Am 11. Dezember 2025 wurde in Wien eine richtungsweisende Entscheidung für die Zukunft des österreichischen Wissenschafts- und Forschungsstandorts getroffen. Trotz der angespannten budgetären Lage der Republik Österreich haben sich die Universitäten des Landes bereit erklärt, im Jahr 2027 einmalig 1
Am 11. Dezember 2025 wurde in Wien eine richtungsweisende Entscheidung für die Zukunft des österreichischen Wissenschafts- und Forschungsstandorts getroffen. Trotz der angespannten budgetären Lage der Republik Österreich haben sich die Universitäten des Landes bereit erklärt, im Jahr 2027 einmalig 146 Mio. Euro aus ihren Globalbudgets bereitzustellen, um exzellente Forschung im nationalen Wettbewerb zu finanzieren. Diese Mittel werden über den Wissenschaftsfonds FWF vergeben, der nach höchsten internationalen Standards arbeitet und die Gelder vollständig an die Universitäten zurückführt.
Forschung, Technologie und Innovation sind tragende Säulen einer zukunftsorientierten, demokratischen und resilienten Gesellschaft. Innovationen tragen maßgeblich zum Wirtschaftswachstum bei und sind essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs auf globaler Ebene. In einer Zeit, in der die budgetäre Gesamtlage der Republik angespannt ist, sind alle Bereiche Österreichs aufgefordert, zur Konsolidierung des Bundeshaushalts beizutragen. Doch gleichzeitig ist es unerlässlich, den eingeschlagenen Weg in der Forschungsförderung abzusichern.
Historisch gesehen hat Österreich stets großen Wert auf die Förderung von Wissenschaft und Forschung gelegt. Bereits in den 1960er Jahren wurden erste bedeutende Schritte zur Etablierung einer strukturierten Forschungsförderung unternommen. Mit der Gründung des Wissenschaftsfonds FWF im Jahr 1967 erhielt die österreichische Forschungslandschaft ein wichtiges Instrument zur Förderung exzellenter Grundlagenforschung. Im Laufe der Jahrzehnte wurden die Mittel kontinuierlich erhöht, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden und den internationalen Anschluss nicht zu verlieren.
Die Entwicklung von Förderprogrammen und die Etablierung von Forschungszentren haben dazu beigetragen, dass Österreich heute über eine hochentwickelte Forschungsinfrastruktur verfügt. Diese ermöglicht es, sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der angewandten Forschung international wettbewerbsfähig zu sein.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreichs Investitionen in Forschung und Entwicklung pro Kopf ähnlich hoch sind. Deutschland hat mit der Exzellenzinitiative ein Programm etabliert, das gezielt Spitzenforschung fördert und Universitäten international sichtbar macht. Die Schweiz hingegen setzt auf eine starke Kooperation zwischen Universitäten und der Industrie, um Innovationen schneller in marktfähige Produkte umzusetzen.
Österreich verfolgt einen integrativen Ansatz, bei dem sowohl Grundlagenforschung als auch angewandte Forschung unterstützt werden. Dies ermöglicht es, die Stärken beider Nachbarländer zu kombinieren und eine breite Basis für Innovationen zu schaffen.
Die Entscheidung, 146 Mio. Euro in die Forschung zu investieren, hat weitreichende Auswirkungen auf die österreichische Gesellschaft und Wirtschaft. Durch die Förderung exzellenter Projekte wird die internationale Sichtbarkeit der österreichischen Universitäten erhöht. Dies zieht nicht nur internationale Forschende und Studierende an, sondern stärkt auch die Innovationskraft der heimischen Wirtschaft.
Ein Beispiel für den Erfolg dieser Strategie ist die Einwerbung von ERC-Grants. Diese hochdotierten Förderungen des European Research Council gelten als Goldstandard in der Grundlagenforschung. 62 % der österreichischen ERC-Preisträger:innen konnten ihren Erfolg auf eine FWF-Förderung aufbauen, was die Bedeutung der nationalen Förderstruktur unterstreicht.
Darüber hinaus zeigt sich die Bedeutung der FWF-Förderungen in der Innovations- und Gründungslandschaft. Zwischen 2009 und 2022 führten FWF-Projekte zu über 800 Patenten und mehr als 170 Erfindungen. Diese Innovationen tragen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze bei und stärken die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen.
In Zahlen ausgedrückt, zeigt sich die Effizienz der österreichischen Forschungsförderung eindrucksvoll. Von den 234 ERC-Preisträger:innen, die vor ihrem Erfolg in Österreich tätig waren, profitierten 67 % von einer FWF-Förderung. Besonders bemerkenswert ist der hohe Anteil an Advanced Grants, bei denen 76 % der Preisträger:innen auf eine FWF-Förderung zurückgreifen konnten.
Die öffentliche Hand profitiert ebenfalls von diesen Investitionen. Jeder Euro, der in die Forschung investiert wird, generiert ein Vielfaches an wirtschaftlichem Nutzen. Dies zeigt sich nicht zuletzt in den zahlreichen Spin-offs, die aus FWF-geförderten Projekten hervorgegangen sind und maßgeblich zur Innovationskraft des Landes beitragen.
Die Zukunft des österreichischen Wissenschafts- und Forschungsstandorts hängt maßgeblich von einer kontinuierlichen und verlässlichen Finanzierung ab. Die Zusage der Universitäten, in einer herausfordernden budgetären Phase Verantwortung zu übernehmen, ist ein starkes Signal. Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner betont, dass eine solide finanzielle Ausstattung der Universitäten notwendig ist, um die hochqualitativen Leistungen zu erhalten und zu stärken.
Die Planungsperspektive für das zukünftige FWF-Förderbudget ermöglicht es Österreich, seinen erfolgreichen Innovationskurs fortzusetzen. Die Forschungsleistungen der Universitäten werden dabei auch künftig eine tragende Rolle spielen. Die Einigung zwischen den Universitäten und dem Bundesministerium zeigt, dass trotz Konsolidierung ein gezieltes Investieren in Forschung der richtige Weg für ein innovatives, demokratisches und widerstandsfähiges Österreich ist.
Österreich steht vor der Herausforderung, seine Forschungslandschaft trotz angespannter Haushaltslage zukunftsfähig zu gestalten. Die Entscheidung, 146 Mio. Euro in die Forschung zu investieren, ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Sie stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Universitäten und trägt zur Innovationskraft der Wirtschaft bei.
Die nächsten Jahre werden zeigen, wie effektiv diese Maßnahmen umgesetzt werden und welche weiteren Schritte notwendig sind, um Österreich als führenden Wissenschafts- und Forschungsstandort in Europa zu etablieren. Interessierte Leser:innen finden weiterführende Informationen auf der Website des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung.