Am 15. Januar 2026 blickt Österreich auf ein Jahr zurück, in dem das Einwegpfandsystem für PET-Flaschen und Aluminiumdosen eine bedeutende Rolle im Kampf gegen Umweltverschmutzung spielte. Mit dem Ziel, die Sammelquote bis 2027 auf 90 Prozent zu erhöhen, wurde das System am 1. Januar 2025 eingeführt
Am 15. Januar 2026 blickt Österreich auf ein Jahr zurück, in dem das Einwegpfandsystem für PET-Flaschen und Aluminiumdosen eine bedeutende Rolle im Kampf gegen Umweltverschmutzung spielte. Mit dem Ziel, die Sammelquote bis 2027 auf 90 Prozent zu erhöhen, wurde das System am 1. Januar 2025 eingeführt. Konsument*innen zahlen seither 25 Cent Pfand beim Kauf, das bei Rückgabe der leeren Verpackungen erstattet wird.
Bernhard Rainer, Leiter des Forschungszentrums Nachhaltigkeitsbewertung und Verpackungslösungen an der Hochschule Wien, zieht eine positive Bilanz: „Derzeit werden 70 bis 80% der PET-Flaschen recycelt. Das sind vielversprechende Zahlen, wenn wir auf die Zielvorgabe von 90% für 2027 blicken.“ Doch während das PET-Recycling Fortschritte macht, liegt die Recyclingrate für alle Kunststoffarten bei nur 35%, deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 42%.
Das Pfandsystem hat sich als effektiver Hebel erwiesen, um eine echte Kreislaufwirtschaft zu etablieren. Der Begriff „Kreislaufwirtschaft“ bezeichnet ein Wirtschaftssystem, das darauf abzielt, Abfälle zu minimieren, indem Materialien so lange wie möglich im Kreislauf gehalten werden. Dies steht im Gegensatz zu einer linearen Wirtschaft, bei der Produkte nach Gebrauch entsorgt werden.
Rainer erklärt: „Beim RE-Cycling werden Materialien im Kreislauf gehalten, die Qualität bewahrt und Ressourcen geschont. Die Plastikflasche wird wieder zur Plastikflasche – Bottle-to-Bottle statt Downcycling.“
Obwohl das Pfandsystem erfolgreich ist, gibt es noch Herausforderungen. „Eine 100%ige Recyclingquote ist weder technisch noch wirtschaftlich erreichbar“, sagt Rainer. Materialverluste bei Sammlung, Sortierung und Aufbereitung sind unvermeidbar. Dennoch sind Recyclingquoten von 60 bis 70% je nach Kunststoffart möglich.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, die bereits seit Jahren erfolgreich Pfandsysteme betreiben, hat Österreich noch Aufholbedarf. In Deutschland liegt die Recyclingquote für PET-Flaschen bei über 90%, während die Schweiz mit innovativen Recyclingtechnologien punktet.
Für die Bürger*innen bedeutet das Pfandsystem nicht nur eine umweltbewusste Alternative, sondern auch eine finanzielle Entlastung. Durch die Rückgabe der Flaschen und Dosen erhalten sie ihr Pfand zurück, was einen Anreiz schafft, die Verpackungen korrekt zu entsorgen.
Ein Beispiel aus Wien zeigt, dass durch das System jährlich mehrere Tonnen an Müll vermieden werden können. Dies reduziert nicht nur die Umweltbelastung, sondern spart auch Kosten bei der Abfallentsorgung.
Statistiken zeigen, dass die Einführung des Pfandsystems die Sammelquote für PET-Flaschen von 60% auf 70 bis 80% gesteigert hat. Die Hochschule Campus Wien forscht intensiv an Projekten wie PET2Pack und SafeCycle, um die Recyclingprozesse weiter zu optimieren.
Bernhard Rainer sieht Potenzial in der Ausweitung des Systems auf andere Kunststoffarten wie Milchprodukte und Waschmittelflaschen. „Voraussetzung ist, dass ökologische Wirkung, technische Machbarkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit zusammenkommen“, so Rainer.
Internationale Studien und Praxisbeispiele zeigen, dass ein breiteres Pfandsystem machbar ist, wenn gesetzliche Rahmenbedingungen und technische Herausforderungen berücksichtigt werden.
Das erste Jahr des PET-Pfandsystems in Österreich war ein Erfolg, doch es gibt noch viel zu tun. Eine Ausweitung des Systems könnte weitere Fortschritte bringen. Die Hochschule Campus Wien wird auch weiterhin an innovativen Lösungen arbeiten, um das Recycling in Österreich zu verbessern.
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