Vorarlberger Gemeinschaftsprojekt "Einfach Machen" im TV-Fokus
Eine neue ORF-Dokumentation beleuchtet, wie Bürger in Vorarlberg durch praktische Kurse aktiven Klimaschutz betreiben und dabei Geld sparen.
Am 1. März 2026 um 18.25 Uhr strahlt ORF 2 eine bemerkenswerte Dokumentation aus, die zeigt, wie Klimaschutz im Alltag praktisch funktionieren kann. Die "Österreich-Bild"-Produktion "Do it yourself: Fachleute zeigen, wie Klimaschutz im Alltag funktioniert" des ORF Vorarlberg rückt ein innovatives Gemeinschaftsprojekt ins Rampenlicht, das bereits hunderte von Menschen erreicht hat.
Das EU-geförderte Projekt "Einfach Machen" basiert auf einem simplen, aber wirkungsvollen Prinzip: Expertinnen und Experten geben ihr Wissen in praktischen Kursen an interessierte Laien weiter. Von der Gemüsefermentation über die professionelle Dachbodendämmung bis hin zur Fahrradreparatur - die Bandbreite der angebotenen Workshops ist beeindruckend vielfältig.
Was dieses Projekt besonders macht, ist sein ganzheitlicher Ansatz. Es geht nicht nur um die reine Wissensvermittlung, sondern um ein Konzept, das mehrere gesellschaftliche Bedürfnisse gleichzeitig anspricht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen nicht nur praktische Fertigkeiten, sondern sparen auch Geld, knüpfen soziale Kontakte und entwickeln ein Gefühl der Selbstwirksamkeit.
Besonders bemerkenswert ist, dass der Klimaschutz bei "Einfach Machen" nicht als schwere Bürde oder moralische Verpflichtung präsentiert wird, sondern als positiver Nebeneffekt praktischer Alltagsfertigkeiten entsteht. Wenn Menschen lernen, ihre Lebensmittel länger haltbar zu machen, ihre Häuser energieeffizienter zu gestalten oder Gegenstände zu reparieren statt wegzuwerfen, tragen sie automatisch zum Umweltschutz bei.
Diese Herangehensweise ist besonders wertvoll, da sie Klimaschutz von der abstrakten auf die persönliche Ebene holt. Statt über globale CO2-Werte zu diskutieren, können die Menschen konkret sehen und spüren, wie ihre Handlungen einen Unterschied machen - sowohl für die Umwelt als auch für ihren eigenen Geldbeutel.
Dass ausgerechnet Vorarlberg Schauplatz dieses innovativen Projekts ist, kommt nicht von ungefähr. Das westlichste Bundesland Österreichs hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung gemacht. Die Kombination aus starkem Gemeinschaftssinn, handwerklicher Tradition und Umweltbewusstsein schafft ideale Voraussetzungen für Projekte wie "Einfach Machen".
Die Dokumentation zeigt, wie trotz der vielfältigen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit - von wirtschaftlichen Unsicherheiten bis hin zu sozialen Spannungen - das Thema Klimaschutz nicht aus dem Blick gerät. Stattdessen finden die Menschen in Vorarlberg kreative und praktische Wege, um aktiv zu werden.
Das Projekt "Einfach Machen" geht weit über die reine Wissensvermittlung hinaus. Es schafft Räume der Begegnung, in denen Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergründe zusammenkommen. Ein 70-jähriger Handwerker kann sein Wissen an eine junge Familie weitergeben, während gleichzeitig eine IT-Expertin anderen beibringt, wie sie ihre Geräte nachhaltiger nutzen können.
Diese Begegnungen sind in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung besonders wertvoll. Sie zeigen, dass Menschen trotz unterschiedlicher Lebenshintergründe gemeinsame Ziele haben und voneinander lernen können. Der gemeinsame Nenner ist dabei oft der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung und einem bewussteren Umgang mit Ressourcen.
Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die Förderung der Selbstwirksamkeit. Viele Menschen fühlen sich angesichts großer Herausforderungen wie dem Klimawandel oft hilflos und überfordert. "Einfach Machen" zeigt ihnen konkrete Handlungsmöglichkeiten auf und vermittelt das Gefühl, tatsächlich etwas bewirken zu können.
Wenn jemand lernt, sein Fahrrad selbst zu reparieren, spart er nicht nur Geld und reduziert Abfall, sondern erlebt auch die Befriedigung, ein Problem eigenständig gelöst zu haben. Diese Erfahrung der Selbstwirksamkeit kann sich auf andere Lebensbereiche übertragen und zu einer aktiveren, bewussteren Lebensführung beitragen.
Die EU-Förderung des Projekts unterstreicht dessen innovativen Charakter und sein Potenzial als Modell für andere Regionen. Die Europäische Union unterstützt gezielt Initiativen, die lokale Gemeinschaften stärken und gleichzeitig zu den Klimazielen beitragen. "Einfach Machen" erfüllt beide Kriterien auf vorbildliche Weise.
Die Förderung ermöglicht es, das Projekt professionell zu betreuen, qualifizierte Kursleiter zu engagieren und die notwendige Infrastruktur bereitzustellen. Gleichzeitig können die Kurse für die Teilnehmer kostengünstig oder sogar kostenlos angeboten werden, was die Teilnahme für alle gesellschaftlichen Schichten ermöglicht.
Das erklärte Ziel von "Einfach Machen" ist es, tausende Menschen zu erreichen. Angesichts der positiven Resonanz und der wachsenden Nachfrage scheint dieses Ziel durchaus realistisch. Die Dokumentation dürfte dazu beitragen, das Projekt noch bekannter zu machen und weitere Menschen zur Teilnahme zu motivieren.
Besonders interessant ist die Frage, ob sich das Vorarlberger Modell auf andere Regionen übertragen lässt. Die Kombination aus lokalen Gegebenheiten und universellen menschlichen Bedürfnissen lässt vermuten, dass ähnliche Projekte auch anderswo erfolgreich sein könnten.
Die von Bernhard Stadler gestaltete Dokumentation verspricht, mehr als nur eine Bestandsaufnahme zu sein. Mit David Spettel an der Kamera und Theresa Schweiger am Schnitt entsteht unter der Redaktion von Angelika Simma-Wallinger und der Gesamtleitung von Markus Klement ein Film, der die Zuschauer inspirieren und zum Handeln motivieren soll.
Die Ausstrahlung sowohl im linearen Fernsehen als auch auf der ORF-Streamingplattform ORF ON sorgt dafür, dass die Dokumentation ein breites Publikum erreichen kann. Gerade jüngere Zielgruppen, die verstärkt auf Streaming-Angebote setzen, können so ebenfalls erreicht werden.
"Einfach Machen" zeigt eindrucksvoll, wie Klimaschutz und Gemeinschaftsbildung Hand in Hand gehen können. Das Projekt beweist, dass es nicht immer große, top-down organisierte Maßnahmen braucht, um positive Veränderungen zu bewirken. Manchmal reicht es, Menschen die richtigen Werkzeuge und das nötige Wissen zu geben, damit sie selbst aktiv werden können.
Die Dokumentation kommt zu einem Zeitpunkt, in dem viele Menschen nach praktischen Wegen suchen, um ihren Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft zu leisten. Sie zeigt, dass Klimaschutz nicht kompliziert oder teuer sein muss, sondern im Gegenteil sogar Spaß machen und Geld sparen kann.