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ORF konkret feiert 4.500. Folge: 19 Jahre Konsumentenschutz

15. März 2026 um 07:32
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Es ist ein Meilenstein in der österreichischen Medienlandschaft: Am 16. März 2026 strahlt der ORF die 4.500. Folge des Konsumentenmagazins "konkret" aus. Was vor fast 19 Jahren als neues Format im ...

Es ist ein Meilenstein in der österreichischen Medienlandschaft: Am 16. März 2026 strahlt der ORF die 4.500. Folge des Konsumentenmagazins "konkret" aus. Was vor fast 19 Jahren als neues Format im österreichischen Fernsehen begann, hat sich zu einer der erfolgreichsten und wichtigsten Verbraucherschutzsendungen des Landes entwickelt. Mit konstant hohen Einschaltquoten von durchschnittlich 344.000 Zuschauern und beeindruckenden 23 Prozent Marktanteil beweist "konkret" täglich seine Relevanz für die österreichische Bevölkerung.

Von den Anfängen zur etablierten Erfolgsgeschichte

Die Geschichte von "konkret" begann am 10. April 2007, als das ORF-Konsumentenmagazin erstmals über die Bildschirme flimmerte. Claudia Reiterer und Martina Rupp führten als erste Moderatorinnen durch die Sendung und legten damit den Grundstein für eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte. Das Format war von Beginn an darauf ausgelegt, den österreichischen Verbrauchern praktische Hilfe im Alltag zu bieten und gleichzeitig Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen, wenn sie ihre Kunden benachteiligen.

Im Jahr 2012 durchlief die Sendung eine kurze Umbenennung in "heute konkret", kehrte jedoch bereits im August 2017 zu ihrem ursprünglichen Namen "konkret" zurück. Diese Rückbenennung unterstrich die starke Markenidentität, die das Format über die Jahre aufgebaut hatte. Heute führen Onka Takats, Marvin Wolf und Gerhard Maschl als abwechselnde Gastgeber durch die Sendung und setzen die Tradition ihrer Vorgängerinnen mit gleichem Engagement fort.

Beeindruckende Reichweite und Publikumszuspruch

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: "konkret" erreicht im Jahr 2025 durchschnittlich 344.000 Zuschauer bei einem Marktanteil von 23 Prozent. Diese Werte sind besonders bemerkenswert, wenn man sie in den Kontext der sich wandelnden Medienlandschaft einordnet. In einer Zeit, in der traditionelle Fernsehformate zunehmend mit digitalen Angeboten konkurrieren müssen, behauptet sich "konkret" erfolgreich im Vorabendprogramm des ORF 2.

Besonders eindrucksvoll waren die Spitzenwerte am 7. Jänner 2025, als 534.000 Zuschauer einschalteten und die Sendung einen Marktanteil von bis zu 29 Prozent erreichte. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Konsumentenschutz und verbraucherorientierte Berichterstattung nach wie vor auf großes Interesse in der österreichischen Bevölkerung stoßen.

Vergleich mit anderen deutschsprachigen Konsumentenformaten

Im deutschsprachigen Raum gibt es verschiedene Formate, die sich dem Verbraucherschutz widmen. Das deutsche "Markt" im NDR oder "Kassensturz" im Schweizer Fernsehen SRF erreichen ähnliche Zielgruppen, allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten. "konkret" zeichnet sich durch seine spezifisch österreichische Ausrichtung aus und behandelt Themen, die direkt die österreichischen Konsumenten betreffen, von der Arbeiterkammer bis zu spezifischen Regelungen des österreichischen Konsumentenschutzgesetzes.

Themenschwerpunkte und gesellschaftlicher Impact

Die Redaktion von "konkret" hat sich über die Jahre einen Ruf als investigative und hartnäckige Rechercheure erarbeitet. Besonders hervorzuheben ist die Aufdeckung zweifelhafter Inkassopraktiken, die österreichweit für Aufsehen sorgte und zu Gesetzesänderungen führte. Die Sendung deckte systematische Vertragsfallen bei Internet- und Handyprovidern auf, was zu einer Verschärfung der Kontrollen durch die Regulierungsbehörde RTR führte.

Ein weiterer wichtiger Themenkomplex umfasst problematische Energieversorger-Verträge. Gerade in Zeiten steigender Energiekosten hat "konkret" wiederholt über unlautere Geschäftspraktiken berichtet und Verbrauchern geholfen, aus nachteiligen Verträgen herauszufinden. Die Sendung fungiert dabei nicht nur als Informationsquelle, sondern auch als Mediator zwischen Unternehmen und Verbrauchern.

Erfolgsgeschichte: Der Lipödem-Fall

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für den Einfluss von "konkret" ist die Berichterstattung über uneinheitliche Richtlinien bei der Diagnose von Lipödemen. Lipödeme sind eine chronische Erkrankung des Fettgewebes, die hauptsächlich Frauen betrifft und mit starken Schmerzen und psychischen Belastungen verbunden ist. Die Diagnosestellung war lange Zeit uneinheitlich geregelt, was für Betroffene zu unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten und Kostenübernahmen führte.

Durch die hartnäckige Berichterstattung von "konkret" wurde eine breite gesellschaftliche Diskussion angestoßen, die letztendlich dazu führte, dass die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) ihre Richtlinien überarbeitete. Die Diagnose von Lipödemen steht nun auf einer einheitlichen und transparenten Basis, was für tausende betroffene Frauen eine erhebliche Verbesserung ihrer Situation bedeutet.

Die Jubiläumswoche: Aktuelle Themen im Fokus

Anlässlich der 4.500. Folge widmet sich "konkret" in einer speziellen Jubiläumswoche vier hochaktuellen Themen, die die österreichischen Verbraucher besonders beschäftigen.

Zeitumstellung: Ein europäisches Dauerthema

Am Montag, dem 16. März, steht die Diskussion um die Abschaffung der Zeitumstellung im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem renommierten Meinungsforschungsinstitut OGM hat die Redaktion eine repräsentative Umfrage unter österreichischen Zuschauern durchgeführt. Die Zeitumstellung zwischen Sommer- und Winterzeit beschäftigt nicht nur Österreich, sondern die gesamte Europäische Union seit Jahren.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Auswirkungen der Zeitumstellung auf den menschlichen Biorhythmus haben sich in den vergangenen Jahren verdichtet. Studien zeigen, dass die zweimalige jährliche Umstellung zu Schlafstörungen, erhöhtem Unfallrisiko und sogar zu einem Anstieg von Herzinfarkten in den Tagen nach der Umstellung führen kann. Die Sendung beleuchtet nicht nur diese gesundheitlichen Aspekte, sondern auch die wirtschaftlichen Folgen einer möglichen Abschaffung.

Pfandsystem: Österreichs Weg zur Kreislaufwirtschaft

Der Dienstag widmet sich einem Thema, das seit mehr als einem Jahr den österreichischen Alltag prägt: dem Pfandsystem für Getränkeverpackungen. Mit 25 Cent Pfand pro Plastikflasche oder Aludose hat Österreich einen wichtigen Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft unternommen. Die Sendung verfolgt den kompletten Weg einer Pfandflasche vom Rückgabeautomaten bis zur möglichen Wiederverwendung.

Das österreichische Pfandsystem orientiert sich an erfolgreichen Modellen aus Deutschland und Skandinavien, geht aber in einigen Punkten eigene Wege. Die Rücklaufquote liegt bereits nach dem ersten Jahr bei beeindruckenden 85 Prozent, was deutlich über den EU-Vorgaben liegt. Dennoch landen nach wie vor erhebliche Mengen Plastik im Müll, da nicht jede zurückgegebene Flasche für eine Wiederverwendung geeignet ist.

Osterhasen-Paradox: Niedrige Kakaopreise, hohe Schokoladenpreise

Am Mittwoch beleuchtet "konkret" ein Phänomen, das vielen Konsumenten vor Ostern auffällt: Trotz niedriger Kakaopreise auf dem Weltmarkt sind Schokoladen-Osterhasen teuer wie nie. Die Sendung analysiert die komplexen Mechanismen der Preisgestaltung in der Süßwarenindustrie und erklärt, warum Kakaopreise und Endverbraucherpreise oft in keinem direkten Zusammenhang stehen.

Die österreichische Süßwarenindustrie ist stark von internationalen Konzernen geprägt, die ihre Preise nicht nur nach Rohstoffkosten, sondern auch nach Marktpositionierung und saisonalen Faktoren gestalten. Qualitätskriterien für Schokoladenprodukte sind in Österreich streng geregelt, unterscheiden sich aber deutlich von den Mindestanforderungen anderer EU-Länder.

Digitale Sucht: Wenn das Smartphone zum Problem wird

Den Abschluss der Jubiläumswoche bildet ein Thema, das alle Altersgruppen betrifft: die zunehmende Smartphone-Nutzung und ihre Auswirkungen auf das tägliche Leben. Während politisch über ein Social-Media-Verbot für Jugendliche diskutiert wird, zeigen aktuelle Studien, dass auch ältere Menschen immer mehr Zeit mit ihren Mobilgeräten verbringen.

Bildschirmzeiten von drei bis fünf Stunden täglich sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Die Sendung erklärt, ab wann von problematischem Nutzungsverhalten gesprochen werden kann und welche Strategien helfen, einen bewussten Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln. Besonders im Fokus steht die Frage, wie sich exzessive Smartphone-Nutzung auf soziale Beziehungen und die psychische Gesundheit auswirkt.

Die Bedeutung von "konkret" für den österreichischen Verbraucherschutz

"konkret" hat sich in fast zwei Jahrzehnten zu weit mehr als einer reinen Fernsehsendung entwickelt. Das Format fungiert als wichtiger Baustein der österreichischen Medienlandschaft und trägt maßgeblich zur Stärkung der Verbraucherrechte bei. Durch die Kombination aus investigativem Journalismus, praktischen Ratschlägen und der direkten Konfrontation von Unternehmen mit Beschwerden hat sich die Sendung als effektives Instrument des Konsumentenschutzes etabliert.

Die Arbeit der "konkret"-Redaktion wirkt oft weit über die eigentliche Sendezeit hinaus. Viele der aufgedeckten Missstände führen zu Gesetzesänderungen, Branchenreformen oder zumindest zu einem erhöhten Bewusstsein für Verbraucherrechte. Die Sendung arbeitet dabei eng mit Institutionen wie der Arbeiterkammer, der Wirtschaftskammer und verschiedenen Ombudsstellen zusammen.

Zukunftsperspektiven und digitale Transformation

Mit dem Erreichen der 4.500. Folge steht "konkret" vor neuen Herausforderungen. Die Medienlandschaft wandelt sich rasant, und auch Konsumentenschutz-Themen werden zunehmend digital. Die Sendung reagiert darauf mit einer verstärkten Online-Präsenz und der Verfügbarkeit in der ORF-TVthek und auf ORF ON.

Für die Zukunft ist zu erwarten, dass sich "konkret" verstärkt digitalen Verbraucherthemen widmen wird. Cyber-Sicherheit, Online-Shopping-Fallen, Datensammelwut von Apps und die Rechte von Verbrauchern in der digitalen Welt werden voraussichtlich eine immer größere Rolle spielen. Gleichzeitig bleiben klassische Konsumentenschutz-Themen wie Produktqualität, Servicemängel und unlautere Geschäftspraktiken weiterhin relevant.

Die Erfolgsgeschichte von "konkret" zeigt, dass qualitativ hochwertiger Verbraucherjournalismus nach wie vor einen festen Platz in der österreichischen Medienlandschaft hat. In einer Zeit, in der Fake News und oberflächliche Berichterstattung zunehmen, bietet die Sendung verlässliche, recherchierte Information und praktische Hilfe für den Alltag österreichischer Verbraucher. Die 4.500. Folge markiert somit nicht nur einen Meilenstein, sondern auch den Beginn eines neuen Kapitels in der Geschichte des österreichischen Konsumentenschutzes.

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