Salzburg und Tirol proben gemeinsam den Ernstfall
Am 6. März 2026 findet auf dem Truppenübungsplatz Hochfilzen eine länderübergreifende Katastrophenschutzübung statt. Minister Karner wird anwesend sein.
Am 6. März 2026 findet auf dem Truppenübungsplatz Hochfilzen eine der größten länderübergreifenden Katastrophenschutzübungen Österreichs statt. Bei der Übung "OLEX.26" trainieren die Bundesländer Salzburg und Tirol gemeinsam mit verschiedenen Einsatzorganisationen das koordinierte Vorgehen bei schweren Katastrophenfällen.
Die Übung umfasst sowohl eine Stabsübung mit einem fiktiven Extremwetter-Szenario als auch eine spektakuläre Realübung, bei der ein Hubschrauberabsturz mit anschließendem Lawinenabgang simuliert wird. Dabei werden brennende Hubschrauberwracks aufgebaut und Einsatzkräfte müssen sich zu "verletzten" Personen abseilen.
Die Übung wird von höchster politischer Ebene begleitet. Innenminister Gerhard Karner wird gemeinsam mit der Salzburger Landeshauptfrau Karoline Edtstadler und dem Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle vor Ort sein. Diese hochkarätige Besetzung unterstreicht die Bedeutung, die der länderübergreifenden Zusammenarbeit im Katastrophenschutz beigemessen wird.
"Naturkatastrophen machen nicht an Landesgrenzen halt", betont die gemeinsame Herangehensweise der beiden Bundesländer. Gerade in Zeiten des Klimawandels, in denen Extremwetterereignisse zunehmen, ist eine reibungslose Koordination zwischen den Bundesländern von entscheidender Bedeutung.
Das Übungsszenario ist bewusst realitätsnah gewählt. Hubschrauberabstürze in alpinem Gelände kommen immer wieder vor, oft gefolgt von sekundären Gefahren wie Lawinen oder Bränden. Die Einsatzkräfte müssen in solchen Situationen nicht nur die primären Opfer versorgen, sondern auch weitere Gefährdungen für Retter und Bevölkerung minimieren.
Bei der Übung werden verschiedene Aspekte des Katastrophenschutzes trainiert: die Alarmierung und Koordination der Einsatzkräfte, die medizinische Versorgung von Verletzten unter schwierigen Bedingungen, die Bergung aus unwegsamen Gelände sowie die Kommunikation zwischen den verschiedenen beteiligten Organisationen.
An der Übung nehmen neben den Landesregierungen auch das Bundesheer, die Polizei, Feuerwehren, Rettungsorganisationen und der Bergrettungsdienst teil. Diese Vielfalt spiegelt die Realität wider, denn bei größeren Katastrophen sind stets mehrere Organisationen gleichzeitig im Einsatz.
Peter Schinnerl, der Militärkommandant von Salzburg, und Elmar Rizzoli, Leiter des Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement des Landes Tirol, werden bei der Pressekonferenz Einblicke in die Übungsplanung und -durchführung geben. Sie werden erläutern, wie die verschiedenen Organisationen zusammenarbeiten und welche Herausforderungen dabei zu bewältigen sind.
Österreich ist aufgrund seiner geografischen Lage und topografischen Beschaffenheit verschiedenen Naturgefahren ausgesetzt. Neben Lawinen und Hochwasser nehmen auch durch den Klimawandel bedingte Extremwetterereignisse wie Starkregen, Sturm und Hitze zu. Eine effektive Katastrophenvorsorge und -bewältigung ist daher von größter Bedeutung.
Die Übung OLEX.26 ist Teil einer Reihe regelmäßiger Katastrophenschutzübungen, die dazu dienen, die Einsatzbereitschaft zu erhalten und zu verbessern. Solche Übungen decken oft Schwachstellen in der Kommunikation oder Koordination auf, die dann in der Realität behoben werden können.
Der Medientermin ist sorgfältig geplant und bietet Journalisten die Möglichkeit, sowohl die politische Dimension als auch die praktische Durchführung der Übung zu erleben. Um 11 Uhr findet im Waldlager des Truppenübungsplatzes Hochfilzen eine Pressekonferenz statt, bei der die hochrangigen Vertreter der Politik und der Einsatzorganisationen über die Ziele und den Ablauf der Übung informieren.
Circa um 12.15 Uhr erfolgt der Transport der Medienvertreter mit Shuttlefahrzeugen des Bundesheeres zum eigentlichen Schauplatz der Realübung. Da die Zufahrt mit privaten Fahrzeugen nicht möglich ist und das Gelände schwierig begehbar sein kann, wird festes Schuhwerk empfohlen.
Die Übung endet voraussichtlich um 13.30 Uhr, anschließend erfolgt der Rücktransport zum Waldlager. Diese Organisation ermöglicht es den Medien, die Übung hautnah mitzuerleben, ohne die Abläufe zu stören oder sich selbst zu gefährden.
Der Truppenübungsplatz Hochfilzen bietet ideale Voraussetzungen für eine realitätsnahe Katastrophenschutzübung. Das alpine Gelände mit seinen verschiedenen Geländeformen entspricht den Bedingungen, unter denen Einsatzkräfte in Salzburg und Tirol häufig arbeiten müssen.
Die Infrastruktur des Truppenübungsplatzes ermöglicht es zudem, auch größere Übungen sicher durchzuführen, ohne den zivilen Verkehr oder Anwohner zu beeinträchtigen. Gleichzeitig können realistische Übungsszenarien aufgebaut werden, die in bewohntem Gebiet nicht möglich wären.
Obwohl OLEX.26 eine nationale Übung ist, steht sie auch im Kontext der internationalen Zusammenarbeit im Katastrophenschutz. Österreich ist Teil verschiedener internationaler Hilfsmechanismen und kann sowohl Hilfe anfordern als auch anderen Ländern Unterstützung bieten.
Die bei solchen Übungen gesammelten Erfahrungen fließen auch in diese internationale Zusammenarbeit ein. Bewährte Verfahren und Erkenntnisse aus österreichischen Übungen können anderen Ländern zugute kommen und umgekehrt.
Nach der Übung erfolgt eine ausführliche Nachbereitung und Auswertung. Alle beteiligten Organisationen analysieren den Ablauf, identifizieren Verbesserungsmöglichkeiten und entwickeln ihre Verfahren weiter. Diese kontinuierliche Verbesserung ist essentiell, um im Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein.
Die Übung OLEX.26 zeigt das Engagement Österreichs für einen effektiven und modernen Katastrophenschutz. Sie demonstriert, dass die Sicherheit der Bevölkerung oberste Priorität hat und dass alle beteiligten Akteure bereit sind, ihre Fähigkeiten kontinuierlich zu verbessern.