Stadtplätze sind längst mehr als nur asphaltierte Flächen, die von Autos belegt werden. Sie sind das pulsierende Herz einer Stadt, Orte der Begegnung und des Austauschs. Am 16. September 2025 wurde beim Praxistag des Dachverbandes Stadtmarketing Austria (STAMA Austria) die Verwandlung von Parkplätze
Stadtplätze sind längst mehr als nur asphaltierte Flächen, die von Autos belegt werden. Sie sind das pulsierende Herz einer Stadt, Orte der Begegnung und des Austauschs. Am 16. September 2025 wurde beim Praxistag des Dachverbandes Stadtmarketing Austria (STAMA Austria) die Verwandlung von Parkplätzen in lebendige Stadtplätze thematisiert. Unter dem Motto „Gemeinsam Platz machen“ wurde in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Niederösterreich und dem Stadtmarketing Tulln eindrucksvoll demonstriert, wie solche Transformationen gelingen können.
Ein herausragendes Beispiel für diese Entwicklung ist der Hauptplatz in Tulln. Einst ein zentraler Parkplatz, ist er heute ein lebendiger Treffpunkt für Menschen aller Altersgruppen. Stadtmarketing-Geschäftsführer Robert Gutscher beschreibt den Wandel: „Heute ist der Hauptplatz das Wohnzimmer Tullns, laufend bespielt von Vereinen, durch Märkte und durch uns als Stadtmarketing.“ Diese Veränderung zeigt eindrucksvoll, wie aus einem tristen Parkplatz ein Ort der Gemeinschaft werden kann.
Ein weiterer beeindruckender Wandel fand am Nibelungenplatz statt. Hier wurden 235 Stellplätze in ein grünes Wohnzimmer mit Donaublick verwandelt. Architektin Daniela Allmeier von raumposition betont die Bedeutung des Bürgerbeteiligungsprozesses: „Dieser Prozess hat gezeigt, wie wichtig es ist, die Menschen vor Ort mitzunehmen. Durch intensive Dialogformate entstand ein vielfach ausgezeichnetes und breit akzeptiertes Vorzeigeprojekt.“ Die Bürgerbeteiligung ist ein entscheidender Faktor, um die Akzeptanz und den Erfolg solcher Projekte zu gewährleisten.
Historisch gesehen waren Stadtplätze immer schon zentrale Orte des städtischen Lebens. Bereits im Mittelalter dienten sie als Marktplätze und Orte der Versammlung. Mit der Industrialisierung und der Zunahme des Verkehrs wurden viele dieser Plätze jedoch zu Parkflächen degradiert. In den letzten Jahrzehnten hat ein Umdenken eingesetzt, das die Rückkehr zu den ursprünglichen Funktionen der Stadtplätze als Orte der Begegnung und Erholung fördert.
Auch in anderen österreichischen Bundesländern gibt es erfolgreiche Beispiele für die Umwandlung von Parkplätzen in Stadtplätze. In Graz wurde der Mariahilferplatz neu gestaltet, um den Fußgängern mehr Raum zu geben und die Aufenthaltsqualität zu verbessern. In Wien hat die Umgestaltung des Schwedenplatzes zu einer deutlichen Belebung des öffentlichen Raums geführt. Diese Projekte zeigen, dass der Trend zur Neugestaltung von Stadtplätzen in ganz Österreich zu beobachten ist.
Die Umgestaltung von Parkplätzen zu Stadtplätzen hat vielfältige positive Auswirkungen auf die Bürger. Zum einen verbessert sich die Lebensqualität, da mehr Grünflächen und Aufenthaltsräume zur Verfügung stehen. Zum anderen trägt die Begrünung zur Klimaresilienz bei, da sie die städtische Hitze mindert und die Luftqualität verbessert. Auch der soziale Zusammenhalt wird gestärkt, da Stadtplätze als Orte der Begegnung und des Austauschs fungieren.
Ein Stadtplaner betont: „Die Umgestaltung von Parkplätzen in Stadtplätze ist ein wichtiger Schritt, um den urbanen Raum lebenswerter zu gestalten. Es geht darum, den Menschen den öffentlichen Raum zurückzugeben und die Stadt als Lebensraum neu zu denken.“ Ein Umweltpsychologe ergänzt: „Grünflächen und Stadtplätze haben einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden der Menschen. Sie bieten Raum für Erholung und fördern das soziale Miteinander.“
Die Zukunft der Stadtplanung wird stark von der Umgestaltung städtischer Räume geprägt sein. Der Trend geht eindeutig in Richtung mehr Grünflächen und Aufenthaltsräume. STAMA-Präsident Michael Gsaller resümiert: „Begrünte Plätze sind Antworten auf die Herausforderungen einer überhitzten, überversiegelten Zeit. Sie geben Städten ein menschliches Maß zurück.“ Die Stadt von morgen wird sich durch eine nachhaltige und lebenswerte Gestaltung auszeichnen.
Die Umgestaltung von Stadtplätzen ist oft mit politischen Entscheidungen verbunden. Es bedarf der Unterstützung durch die Kommunalpolitik und der Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessengruppen. Die Finanzierung solcher Projekte ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt, der politisch abgestimmt werden muss. Die Rolle des Stadtmarketings ist dabei entscheidend, um die verschiedenen Akteure zu vernetzen und die Projekte voranzutreiben.
Bei der Vollversammlung von STAMA Austria wurde das Programm für 2026 vorgestellt. Ziel ist es, mehr Sichtbarkeit, stärkere Vernetzung und eine klare Positionierung als Stimme für Stadtmarketing in Österreich zu erreichen. Der Dachverband setzt sich dafür ein, die Bedeutung der Stadtplätze und deren positive Auswirkungen auf das städtische Leben weiter zu fördern.
Die Umgestaltung von Parkplätzen zu Stadtplätzen ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer lebenswerteren und nachhaltigeren Stadt. Diese Entwicklung wird das urbane Leben in den kommenden Jahren maßgeblich prägen und die Lebensqualität der Bürger verbessern.