Experten-Runde analysiert erstes Jahr der Dreierregierung
Am 25. Februar debattieren führende Journalist:innen über die Herausforderungen der ÖVP-SPÖ-NEOS-Koalition und deren erste Bruchlinien.
Nach fast einem Jahr im Amt zeigt die Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS erste Risse. Was zunächst als geschlossene Regierung startete, entwickelt sich zunehmend zu einem Bündnis mit internen Spannungen. Die aktuellen politischen Entwicklungen werden am 25. Februar 2026 um 22.30 Uhr in einer neuen Ausgabe der "Runde der ChefredakteurInnen" auf ORF III und ORF ON analysiert.
Die anfängliche Geschlossenheit der Regierung weicht zusehends innerkoalitionären Uneinigkeiten. Besonders die Debatten rund um geplante Volksbefragungen zur Wehrpflicht und zu Erbschaftssteuern haben deutliche Meinungsunterschiede zwischen den Koalitionspartnern offengelegt. Diese Themen spalten nicht nur die Regierung, sondern auch die österreichische Bevölkerung.
Zusätzlich sorgt der pinke Vorstoß der NEOS zu einer umfassenden Lehrplanreform für weitere Diskussionen innerhalb des Regierungsbündnisses. Diese unterschiedlichen Positionen zu zentralen gesellschaftspolitischen Fragen zeigen, wie schwierig es ist, drei verschiedene politische Kulturen unter einen Hut zu bringen.
Trotz ihrer Regierungsverantwortung konnte die Dreierkoalition bisher nicht von einem erhofften Aufschwung in den Umfragen profitieren. Die Meinungsforschung zeigt weiterhin eine klare Dominanz der FPÖ, was für die Regierungsparteien ein besorgniserregendes Signal darstellt. Diese Entwicklung wirft Fragen über die Akzeptanz der aktuellen Politik in der Bevölkerung auf.
Die mangelnde Verbesserung der Umfragewerte deutet darauf hin, dass die Österreicher:innen möglicherweise skeptisch gegenüber der Leistung der Koalition sind oder dass die politischen Botschaften nicht ausreichend bei den Wähler:innen ankommen.
ORF-III-Chefredakteurin Lou Lorenz-Dittlbacher wird mit fünf renommierten Journalist:innen über die aktuelle politische Situation diskutieren. Die Gesprächsrunde umfasst Gerold Riedmann vom Standard, Christina Traar von der Kleinen Zeitung, Maria Scholl von der Austria Presse Agentur, Florian Asamer von Die Presse und Katharina Mittelstaedt von Die Zeit.
Diese Zusammensetzung gewährleistet verschiedene journalistische Perspektiven und eine umfassende Analyse der aktuellen politischen Entwicklungen. Jede:r der teilnehmenden Chefredakteur:innen bringt unterschiedliche Erfahrungen und Schwerpunkte in die Diskussion ein.
Die Expertenrunde wird sich mit mehreren brennenden Fragen auseinandersetzen: Wie ist das erste Regierungsjahr der Dreierkoalition objektiv zu bewerten? Welche Erfolge können verzeichnet werden, und wo sind die größten Defizite zu verorten?
Ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt betrifft das Klima innerhalb der Koalition. Die Frage, ob die unterschiedlichen politischen Kulturen von ÖVP, SPÖ und NEOS langfristig kompatibel sind, wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Auch das allgemeine politische Klima in Österreich wird unter die Lupe genommen.
Darüber hinaus werden die Journalist:innen analysieren, welche konkreten Pläne die Regierungsverantwortlichen für die großen Herausforderungen des Landes haben. Themen wie Wirtschaftspolitik, Sozialreformen, Klimaschutz und Bildungspolitik stehen dabei im Fokus.
Die Diskussion um eine mögliche Volksbefragung zur Wehrpflicht entwickelt sich zu einem echten Lackmustest für die Koalition. Während die einen eine Modernisierung des Wehrdienstes fordern, sehen andere die Wehrpflicht als unverzichtbaren Pfeiler der österreichischen Sicherheitspolitik.
Diese fundamentalen Unterschiede in sicherheitspolitischen Fragen zeigen, wie schwierig es für die drei Parteien ist, gemeinsame Positionen zu finden. Die Art, wie die Koalition mit dieser Herausforderung umgeht, könnte wegweisend für ihre weitere Zusammenarbeit sein.
Auch die Debatte um eine mögliche Wiedereinführung der Erbschaftssteuer sorgt für Spannungen innerhalb der Regierung. Während progressive Kräfte eine gerechtere Vermögensverteilung anstreben, warnen konservative Stimmen vor negativen Auswirkungen auf Familienbetriebe und die Wirtschaft.
Diese unterschiedlichen Auffassungen zu Steuerpolitik und sozialer Gerechtigkeit verdeutlichen die ideologischen Gegensätze, die innerhalb der Dreierkoalition bestehen. Eine Volksbefragung zu diesem Thema könnte diese Unterschiede noch weiter verschärfen.
Der Vorstoß der NEOS zu einer umfassenden Lehrplanreform zeigt weitere Konfliktlinien auf. Während die pinke Partei moderne, zukunftsorientierte Bildungskonzepte vorantreiben möchte, zeigen sich die Koalitionspartner teilweise zurückhaltender gegenüber radikalen Veränderungen im Bildungssystem.
Diese Meinungsunterschiede in der Bildungspolitik sind besonders brisant, da sie direkt die Zukunft der kommenden Generationen betreffen. Die Frage, wie sich die drei Parteien in diesem wichtigen Politikfeld einigen können, wird entscheidend für den Erfolg der Koalition sein.
Die "Runde der ChefredakteurInnen" erfüllt eine wichtige demokratische Funktion, indem sie komplexe politische Entwicklungen für die Öffentlichkeit einordnet und analysiert. In einer Zeit, in der politische Kommunikation oft von Schlagzeilen und schnellen Reaktionen geprägt ist, bietet das Format Raum für tiefergehende Diskussionen.
Die teilnehmenden Journalist:innen bringen ihre langjährige Erfahrung in der politischen Berichterstattung ein und können dadurch Entwicklungen in einen größeren Kontext einordnen. Dies ist besonders wertvoll in einer Phase, in der sich die österreichische Politiklandschaft in einem Wandel befindet.
Die Sendung wird voraussichtlich auch einen Blick in die Zukunft werfen und analysieren, welche Szenarien für die weitere Entwicklung der Koalition denkbar sind. Dabei stehen Fragen im Raum, ob die drei Parteien ihre Differenzen überwinden können oder ob weitere Krisen zu erwarten sind.
Besonders interessant wird die Einschätzung der Expert:innen zu den Chancen der Regierung sein, ihre Umfragewerte zu verbessern und das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. Die Analyse wird zeigen, welche Maßnahmen und Reformen notwendig wären, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen.
Die Sendung "Runde der ChefredakteurInnen" läuft am 25. Februar 2026 um 22.30 Uhr auf ORF III und ist parallel auf ORF ON verfügbar. Weitere Informationen zum Programm sind unter tv.ORF.at/orf3 abrufbar.