Damen-Slalom erreicht 748.000 Zuschauer, Anna Gassers Abschied bewegt 410.000 Fans
Trotz ausbleibender Medaillen begeistern die Olympia-Übertragungen im ORF mit Rekordquoten und starker Streaming-Nutzung.
Die Olympischen Winterspiele 2026 zeigen einmal mehr die ungebrochene Faszination des österreichischen Publikums für den Wintersport. Obwohl die heimischen Athletinnen und Athleten bislang ohne Medaillen geblieben sind, verfolgen Hunderttausende die ORF-Übertragungen mit großer Begeisterung.
Besonders der Damen-Slalom am 18. Februar 2026 entwickelte sich zu einem wahren Publikumsmagneten. Bis zu 748.000 Zuseherinnen und Zuseher verfolgten den zweiten Durchgang live via ORF 1, was einem beeindruckenden Durchschnitt von 692.000 entspricht. Mit einem Marktanteil von 59 Prozent dominierte der ORF am gestrigen Mittwochabend die österreichische Fernsehlandschaft.
Besonders bemerkenswert ist die hohe Resonanz in den jüngeren Zielgruppen. Bei den 12- bis 49-Jährigen erreichte die Übertragung ebenfalls 59 Prozent Marktanteil, während die noch jüngere Gruppe der 12- bis 29-Jährigen sogar 78 Prozent Marktanteil verzeichnete. Diese Zahlen unterstreichen die anhaltende Bedeutung des Wintersports für alle Altersschichten in Österreich.
Einen weiteren Höhepunkt bildete das Slopestyle-Finale, das gleichzeitig den Abschied der österreichischen Snowboard-Legende Anna Gasser markierte. Die zweifache Olympiasiegerin beendete mit diesem Wettkampf ihre beispiellose Karriere, was bei den Fans für große Emotionen sorgte.
Bis zu 410.000 Zuschauer wollten sich diesen historischen Moment nicht entgehen lassen, im Durchschnitt verfolgten 378.000 Menschen Anna Gassers letzten Auftritt bei Olympischen Spielen. Der Marktanteil lag bei soliden 37 Prozent, wobei die jungen Zielgruppen mit 37 Prozent (E-49) beziehungsweise 47 Prozent (E-29) erneut überdurchschnittliches Interesse zeigten.
Anna Gasser hat den österreichischen Wintersport geprägt wie kaum eine andere Athletin. Mit ihren olympischen Goldmedaillen 2018 und 2022 sowie zahlreichen Weltcup-Siegen wurde sie zur Ikone des Snowboardsports. Ihr Abschied markiert das Ende einer Ära und erklärt das große mediale Interesse an ihrem finalen Wettkampf.
Neben den klassischen TV-Quoten zeigt sich auch die digitale Nutzung der ORF-Angebote äußerst erfolgreich. Die Video-Streams der Olympia-Übertragungen vom 18. Februar erreichten beeindruckende Zahlen, die das veränderte Mediennutzungsverhalten der österreichischen Bevölkerung widerspiegeln.
Insgesamt 407.000 Nettoviews (zusammenhängende Nutzungsvorgänge) und 1,5 Millionen Bruttoviews (Videostarts) dokumentieren das große Interesse an den Live-Streams und On-Demand-Inhalten. Besonders bemerkenswert ist das Gesamtnutzungsvolumen von rund 16 Millionen Minuten, was die intensive Beschäftigung mit den Olympia-Inhalten unterstreicht.
Diese Zahlen verdeutlichen den Wandel im Medienkonsum: Während das klassische Fernsehen weiterhin die Hauptrolle spielt, etabliert sich parallel eine starke Streaming-Nutzung. Viele Zuschauer kombinieren beide Kanäle und nutzen die digitalen Angebote als Ergänzung zur linearen Übertragung oder um verpasste Inhalte nachzuholen.
Die starken Quoten bestätigen die Rolle des ORF als verlässlicher Partner für Olympia-Übertragungen in Österreich. Trotz der internationalen Konkurrenz durch Streaming-Plattformen und andere Medienanbieter bleibt der öffentlich-rechtliche Rundfunk die erste Adresse für Wintersport-Fans.
Die Kombination aus bewährter TV-Kompetenz und modernen Streaming-Angeboten ermöglicht es dem ORF, verschiedene Zielgruppen anzusprechen und deren unterschiedliche Sehgewohnheiten zu bedienen. Live-Übertragungen, Zusammenfassungen, Hintergrundberichte und On-Demand-Inhalte bilden ein umfassendes Angebot.
Die hohen Einschaltquoten haben auch Auswirkungen auf den österreichischen Sport selbst. Sie zeigen Sponsoren und Verbänden das ungebrochene Interesse der Bevölkerung am Wintersport und können damit zur langfristigen Finanzierung und Förderung beitragen.
Gleichzeitig motivieren solche Reichweiten junge Athletinnen und Athleten, da sie sehen, welche Aufmerksamkeit ihr Sport in der Öffentlichkeit genießt. Dies kann einen positiven Kreislauf für die Nachwuchsförderung bewirken.
Mit den erreichten Quoten vom gestrigen Mittwoch setzt sich der positive Trend der bisherigen Olympia-Übertragungen fort. Auch an den kommenden Tagen stehen noch mehrere Entscheidungen mit österreichischer Beteiligung auf dem Programm, die für weitere Höhepunkte sorgen könnten.
Besonders gespannt dürfen die Fans auf die noch ausstehenden alpinen Bewerbe sein, in denen traditionell mit österreichischen Erfolgen gerechnet werden kann. Sollten dabei Medaillen für das heimische Team herausspringen, dürften die Einschaltquoten noch einmal deutlich ansteigen.
Die Kombination aus sportlicher Spannung, emotionalen Momenten und professioneller Berichterstattung macht die ORF-Olympia-Übertragungen zu einem Ereignis, das weit über den reinen Sport hinausgeht und die österreichische Gesellschaft zusammenbringt.