Der aktuelle Arbeitsmarkt-Kompass von Marketagent hat es ans Licht gebracht: Die Stimmung am österreichischen Arbeitsmarkt ist im dritten Quartal 2025 weiterhin düster. Nur noch 54% der heimischen Beschäftigten glauben, dass es leicht ist, einen neuen Job zu finden. Diese Zahl ist alarmierend, wenn
Der aktuelle Arbeitsmarkt-Kompass von Marketagent hat es ans Licht gebracht: Die Stimmung am österreichischen Arbeitsmarkt ist im dritten Quartal 2025 weiterhin düster. Nur noch 54% der heimischen Beschäftigten glauben, dass es leicht ist, einen neuen Job zu finden. Diese Zahl ist alarmierend, wenn man bedenkt, dass vor zwei Jahren noch 68% dieser Meinung waren. Was hat sich verändert, und wie wirkt sich das auf den Alltag der Bürger aus?
Um die gegenwärtige Situation zu verstehen, müssen wir einen Blick in die Vergangenheit werfen. Im Jahr 2023, als die erste Erhebung dieser Art durchgeführt wurde, war die Welt noch eine andere. Die Pandemie hatte die Wirtschaft erschüttert, doch die Erholung schien in vollem Gange. Die Menschen waren optimistisch, und der Arbeitsmarkt schien sich zu stabilisieren. Doch was ist seitdem passiert?
Die aktuelle Studie zeigt, dass die Erwartungen der Beschäftigten in Bezug auf Gehaltserhöhungen bei einem Jobwechsel gesunken sind. Im Durchschnitt rechnen die Arbeitnehmer nur noch mit einem Plus von 22,5%, während es 2023 noch 28,6% waren. Diese Zahlen sind ein klares Indiz für die Unsicherheit, die viele Menschen derzeit empfinden. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich verschlechtert, und das spiegelt sich in den Erwartungen der Arbeitnehmer wider.
Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie ist die bevorzugte Wochenarbeitszeit, die konstant bei rund 33 Stunden liegt. Der ideale Home-Office-Anteil wird mit durchschnittlich 40% angegeben. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass Flexibilität und eine ausgewogene Work-Life-Balance weiterhin hoch im Kurs stehen. Die maximale akzeptierte Pendeldistanz liegt bei etwa 23 Kilometern, was zeigt, dass die Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes für viele eine wichtige Rolle spielt.
Bemerkenswert ist die Diskrepanz zwischen der hohen Jobzufriedenheit und der ausgeprägten Wechselbereitschaft. 82% der Befragten sind mit ihrem aktuellen Job zufrieden, aber dennoch denkt fast ein Drittel über einen Jobwechsel nach. Besonders in der Generation Z, also den zwischen 1997 und 2012 Geborenen, ist diese Tendenz ausgeprägt: Mehr als die Hälfte plant eine berufliche Veränderung. Was treibt diese jungen Menschen an?
Bei der Jobsuche dominieren klassische Faktoren: Faires Gehalt, gutes Arbeitsklima und Jobsicherheit stehen ganz oben auf der Prioritätenliste. Überstunden werden nur akzeptiert, wenn sie fair abgegolten werden. Diese Ansprüche sind nicht neu, aber sie gewinnen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit an Bedeutung. Der Arbeitsmarkt bewegt sich derzeit zwischen stabilen Erwartungen an den Arbeitsalltag und einer zunehmenden Verunsicherung hinsichtlich der Chancen und Perspektiven.
Die Situation in Österreich ist nicht einzigartig. Auch in anderen europäischen Ländern zeigt sich ein ähnliches Bild. In Deutschland beispielsweise ist die Arbeitslosenquote zwar gesunken, aber die Unsicherheit bleibt bestehen. In der Schweiz hingegen ist der Arbeitsmarkt stabiler, was vor allem auf die starke Wirtschaft und die niedrige Arbeitslosenquote zurückzuführen ist. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind oft auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die politischen Maßnahmen zurückzuführen.
Ein Experte für Arbeitsmarktfragen erklärt: "Der österreichische Arbeitsmarkt steht vor großen Herausforderungen. Die Globalisierung, der technologische Fortschritt und die demografische Entwicklung sind nur einige der Faktoren, die die Zukunft des Arbeitsmarktes prägen werden." Diese Veränderungen erfordern Anpassungen sowohl von den Arbeitnehmern als auch von den Arbeitgebern.
Für den Einzelnen bedeutet die aktuelle Situation vor allem eines: Unsicherheit. Die Frage, ob man seinen Job behalten kann oder ob es sinnvoll ist, den Arbeitsplatz zu wechseln, beschäftigt viele Menschen. Doch es gibt auch positive Aspekte. Die Erkenntnis, dass Flexibilität und eine ausgewogene Work-Life-Balance wichtig sind, kann dazu beitragen, den Arbeitsalltag angenehmer zu gestalten.
Die Politik spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung des Arbeitsmarktes. Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigung und zur Unterstützung der Arbeitnehmer sind notwendig, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Ein Experte betont: "Es ist wichtig, dass die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schafft, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren und die Beschäftigung zu fördern."
Die Zukunft des österreichischen Arbeitsmarktes ist ungewiss. Die Herausforderungen sind groß, aber es gibt auch Chancen. Die Digitalisierung und der technologische Fortschritt bieten neue Möglichkeiten, die es zu nutzen gilt. Die Arbeitnehmer müssen flexibel und anpassungsfähig sein, um in der sich schnell verändernden Arbeitswelt bestehen zu können. Die Politik ist gefordert, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren und die Beschäftigung zu fördern.
Der Arbeitsmarkt-Kompass von Marketagent zeigt, dass es noch viel zu tun gibt, um die Unsicherheit zu verringern und die Chancen für die Arbeitnehmer zu verbessern. Doch mit den richtigen Maßnahmen und einer positiven Einstellung können die Herausforderungen gemeistert werden.