Sendung am 2. März beleuchtet schwierige Themen des gesellschaftlichen Zusammenlebens
Die ORF-Sendung "Thema" behandelt den Fall einer 14-Jährigen, die eine fremde Frau erstach, sowie weitere gesellschaftsrelevante Geschichten.
Am Montag, dem 2. März 2026, widmet sich die ORF-Sendung "Thema" unter der Moderation von Christoph Feurstein mehreren brisanten gesellschaftlichen Themen. Die Sendung wird um 21.10 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON ausgestrahlt und verspricht tiefgreifende Einblicke in komplexe Lebenssituationen.
Der Hauptbeitrag der Sendung beschäftigt sich mit einem erschütternden Fall aus Wien: Eine 14-Jährige mit psychischer Erkrankung hat eine 64-jährige Frau auf einem Friedhof mit einem Messer attackiert. Beide Frauen hielten sich zur Tatzeit auf dem Friedhof auf, als es zu dem tragischen Zwischenfall kam.
Besonders beunruhigend an diesem Fall ist, dass das Mädchen trotz intensiver Betreuung durch die Wiener Kinder- und Jugendhilfe zur Tat schritt. "In diesem Fall war das Mädchen ausschließlich mit Selbstverletzungen auffällig geworden. Es gab keine Hinweise auf eine akute Gefährdung gegen andere", erklärte ein Sprecher der Wiener Kinder- und Jugendhilfe.
Die 14-Jährige war in einer psychosozialen, offenen Wohngemeinschaft untergebracht, in der vier Betreuungspersonen für insgesamt vier Jugendliche zuständig waren. Zum Zeitpunkt der Tat soll das Mädchen starke Medikamente eingenommen haben. Andrea Poschmaier und Michaela Rädler gehen in ihrem Beitrag der Frage nach, ob es sich um einen unvermeidlichen Einzelfall handelt oder ob möglicherweise Warnsignale übersehen wurden.
Ein weiterer bewegender Beitrag erzählt die Geschichte von Martin Schotte, einem Pensionsbetreiber aus Traiskirchen in Niederösterreich. Gemeinsam mit seinem besten Freund Harald hatte er sich einen langgehegten Traum erfüllen wollen: eine Reise nach Kanada zum Lachsangeln.
"Plötzlich sinkt das Flugzeug, wir steuern auf die Bäume zu und dann war es irrsinnig laut", erinnert sich Martin Schotte an die dramatischen Momente des Flugzeugabsturzes. Während er sich unverletzt aus dem Wrack befreien konnte, kam sein bester Freund Harald bei dem Unglück mit der einmotorigen Maschine ums Leben.
Savanka Schwarz beleuchtet in ihrem Beitrag nicht nur die Umstände des Unglücks, sondern auch den schwierigen Prozess der Trauerbewältigung und wie Betroffene mit solchen traumatischen Erlebnissen umgehen.
Die Sendung thematisiert auch ein Phänomen, das immer mehr Menschen betrifft: das Arbeiten nach der Pensionierung. Egon Jocher, ein 69-jähriger ehemaliger Mietwagenunternehmer, bringt seine Situation auf den Punkt: "Ich komme mir so nutzlos vor, wenn ich nur zu Hause liege und nichts mache."
Jocher arbeitet in seiner Pension als Fahrer für seinen ehemaligen Mitarbeiter. Sein Fall ist kein Einzelfall, wie aktuelle Studien belegen. Diese zeigen, dass ein abrupter Übergang in die Pension gesundheitliche Probleme verursachen kann.
Wirtschaftspsychologe Erich Kirchler erklärt die gesellschaftlichen Zusammenhänge: "Bei guter wirtschaftlicher Lage werden ältere Menschen eher behalten. Wenn es schwierig wird, werden die Arbeitsplätze für jüngere Personen reklamiert." Die Wertschätzung älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hängt demnach stark von der Konjunktur ab.
Sylvia Unterdorfer hat für die Sendung verschiedene Menschen getroffen, die nach ihrer Pensionierung weiterarbeiten, und zeigt die unterschiedlichen Motivationen und Herausforderungen auf.
Das vierte Thema der Sendung widmet sich dem Spitzensport am Beispiel der Eiskunstläuferin Stefanie Pesendorfer. "Nirgends fühle ich mich so frei wie auf dem Eis", beschreibt die 23-jährige Oberösterreicherin ihre Leidenschaft, die sie bereits seit fast zwei Jahrzehnten verfolgt.
2022 wurde Pesendorfer Österreichische Staatsmeisterin und nahm an den Weltmeisterschaften teil. Doch der Weg an die Spitze hatte seinen Preis: Erwartungen und Leistungsdruck führten bei der jungen Sportlerin zu einer Essstörung und Depressionen.
"Ich würde mir wünschen, dass jede Körperform in diesem Sport ihre Berechtigung hat", sagt Pesendorfer und spricht damit ein Problem an, das viele Sportarten betrifft. Die unrealistischen Körperideale und der permanente Druck können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.
Einen interessanten Kontrast bietet die Perspektive von Trixi Schuba, der Olympiasiegerin von 1972 im Eiskunstlauf. "Es hat sich im Sport wahnsinnig viel verändert, die Anforderungen sind viel größer geworden", erklärt die 74-Jährige. Eva Kordesch hat beide Sportlerinnen für "Thema" getroffen und zeigt die Entwicklung des Sports über verschiedene Generationen hinweg auf.
Die ausgewählten Beiträge der "Thema"-Sendung spiegeln wichtige gesellschaftliche Herausforderungen wider. Von der Betreuung psychisch kranker Jugendlicher über die Bewältigung traumatischer Erlebnisse bis hin zu Fragen des Alterns und des Leistungsdrucks im Sport – alle Themen berühren Bereiche, die viele Menschen direkt oder indirekt betreffen.
Besonders der Fall der 14-Jährigen wirft grundsätzliche Fragen zum Umgang mit psychisch kranken Jugendlichen auf. Trotz intensiver Betreuung kam es zu der Gewalttat, was die Grenzen des derzeitigen Betreuungssystems aufzeigt. Die Diskussion über mögliche Verbesserungen in der Kinder- und Jugendhilfe dürfte nach der Ausstrahlung an Fahrt gewinnen.
Die Sendung "Thema" unter der Moderation von Christoph Feurstein ist bekannt dafür, komplexe gesellschaftliche Themen aufzugreifen und differenziert zu beleuchten. Die vier Beiträge der Sendung vom 2. März zeigen einmal mehr, wie vielfältig die Herausforderungen sind, denen sich unsere Gesellschaft gegenübersieht.