Der Österreichische Rundfunk (ORF) läutet die Osterzeit 2026 mit einem außergewöhnlich vielfältigen Programmangebot ein. Von Samstag, dem 28. März, bis einschließlich Ostermontag, dem 6. April 2026...
Der Österreichische Rundfunk (ORF) läutet die Osterzeit 2026 mit einem außergewöhnlich vielfältigen Programmangebot ein. Von Samstag, dem 28. März, bis einschließlich Ostermontag, dem 6. April 2026, verwandeln sich ORF 1, ORF 2, ORF III und 3sat sowie die digitalen Plattformen ORF ON und ORF KIDS in eine bunte Osterlandschaft aus Gottesdiensten, Filmhighlights, Dokumentationen und Kinderprogramm. Das diesjährige Angebot zeigt eindrucksvoll, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk religiöse Traditionen, kulturelle Vielfalt und moderne Unterhaltung miteinander verbindet.
Den Auftakt der Osterfeiertage in ORF 1 macht am 30. März um 20.15 Uhr der dritte "Stinatz Krimi" mit Thomas Stipsits in der Hauptrolle des unkonventionellen Inspektors Sifkovits. In "Eierkratz-Komplott" verschlägt es den Ermittler erneut in seine burgenländische Heimat, wo statt beschaulicher Familienzeit ein kniffliger Kriminalfall wartet. Die ORF/ARTE-Koproduktion setzt die erfolgreiche Reihe fort, die bereits in den vergangenen Jahren für hohe Einschaltquoten sorgte.
Der Stinatz-Krimi hat sich seit seinem ersten Auftritt zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt. Thomas Stipsits, ursprünglich als Kabarettist bekannt, bewies sein schauspielerisches Talent bereits in den ersten beiden Filmen der Reihe. Das südburgenländische Setting bietet dabei nicht nur malerische Kulissen, sondern auch authentische Charaktere und regionale Eigenarten, die den besonderen Charme dieser Krimiserie ausmachen. Die Zusammenarbeit mit dem deutsch-französischen Kulturkanal ARTE unterstreicht zudem die internationale Ausrichtung österreichischer Produktionen.
Neben dem Krimi-Highlight präsentiert ORF 1 am 4. April mit "Herzklang – Zurück zu mir" eine neue Romanze mit Melissa Naschenweng in der Hauptrolle. Die Schlagersängerin wagt sich erstmals als Hauptdarstellerin vor die Kamera und verkörpert eine Sängerin namens Melanie, die auf der Almwirtschaft ihrer Großmutter in Kärnten neue Inspiration findet. Diese Produktion zeigt exemplarisch den Trend zu authentischen, regional verwurzelten Geschichten im österreichischen Fernsehen.
Die Kärntner Alpenlandschaft dient nicht nur als romantische Kulisse, sondern spiegelt auch die emotionale Reise der Protagonistin wider. Solche Produktionen erfüllen mehrere Funktionen: Sie stärken die regionale Identität, fördern den Tourismus und bieten heimischen Künstlern eine Plattform. Melissa Naschenweng, die durch ihre Auftritte in Lederhose und ihre moderne Interpretation der Volksmusik bereits große Bekanntheit erlangte, erweitert mit diesem Film ihr künstlerisches Spektrum erheblich.
Das Herzstück des österlichen ORF-Angebots bilden die Live-Übertragungen religiöser Feierlichkeiten. ORF 2 überträgt am Palmsonntag, 29. März, um 9.30 Uhr den katholischen Gottesdienst aus der Pfarrkirche Berg im Drautal. Am Karfreitag folgt um 10.05 Uhr der evangelische Gottesdienst aus Mödling, während am Karsamstag um 13.15 Uhr eine "Österliche Segensfeier" aus der Wallfahrtskirche Maria Straßengel übertragen wird.
Der absolute Höhepunkt ist traditionell die Live-Übertragung des katholischen Ostergottesdiensts aus Rom am Ostersonntag ab 9.55 Uhr, einschließlich der päpstlichen Osteransprache mit dem Segen "urbi et orbi". Diese Übertragungen haben in Österreich eine lange Tradition und verbinden Gläubige im ganzen Land mit den zentralen Feierlichkeiten der Christenheit. Sie demonstrieren auch die besondere Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als Vermittler zwischen verschiedenen Konfessionen und gesellschaftlichen Gruppen.
ORF III übernimmt die ausführliche Berichterstattung über das Triduum Sacrum, die drei heiligen Tage vor Ostern. Beginnend mit der Abendmahlfeier am Gründonnerstag (2. April, 19.00 Uhr) aus der Pfarrkirche Bad Hall in Oberösterreich, über die Karfreitagsliturgie bis zur Auferstehungsfeier als Höhepunkt der Osternacht bietet der Kultursender eine umfassende religiöse Begleitung.
Diese Übertragungen erfüllen eine wichtige gesellschaftliche Funktion, da sie Menschen erreichen, die nicht persönlich an den Gottesdiensten teilnehmen können. Gleichzeitig dokumentieren sie die lebendige christliche Tradition in Österreich und machen sie einem breiten Publikum zugänglich. Die Auswahl unterschiedlicher Kirchengemeinden – von Bad Hall über Rom bis Graz – zeigt die Vielfalt der religiösen Landschaft und die ökumenische Ausrichtung des Programms.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Darstellung österlicher Bräuche und Traditionen. Die Dokumentation "'Oster-Reich' – Osterbräuche in Österreich" am Ostersonntag um 9.05 Uhr in ORF 2 beleuchtet heimische Traditionen wie die Speiseweihe, das Osterfeuer und das Binden von Palmbuschen. Diese Sendungen erfüllen einen wichtigen kulturellen Auftrag, indem sie traditionelles Wissen bewahren und an nachfolgende Generationen weitergeben.
Besonders interessant ist die grenzüberschreitende Perspektive in "Ostereier – Fantastisch, bunt und voller Magie", die verschiedene Techniken des Ostereier-Schmückens in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Ungarn, Tschechien und Rumänien vorstellt. Solche Produktionen verdeutlichen die gemeinsamen kulturellen Wurzeln in Mitteleuropa und zeigen gleichzeitig die regionalen Besonderheiten auf.
Das Osterprogramm würdigt die kulturelle Vielfalt Österreichs durch zahlreiche regionale Beiträge. "So feiern wir Ostern" widmet sich Bräuchen in Kärnten, von Fastentüchern in Gurk über meterhohe Palmbuschen in Rennweg bis zum nächtlichen Fackeltragen in Gösseling. "Osterbräuche rund um den Bodensee" führt nach Vorarlberg und zeigt Traditionen wie die Geldbittelwäsch in Bregenz oder die Osterbrunnen am schweizerischen und deutschen Bodenseeufer.
Diese regionalen Schwerpunkte verdeutlichen, wie vielfältig die österliche Tradition in den verschiedenen Bundesländern gelebt wird. Sie stärken die regionale Identität und fördern das Verständnis für kulturelle Unterschiede innerhalb Österreichs. Gleichzeitig dokumentieren sie lebendiges Brauchtum, das teilweise von Vereinen und ehrenamtlichen Helfern getragen wird und ohne mediale Aufmerksamkeit möglicherweise in Vergessenheit geraten könnte.
Neben den österreichischen Produktionen präsentiert ORF 1 eine Reihe internationaler Filmhighlights. Das Remake "Das Beste kommt noch!" mit Til Schweiger und Michael Maertens erzählt eine berührende Geschichte über Freundschaft und Missverständnisse. "Lass ihn gehen" mit Kevin Costner und Diane Lane behandelt ein hochaktuelles Thema: Großeltern, die um das Sorgerecht für ihren Enkel kämpfen müssen.
Besonders bemerkenswert ist die Programmauswahl, die verschiedene Genres und Zielgruppen anspricht. Von der Familienkomödie "Der Vater der Braut" mit Andy García über den Social-Media-Thriller "Missing" bis zur romantischen Komödie "Love Again – Zweite Chance für die Liebe" reicht das Spektrum. Diese Vielfalt entspricht dem öffentlich-rechtlichen Auftrag, unterschiedliche Geschmäcker und Altersgruppen zu bedienen.
Die Filmauswahl zeigt deutlich die Strategie des ORF, hochwertige Unterhaltung mit gesellschaftlich relevanten Themen zu verbinden. "Missing" thematisiert beispielsweise die Gefahren sozialer Medien und moderne Formen der Kriminalität, während "Das Beste kommt noch!" sich mit dem Umgang mit Krankheit und Sterblichkeit auseinandersetzt. Solche Filme unterhalten nicht nur, sondern regen auch zur Reflexion über wichtige Lebensfragen an.
Für das junge Publikum bietet das Osterprogramm eine Mischung aus bewährten Klassikern und neuen Produktionen. Pumuckl kehrt mit sechs "Neuen Geschichten vom Pumuckl" zurück und sorgt für traditionellen Schabernack. "Der Super Mario Bros. Film" verspricht spektakuläre Computeranimation für die jüngste Zielgruppe, während "Garfield – Eine Extra Portion Abenteuer" den beliebten Kater in einem neuen Abenteuer zeigt.
Das digitale Angebot auf kids.ORF.at und in der ORF-KIDS-App erweitert das traditionelle Fernsehprogramm um interaktive Elemente und On-Demand-Inhalte. Diese Entwicklung trägt dem veränderten Mediennutzungsverhalten junger Zuschauer Rechnung, die zunehmend zeitunabhängig und auf verschiedenen Geräten fernsehen möchten.
Die Kindersendungen verbinden Unterhaltung mit pädagogischen Elementen. Serien wie "Tierärztin Vida" oder "Vegesaurier" vermitteln spielerisch Wissen über Natur und Umwelt, während "Servus Kasperl" traditionelle österreichische Puppenspielkunst pflegt. Diese Mischung aus internationalen Produktionen und heimischen Formaten spiegelt die kulturelle Vielfalt wider und fördert sowohl die Weltoffenheit als auch die regionale Verwurzelung junger Zuschauer.
Mit ORF ON präsentiert der Rundfunk spezielle Lanes wie "Fröhliche Ostern mit Stipsits" und kulinarische Osterthemen. Diese digitalen Ergänzungen zeigen, wie sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk an veränderte Sehgewohnheiten anpasst. Live-Streams und Video-on-Demand-Angebote ermöglichen es Zuschauern, Inhalte zeitunabhängig zu konsumieren.
Die Digitalisierung des ORF-Angebots ist Teil einer umfassenden Modernisierungsstrategie. Während das klassische lineare Fernsehen weiterhin eine wichtige Rolle spielt, gewinnen nicht-lineare Angebote zunehmend an Bedeutung. Besonders jüngere Zielgruppen nutzen verstärkt Streaming-Dienste und erwarten auch vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk entsprechende Angebote.
Das umfangreiche Osterprogramm verdeutlicht die besondere Stellung des ORF in der österreichischen Medienlandschaft. Als öffentlich-rechtlicher Rundfunk erfüllt er gesellschaftliche Aufgaben, die kommerzielle Anbieter nicht in diesem Umfang leisten können. Dazu gehören die Übertragung religiöser Feierlichkeiten, die Dokumentation regionaler Traditionen und die Förderung österreichischer Produktionen.
In einer Zeit zunehmender Medienvielfalt und internationaler Streaming-Giganten behauptet sich der ORF durch die Verbindung von Tradition und Innovation. Das Osterprogramm 2026 zeigt exemplarisch, wie öffentlich-rechtliches Fernsehen unterschiedliche gesellschaftliche Bedürfnisse erfüllen und dabei sowohl bewährte Inhalte als auch neue Formate präsentieren kann. Die Herausforderung für die Zukunft liegt darin, diese Balance zwischen Tradition und Moderne zu erhalten und gleichzeitig neue Zielgruppen zu erschließen.