Am 2. Januar 2026 wurde eine wichtige Pressemitteilung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) veröffentlicht, die die aktuelle Lage des österreichischen Arbeitsmarkts beleuchtet. Die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt seit Monaten kontinuierlich an, auch im Dezember 2025. Helene Schuberth
Am 2. Januar 2026 wurde eine wichtige Pressemitteilung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) veröffentlicht, die die aktuelle Lage des österreichischen Arbeitsmarkts beleuchtet. Die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt seit Monaten kontinuierlich an, auch im Dezember 2025. Helene Schuberth, die Bundesgeschäftsführerin des ÖGB, betont, dass es jetzt statt Sparmaßnahmen zielgerichtete Investitionen in eine aktive Arbeitsmarktpolitik braucht.
Aktive Arbeitsmarktpolitik umfasst Maßnahmen, die darauf abzielen, die Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitslosen zu verbessern und die Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Dazu gehören unter anderem Weiterbildungsprogramme, Umschulungen und gezielte Förderungen für bestimmte Branchen. In Österreich wird diese Politik als entscheidend angesehen, um die steigende Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.
Historisch gesehen hat Österreich immer wieder auf aktive Arbeitsmarktpolitik gesetzt, um wirtschaftliche Krisen zu bewältigen. In den 1980er Jahren wurden umfangreiche Umschulungsprogramme eingeführt, um den Strukturwandel in der Industrie abzufedern. Diese Maßnahmen haben dazu beigetragen, die Arbeitslosenquote zu stabilisieren und die Wirtschaft zu stärken.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich in der Vergangenheit weniger stark auf Sparmaßnahmen gesetzt hat. Während Deutschland in den 2000er Jahren durch die Agenda 2010 Reformen im Sozialbereich durchführte, setzte Österreich vermehrt auf Investitionen in Bildung und Qualifizierung. Die Schweiz hingegen verfolgt traditionell eine liberale Arbeitsmarktpolitik mit weniger staatlichen Eingriffen.
Die Auswirkungen der aktuellen Arbeitsmarktpolitik sind für viele Bürger direkt spürbar. Ein Beispiel ist die zunehmende Überlastung von Arbeitnehmern in Branchen mit Fachkräftemangel. Ohne ausreichende Qualifizierungsmaßnahmen drohen Produktionsausfälle und eine Verschärfung der sozialen Ungleichheit. Besonders betroffen sind ältere Arbeitnehmer und Menschen ohne formalen Abschluss, die oft Schwierigkeiten haben, sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten.
Laut aktuellen Statistiken der Arbeitsmarktservice (AMS) ist die Arbeitslosenquote in Österreich im Dezember 2025 auf 8,5 % gestiegen, was einem Anstieg von 1,2 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders betroffen sind die Bau- und Tourismusbranche, wo der Fachkräftemangel besonders ausgeprägt ist.
Experten sind sich einig, dass die aktive Arbeitsmarktpolitik in Österreich weiter gestärkt werden muss, um zukünftigen Herausforderungen gewachsen zu sein. Die demografische Entwicklung zeigt, dass in den nächsten Jahren viele erfahrene Arbeitnehmer in Pension gehen werden. Ohne rechtzeitige Maßnahmen droht ein massiver Fachkräftemangel, der die wirtschaftliche Stabilität gefährden könnte.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass die österreichische Politik gefordert ist, einen klaren Kurswechsel zu vollziehen. Investitionen in Bildung und Qualifizierung sind notwendig, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu sichern. Die Bürger sind aufgerufen, sich aktiv an Weiterbildungsprogrammen zu beteiligen und die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.
Für weiterführende Informationen zur Arbeitsmarktpolitik in Österreich besuchen Sie die Presseaussendung des ÖGB.