Am 31. Dezember 2025 veröffentlicht die Wirtschaftskammer Österreich eine Pressemitteilung, die den aktuellen Stand des Kraftstoffverbrauchs in Österreich beleuchtet. Die Zahlen zeigen einen bemerkenswerten Trend: Während der Dieselverbrauch weiterhin rückläufig ist, verzeichnen Benzin und Heizöl ei
Am 31. Dezember 2025 veröffentlicht die Wirtschaftskammer Österreich eine Pressemitteilung, die den aktuellen Stand des Kraftstoffverbrauchs in Österreich beleuchtet. Die Zahlen zeigen einen bemerkenswerten Trend: Während der Dieselverbrauch weiterhin rückläufig ist, verzeichnen Benzin und Heizöl ein leichtes Plus. Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen und Chancen, denen sich die österreichische Mineralölindustrie gegenüber sieht.
Die alljährliche Markteinschätzung des Fachverbandes der Mineralölindustrie (FVMI) in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zeigt, dass der Gesamtverbrauch von Diesel und Benzin im Jahr 2025 bei 7,1 Millionen Tonnen liegt. Umgerechnet in Liter entspricht dies etwa 8,6 Milliarden Litern Kraftstoff. Diese Zahlen sind ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den 8,9 Milliarden Litern, die 2024 verbraucht wurden. Der Rückgang des Dieselverbrauchs um 5 Prozent auf rund 5,41 Millionen Tonnen ist zwar moderater als in den Vorjahren, aber dennoch signifikant.
Der Begriff „Dieselkraftstoff“ bezeichnet einen Kraftstoff, der hauptsächlich in Dieselmotoren verwendet wird. Dieselmotoren sind Verbrennungsmotoren, die den Kraftstoff durch Kompression zünden, was sie besonders effizient macht. Im Vergleich zu Benzinmotoren haben Dieselmotoren oft einen höheren Wirkungsgrad, was sie für den Einsatz in Lastkraftwagen und anderen Nutzfahrzeugen attraktiv macht.
Historisch gesehen hat der Kraftstoffverbrauch in Österreich verschiedene Phasen durchlaufen. In den 1970er Jahren stieg der Verbrauch stetig an, was auf das Wirtschaftswachstum und die zunehmende Motorisierung zurückzuführen war. In den letzten Jahrzehnten jedoch hat sich ein Wandel vollzogen. Die Einführung strengerer Umweltauflagen und die Förderung alternativer Antriebe haben den Verbrauch von fossilen Brennstoffen beeinflusst. In den letzten Jahren ist der Trend zu einer Reduktion des Verbrauchs von Dieselkraftstoff besonders ausgeprägt, während der Benzinverbrauch relativ stabil geblieben ist.
Ein Blick über die Grenzen hinaus zeigt, dass Österreich in einer ähnlichen Lage ist wie andere europäische Länder. In Deutschland beispielsweise ist der Dieselverbrauch ebenfalls rückläufig, während der Benzinverbrauch stabil bleibt. Die Schweiz hat ähnliche Trends zu verzeichnen, wobei dort die Förderung von Elektromobilität noch stärker vorangetrieben wird. Diese Vergleiche verdeutlichen, dass Österreich nicht isoliert ist, sondern Teil eines größeren europäischen Trends.
Für die österreichischen Bürger hat der rückläufige Dieselverbrauch verschiedene Auswirkungen. Einerseits könnten die Preise für Dieselkraftstoff aufgrund der geringeren Nachfrage stabil bleiben oder sogar sinken. Andererseits bedeutet die steigende Nachfrage nach Benzin und Heizöl, dass hier möglicherweise mit Preissteigerungen zu rechnen ist. Ein konkretes Beispiel ist die erhöhte Nachfrage nach Heizöl im Winter, die zu höheren Heizkosten für Haushalte führen kann. Die Stabilität der Kraftstoffpreise trotz der Erhöhung der CO₂-Bepreisung auf 55 Euro pro Tonne ist jedoch ein positives Signal für Verbraucher.
Die detaillierte Analyse der Verbrauchszahlen zeigt, dass etwa 55 Prozent des Dieselkraftstoffs über die rund 2.700 öffentlich zugänglichen Tankstellen verkauft wurden, während 45 Prozent im Commercial-Geschäft bei Großkunden abgesetzt wurden. Benzin hingegen wurde nahezu vollständig über den Tankstellenmarkt an Verbraucher abgegeben. Diese Verteilung zeigt die unterschiedlichen Vertriebswege und Marktsegmente, die für Diesel und Benzin existieren.
Die Zukunftsperspektiven für den Kraftstoffverbrauch in Österreich sind eng mit der Entwicklung der Elektromobilität und der politischen Rahmenbedingungen verknüpft. Die FVMI-Geschäftsführerin Hedwig Doloszeski betont, dass die Elektromobilität sich nicht so schnell entwickelt, wie erhofft. Dennoch ist die Branche gefordert, den Umbau zu einem nachhaltigeren Energiesystem aktiv mitzugestalten. Die Politik spielt hierbei eine entscheidende Rolle, indem sie klare Ziele und unterstützende Rahmenbedingungen schafft.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Kraftstoffverbrauch in Österreich im Jahr 2025 von Stagnation geprägt ist. Der Rückgang des Dieselverbrauchs und das leichte Plus bei Benzin und Heizöl spiegeln die Herausforderungen wider, vor denen die Mineralölindustrie steht. Die Branche muss sich anpassen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit gewährleisten. Die Frage bleibt, wie schnell die Elektromobilität und andere nachhaltige Energielösungen den Markt beeinflussen werden. Für weitere Informationen zur Entwicklung der Mineralölindustrie und den politischen Rahmenbedingungen empfehlen wir einen Blick auf die Webseite der Wirtschaftskammer Österreich.