Wiener Künstler stellt bis Januar 2027 im Karikaturmuseum aus
Das Karikaturmuseum Krems würdigt Oliver Schopf mit einer umfassenden Werkschau. 200 Originale zeigen Karikaturen und Gerichtszeichnungen.
Das Karikaturmuseum Krems ehrt einen der profiliertesten österreichischen Karikaturisten: Oliver Schopf erhält mit "Nichts als die Wahrheit" eine große Personale, die vom 21. Februar 2026 bis 31. Januar 2027 läuft. Die Ausstellung markiert gleichzeitig den Auftakt zum 25-jährigen Jubiläum des einzigen Museums für satirische Kunst in Österreich.
Oliver Schopf, geboren 1960 in Kitzbühel, prägt seit Jahrzehnten die österreichische Karikaturenlandschaft. Seit 1988 kommentiert er als Hauskarikaturist der Tageszeitung "Der Standard" mit scharfem Strich gesellschaftliche und politische Entwicklungen. Seine Arbeiten erscheinen regelmäßig auch in renommierten internationalen Medien wie "Die Zeit", "Süddeutsche Zeitung", "Le Monde", "The Guardian" und "El País".
"Oliver Schopf ist ein künstlerischer Tausendsassa! Scharfsinnige Karikaturen geben Einblick in seine Tätigkeit für die Tageszeitung Der Standard", erklärt Gottfried Gusenbauer, künstlerischer Direktor und Kurator des Karikaturmuseums Krems. "Mit Werken zu prominenten Prozessen öffnet sich der Blick direkt in die faszinierende Welt der Gerichtszeichnungen."
Die umfassende Werkschau präsentiert rund 200 Originale, die die thematische und zeichnerische Bandbreite des Tiroler Künstlers verdeutlichen. Ob klassisch mit Tusche gezeichnet oder digital umgesetzt – Schopfs Karikaturen sind ein künstlerisches Kondensat aus gründlicher Recherche und pointiertem Witz.
Besucher können dabei eine Reise durch die jüngere Zeitgeschichte unternehmen: Wladimir Putin busselt in einer Zeichnung mit Xi Jinping und tanzt in einer anderen mit "Peacemaker" Donald Trump. Der Eurovision Song Contest wird ebenso satirisch kommentiert wie aktuelle politische Entwicklungen.
Besonders faszinierend sind Schopfs Gerichtszeichnungen, die dort entstehen, wo Kameras nicht erlaubt sind. Als einer der wenigen Gerichtszeichner Österreichs ermöglicht er einzigartige Einblicke in prominente Verfahren. Helmut Elsner erscheint in seinen Zeichnungen zum BAWAG-Prozess in Bermuda-Shorts und sorgt für bitterböses Schmunzeln. Aus dem "BUWOG-Haus" grinst Karl-Heinz Grasser – Momente der Zeitgeschichte, festgehalten mit satirischem Blick.
Diese Gerichtszeichnungen sind nicht nur künstlerische Werke, sondern auch wichtige zeithistorische Dokumente. Sie zeigen, wie sich österreichische Justizgeschichte in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat und welche Fälle die Öffentlichkeit besonders bewegten.
Die Ausstellung zeigt aber auch andere Facetten von Schopfs künstlerischem Schaffen. Seine großformatigen Aquarelle zeugen von der charakteristischen Pinsel-Farbklopftechnik des Künstlers und behandeln unter anderem Architekturkritik sowie so manche Bausünde. Die besondere Lebendigkeit seiner Aquarelle macht diese zu einem visuellen Erlebnis.
Darüber hinaus präsentiert die Schau Stillleben, Porträts berühmter Schachspieler und die sogenannten "BilderGeschichten". Diese Vielfalt garantiert einen abwechslungsreichen Museumsbesuch und zeigt, dass Schopf weit mehr ist als "nur" ein Karikaturist.
Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist die Kooperation mit der Stiftung Forum Verfassung. Unter dem Titel "Judikatur als Karikatur" werden zentrale Aufgaben des Verfassungsgerichtshofs anhand ausgewählter Karikaturen vermittelt. Begleitende Texte und Bücher geben Einblick in wichtige Entscheidungen, den gesellschaftlichen Kontext sowie in Grundrechte und Grundprinzipien der österreichischen Verfassung.
Diese innovative Verbindung von Kunst und Rechtswissenschaft macht komplexe juristische Themen für ein breites Publikum zugänglich und zeigt, wie Karikaturen als Medium der politischen Bildung fungieren können.
Die Ausstellung wird am 21. Februar 2026 um 11:00 Uhr eröffnet. Im Anschluss an die Vernissage findet von 12:30 bis 13:30 Uhr eine Signierstunde mit Oliver Schopf statt. Interessierte können sich ihre Exemplare signieren lassen und persönlich mit dem Künstler ins Gespräch kommen.
Ein weiterer Höhepunkt ist der Artist Talk mit Oliver Schopf am 8. November 2026 von 15:00 bis 16:00 Uhr. Dabei wird der Künstler Einblicke in seinen Schaffensprozess geben und über seine Erfahrungen als Karikaturist und Gerichtszeichner sprechen.
Die Oliver Schopf-Ausstellung bildet den Auftakt zu den Feierlichkeiten anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Karikaturmuseums Krems. Als einziges Museum für satirische Kunst in Österreich hat sich die Institution zu einem wichtigen kulturellen Zentrum entwickelt, das regelmäßig herausragende Künstler der satirischen Kunst präsentiert.
Das Museum am Museumsplatz 3 in Krems an der Donau ist Teil der Kunstmeile Krems und trägt maßgeblich zur kulturellen Vielfalt der Wachau bei. Mit seiner einzigartigen Sammlung und wechselnden Ausstellungen zieht es Kunst- und Kulturinteressierte aus ganz Österreich und darüber hinaus an.
Oliver Schopf gilt als eine der wichtigsten Stimmen der österreichischen Karikatur. Seine Arbeiten zeichnen sich durch präzise Beobachtung, satirische Tiefe und handwerkliche Perfektion aus. Mit jedem Strich zeigt er Haltung und schafft es, komplexe politische und gesellschaftliche Zusammenhänge auf den Punkt zu bringen.
Als Gerichtszeichner hat Schopf eine besondere Position in der österreichischen Medienlandschaft inne. In Zeiten, in denen Kameras in Gerichtssälen nicht erlaubt sind, schaffen seine Zeichnungen eine visuelle Brücke zwischen Justiz und Öffentlichkeit. Seine Darstellungen prominenter Verfahren sind dabei nicht nur dokumentarisch wertvoll, sondern auch künstlerisch bemerkenswert.
Die Tatsache, dass Schopfs Arbeiten in führenden internationalen Publikationen erscheinen, unterstreicht die Qualität und Relevanz seines Schaffens. Von "CartoonArts International" bis zum "Courrier international" – seine Karikaturen finden weltweit Beachtung und tragen zur internationalen Wahrnehmung der österreichischen Kunstszene bei.
Die Ausstellung "Oliver Schopf. Nichts als die Wahrheit" bietet nun die Gelegenheit, das Gesamtwerk des Künstlers in seiner ganzen Bandbreite zu erleben. Von der tagesaktuellen politischen Karikatur bis zur zeithistorischen Gerichtszeichnung, von großformatigen Aquarellen bis zu intimeren Porträts – die Schau verspricht einen umfassenden Einblick in das Schaffen eines der wichtigsten satirischen Künstler Österreichs.
Für Kunstinteressierte, Geschichtsbegeisterte und alle, die sich für die Schnittstelle zwischen Kunst und Gesellschaft interessieren, ist diese Ausstellung ein absolutes Muss. Sie läuft bis 31. Januar 2027 und bietet damit ausreichend Gelegenheit für einen Besuch in der malerischen Wachau-Stadt Krems.