Am 5. November 2025 verabschiedete die österreichische Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt mit großer Begeisterung das nationale Team zu den 25. Sommer-Deaflympics in Tokio. Diese Spiele, die vom 15. bis 26. November stattfinden, sind ein bedeutendes Ereignis für gehörlose Sportlerinnen und Spor
Am 5. November 2025 verabschiedete die österreichische Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt mit großer Begeisterung das nationale Team zu den 25. Sommer-Deaflympics in Tokio. Diese Spiele, die vom 15. bis 26. November stattfinden, sind ein bedeutendes Ereignis für gehörlose Sportlerinnen und Sportler weltweit. Rund 3.000 Athletinnen und Athleten aus über 100 Ländern werden in der japanischen Hauptstadt erwartet, um in verschiedenen Disziplinen um Medaillen zu kämpfen.
Die Deaflympics, auch bekannt als die Olympischen Spiele der Gehörlosen, sind ein vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) anerkanntes Sportereignis. Sie finden alle vier Jahre statt, jeweils ein Jahr nach den regulären Olympischen Spielen, und feiern 2025 ihr 100-jähriges Bestehen. Die ersten Spiele wurden 1924 in Paris ausgetragen und stellten einen Meilenstein in der Geschichte des Sports für Menschen mit Behinderungen dar.
Im Gegensatz zu den Paralympics, die für Menschen mit verschiedenen körperlichen Behinderungen konzipiert sind, konzentrieren sich die Deaflympics ausschließlich auf Athletinnen und Athleten mit Hörbehinderungen. Dies ermöglicht es den Teilnehmern, sich auf Augenhöhe zu messen, ohne durch visuelle oder akustische Hilfsmittel benachteiligt zu sein.
Österreich wird in Tokio mit einer Delegation von sieben Athletinnen und Athleten in vier Sportarten vertreten sein:
Diese Sportlerinnen und Sportler haben sich mit großem Einsatz auf die Deaflympics vorbereitet und hoffen, in Tokio nicht nur sportliche Erfolge zu feiern, sondern auch als Botschafter des Gehörlosensports zu glänzen.
Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt betonte bei der Verabschiedung die symbolische Kraft der Deaflympics: „Die Deaflympics sind ein starkes Symbol dafür, dass Sport Brücken baut – über Sprachen, Grenzen und Barrieren hinweg.“ Diese Aussage unterstreicht die Bedeutung des Sports als Mittel zur Förderung von Inklusion und Verständnis in der Gesellschaft.
Der Präsident des Österreichischen Gehörlosen Sportverbands, Bernhard Kurzmann, hob die Unterstützung durch das Sportministerium als wichtiges Zeichen der Wertschätzung hervor. „Sie hilft uns, die großartigen Leistungen unserer Sportlerinnen und Sportler sichtbarer zu machen und den inklusiven Gedanken im heimischen Sport weiter zu stärken“, erklärte er.
Der Österreichische Gehörlosen Sportverband (ÖGSV) wurde 1931 gegründet und hat seither eine zentrale Rolle in der Förderung des Gehörlosensports gespielt. Der Verband setzt sich dafür ein, dass gehörlose Menschen die gleichen Chancen im Sport bekommen – vom Nachwuchs bis zur Spitze. Bei der Sporthilfe-Gala 2025 wurde die Skirennläuferin Melissa Köck als erste gehörlose Sportlerin zur „Sportlerin des Jahres mit Behinderung“ gewählt, was die wachsende Anerkennung des Gehörlosensports in der breiteren Öffentlichkeit widerspiegelt.
Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass Österreich im Bereich des Gehörlosensports gut aufgestellt ist. In Ländern wie den USA und China gibt es ebenfalls starke Programme zur Förderung von Athletinnen und Athleten mit Hörbehinderungen. Diese Länder investieren erheblich in die Entwicklung von Talenten und die Bereitstellung von Ressourcen für ihre Sportler. Österreich kann hier mithalten, indem es kontinuierlich in die Infrastruktur und die Ausbildung von Trainern investiert.
Trotz der Erfolge gibt es nach wie vor Herausforderungen. Viele gehörlose Sportlerinnen und Sportler kämpfen mit finanziellen Hürden, da Sponsoring und öffentliche Aufmerksamkeit oft geringer ausfallen als bei nicht-behinderten Athleten. Dies macht es umso wichtiger, dass Organisationen wie der ÖGSV und das Sportministerium an einem Strang ziehen, um die notwendige Unterstützung zu gewährleisten.
Die Teilnahme an den Deaflympics hat weitreichende Auswirkungen auf die Gesellschaft. Sie trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen und das Bewusstsein für die Fähigkeiten und Talente von Menschen mit Hörbehinderungen zu schärfen. Durch die mediale Berichterstattung über die Spiele wird die Öffentlichkeit auf die Herausforderungen und Erfolge dieser Athletinnen und Athleten aufmerksam gemacht, was zu einer stärkeren Inklusion in allen Lebensbereichen führen kann.
Der Blick in die Zukunft des Gehörlosensports ist vielversprechend. Mit der fortschreitenden technologischen Entwicklung eröffnen sich neue Möglichkeiten für Training und Wettkampf. Technologien, die die Kommunikation und das Verständnis verbessern, werden den Athletinnen und Athleten helfen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.
Experten sind sich einig, dass der Gehörlosensport in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird. „Die Innovationskraft und der unermüdliche Einsatz der Sportlerinnen und Sportler werden den Gehörlosensport auf ein neues Niveau heben“, prognostizieren sie.
Abschließend bleibt zu hoffen, dass die Deaflympics 2025 in Tokio nicht nur ein sportlicher Erfolg für Österreich werden, sondern auch ein inspirierendes Beispiel für die Kraft des Sports als Mittel zur Förderung von Inklusion und Gleichberechtigung. Die Unterstützung der Gesellschaft und der Politik ist entscheidend, um die Rahmenbedingungen für alle Athletinnen und Athleten weiter zu verbessern.
Fotos der Verabschiedung und der Athletinnen und Athleten sind verfügbar unter diesem Link.