Am 20. November 2025 wurden in Wien die begehrten ÖZIV-Medienpreise vergeben. Diese Auszeichnung würdigt herausragende journalistische Beiträge, die sich mit den Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen auseinandersetzen. Die diesjährigen Preisträger, Thomas Winkelmüller und Constanze Ertl, h
Am 20. November 2025 wurden in Wien die begehrten ÖZIV-Medienpreise vergeben. Diese Auszeichnung würdigt herausragende journalistische Beiträge, die sich mit den Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen auseinandersetzen. Die diesjährigen Preisträger, Thomas Winkelmüller und Constanze Ertl, haben mit ihren Arbeiten erneut Maßstäbe gesetzt. Der ÖZIV Bundesverband, der seit 2006 diesen Preis verleiht, unterstreicht damit die Bedeutung einer fundierten und respektvollen Berichterstattung über Menschen mit Behinderungen in Österreich.
Seit fast zwei Jahrzehnten ehrt der ÖZIV Bundesverband Journalistinnen und Journalisten, die sich durch ihre Berichterstattung über Menschen mit Behinderungen auszeichnen. Der Preis wird in den Kategorien Print und Elektronische Medien vergeben, wobei eine prominente Jury unter dem Vorsitz von Prof. Fred Turnheim die Siegerbeiträge auswählt. In diesem Jahr wurden Thomas Winkelmüller für seinen Artikel im Magazin DATUM und Constanze Ertl für ihre Sendungen im ORF ausgezeichnet.
Der ÖZIV Bundesverband ist seit 1962 aktiv und setzt sich für die Interessen von Menschen mit Behinderungen ein. Mit rund 22.000 Mitgliedern ist der Verband eine wichtige Stimme in Österreich, die sich für eine inklusive Gesellschaft starkmacht. Die Verleihung der Medienpreise ist ein Teil dieser Bemühungen, um das Bewusstsein für die Herausforderungen und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zu schärfen.
Thomas Winkelmüller wurde für seinen Artikel „Im Spektrum, aus dem System“ ausgezeichnet, der im Magazin DATUM erschienen ist. Der Artikel beleuchtet die Schwierigkeiten, mit denen Eltern von Kindern im Autismus-Spektrum konfrontiert sind. In Österreich fehlen oft die notwendigen Ressourcen, wie Kindergartenplätze und spezialisierte Therapien, um den Bedürfnissen dieser Kinder gerecht zu werden. Winkelmüllers Beitrag zeichnet sich durch seine fachliche Genauigkeit und die einfühlsame Darstellung der betroffenen Familien aus.
Constanze Ertl erhielt den Preis in der Kategorie Elektronische Medien für ihre Berichterstattung über ME/CFS im ORF. Ihre Beiträge in Formaten wie „ORF konkret“ und „ZIB 2“ zeichnen ein eindrückliches Bild der persönlichen Herausforderungen, denen Betroffene gegenüberstehen. Die Sendungen thematisieren auch die oft problematische Rolle von Begutachtungen und den Kampf der Betroffenen um Anerkennung und Unterstützung.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich in der Berichterstattung über Menschen mit Behinderungen gut aufgestellt ist. Während in Deutschland ähnliche Preise wie der „Grimme-Preis“ existieren, legt der ÖZIV-Medienpreis einen spezifischen Fokus auf Behinderungen, was ihn einzigartig macht. In der Schweiz gibt es ebenfalls Bemühungen, die mediale Darstellung von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, jedoch fehlt dort ein vergleichbarer Preis.
Die prämierten Beiträge haben einen direkten Einfluss auf die Gesellschaft. Sie tragen dazu bei, Vorurteile abzubauen und das Verständnis für die Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen zu fördern. Ein Beispiel ist die verstärkte Diskussion über die Notwendigkeit von Inklusion in Schulen und am Arbeitsplatz. Solche Berichterstattungen können auch politische Entscheidungen beeinflussen, indem sie auf Missstände aufmerksam machen und Handlungsbedarf aufzeigen.
In Österreich leben etwa 1,7 Millionen Menschen mit einer Behinderung, was rund 20% der Bevölkerung entspricht. Trotz dieser hohen Zahl gibt es oft unzureichende Angebote in Bildung und Arbeitsmarkt. Die ÖZIV-Medienpreise tragen dazu bei, diese Themen in den öffentlichen Diskurs zu bringen und Lösungen zu fördern.
Die Zukunft der Berichterstattung über Menschen mit Behinderungen in Österreich sieht vielversprechend aus. Mit der stetigen Weiterentwicklung der Medienlandschaft und dem zunehmenden Bewusstsein für Inklusion wird erwartet, dass Themen rund um Behinderungen noch stärker in den Fokus rücken. Der ÖZIV Bundesverband plant, die Medienpreise weiter auszubauen und neue Kategorien einzuführen, um noch mehr Aspekte der Inklusion abzudecken.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der ÖZIV-Medienpreis nicht nur eine Anerkennung für herausragende journalistische Leistungen ist, sondern auch ein wichtiger Impulsgeber für die gesellschaftliche Diskussion über Inklusion in Österreich. Die ausgezeichneten Beiträge zeigen, dass es möglich ist, komplexe Themen verständlich und respektvoll zu vermitteln. Die Zukunft der Inklusion in den Medien sieht rosig aus, und der ÖZIV wird weiterhin eine zentrale Rolle in dieser Entwicklung spielen.
Für weitere Informationen über die Arbeit des ÖZIV und die diesjährigen Preisträger besuchen Sie bitte die offizielle Pressemitteilung.