Der österreichische Einzelhandel hat im Jahr 2025 eine bemerkenswerte Umsatzsteigerung von 3,2% erreicht, trotz einer Vielzahl von Herausforderungen, die die Branche weiterhin belasten. Am 11. Dezember 2025 veröffentlichte der Handelsverband in Wien seine Jahresbilanz, die einen Umsatz von 79,8 Mill
Der österreichische Einzelhandel hat im Jahr 2025 eine bemerkenswerte Umsatzsteigerung von 3,2% erreicht, trotz einer Vielzahl von Herausforderungen, die die Branche weiterhin belasten. Am 11. Dezember 2025 veröffentlichte der Handelsverband in Wien seine Jahresbilanz, die einen Umsatz von 79,8 Milliarden Euro ausweist. Diese Zahlen sind ein Lichtblick in einem Jahr, das von wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt war.
Der Dezember ist traditionell der umsatzstärkste Monat für den Einzelhandel in Österreich, da das Weihnachtsgeschäft über den Erfolg des gesamten Jahres entscheidet. 2025 war dies besonders relevant, da die Branche mit den '3 K' zu kämpfen hatte: Insolvenzen, Kostenbelastung und Konsumzurückhaltung. In den ersten drei Quartalen wurden 909 Insolvenzen verzeichnet, was die angespannte Lage verdeutlicht.
Das Weihnachtsgeschäft 2025 hat dem Einzelhandel einen Mehrumsatz von 1,19 Milliarden Euro beschert, was einer Steigerung von 2% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Faktoren wie kaltes Wetter und hohe Kundenfrequenzen in Einkaufszentren trugen zu diesem Erfolg bei. Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, betont, dass inflationsbereinigt ein Plus von 0,6% erzielt wurde.
Der Non-Food-Handel verzeichnete im Dezember einen Mehrumsatz von 14 Millionen Euro über dem Vorjahr. Branchen wie der Spielwarenhandel und der Buchhandel profitierten besonders, während der Onlinehandel nur einen geringen Mehrumsatz erzielte. Die Pandemie hat seit 2020 zu Umsatzschwankungen geführt, die die Abgrenzung von Mehrumsätzen erschweren.
Die Österreicher:innen gaben im Schnitt 389 Euro für Weihnachtsgeschenke aus, wobei Salzburger und Oberösterreicher am meisten investierten. Gutscheine und Bargeld sind die beliebtesten Geschenke, was den Trend zur Wahlfreiheit unterstreicht. Der stationäre Handel bleibt wichtig, während der Onlinehandel konstant bleibt.
Globale Online-Plattformen wie Temu und Shein stellen den österreichischen Einzelhandel vor Herausforderungen. Jährlich entgeht dem Staat eine Milliarde Euro an Steuereinnahmen, da diese Plattformen EU-Recht umgehen. Maßnahmen wie die Abschaffung der 150-Euro-Zollfreigrenze und die Einführung einer Paketbearbeitungsgebühr sind notwendig, um Chancengleichheit zu schaffen.
Für 2026 erwartet der Handelsverband, dass die Effekte des Weihnachtsgeschäfts stärker in den Januar einwirken, insbesondere durch das Gutscheingeschäft. Die Umsatzdynamik bleibt aufgrund der schwachen Wirtschaftsentwicklung verhalten, doch es gibt Hoffnung auf ein wirtschaftliches Comeback mit Unterstützung der Politik.
Der österreichische Einzelhandel hat 2025 trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine Umsatzsteigerung erzielt. Die Herausforderungen durch globale Plattformen und die Notwendigkeit politischer Unterstützung bleiben bestehen. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich der Handel weiterentwickeln wird. Welche Maßnahmen würden Sie als Verbraucher:in unterstützen, um den heimischen Handel zu stärken?