebiet international etablieren.
Für Minister Hanke ist das Projekt "gleich aus mehreren Gründen ein enorm wichtiges Thema", da es Innovation, Infrastruktur, Luftfahrt und Weltraum miteinander verbindet – alle Bereiche, die in seinem Ministerium angesiedelt sind.
Mit GATE Space positioniert sich Österreich als wichtiger Akteur in der europäischen Weltraumwirtschaft und trägt gleichzeitig zur Lösung aktueller Sicherheitsprobleme in der Luftfahrt bei. Das Unternehmen zeigt, wie aus universitärer Forschung erfolgreiche Hochtechnologie-Unternehmen entstehen können, die internationale Relevanz erlangen.