Es ist wieder soweit: Der Equal Pension Day 2025 steht vor der Tür, und die Zahlen sind erschreckend. Am 7. August wird erneut die tiefe Kluft zwischen den Pensionen von Männern und Frauen in Österreich sichtbar. Frauen erhalten im Durchschnitt fast 40 Prozent weniger Pension als ihre männlichen Kol
Es ist wieder soweit: Der Equal Pension Day 2025 steht vor der Tür, und die Zahlen sind erschreckend. Am 7. August wird erneut die tiefe Kluft zwischen den Pensionen von Männern und Frauen in Österreich sichtbar. Frauen erhalten im Durchschnitt fast 40 Prozent weniger Pension als ihre männlichen Kollegen. Doch warum ist das so, und was wird dagegen getan?
Wie Sozialministerin Korinna Schumann und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner betonen, ist diese Ungleichheit das Ergebnis jahrzehntelanger struktureller Benachteiligungen. Diese reichen von der ungleichen Verteilung unbezahlter Care-Arbeit bis hin zu eingeschränkten Karrierechancen für Frauen.
Frauen in Österreich übernehmen etwa zwei Drittel der Kinderbetreuung und leisten doppelt so viel Hausarbeit wie Männer. Unabhängig vom Einkommen oder der Beschäftigungssituation bleibt diese Last oft auf den Schultern der Frauen. Fast jede zweite erwerbstätige Frau arbeitet in Teilzeit, bei Müttern mit kleinen Kindern sogar über 70 Prozent. Und das ist meist keine freiwillige Entscheidung, wie Holzleitner erklärt: „Teilzeit ist in vielen Fällen die Folge mangelnder Kinderbetreuung und fehlender Vollzeitstellen.“
Die Pensionslücke ist nicht neu. Bereits in den 1970er Jahren begann die Diskussion über die Gleichstellung der Geschlechter in der Arbeitswelt. Doch trotz zahlreicher Reformen und Gesetze bleibt die Realität hinter den Erwartungen zurück. Frauenministerin Holzleitner erinnert daran, dass Frauen nicht weniger Pension erhalten, weil sie weniger gearbeitet haben, sondern weil sie im Laufe ihres Lebens weniger verdienen.
Die österreichische Regierung hat Maßnahmen angekündigt, um diese Ungleichheit zu bekämpfen. Ein zentraler Schritt ist die Einführung eines zweiten verpflichtenden Kindergartenjahres ab 2026. Diese Maßnahme soll Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Anheben des faktischen Pensionsalters. Schumann appelliert an Arbeitgeber, ältere Arbeitnehmer besser zu integrieren. In Zeiten des Fachkräftemangels sei das Potenzial von Frauen unverzichtbar. Über 150.000 Frauen würden gerne mehr arbeiten, scheitern jedoch an fehlenden Betreuungsangeboten und Vollzeitjobs.
Ein weiteres Instrument zur Bekämpfung der Pensionslücke ist die Lohntransparenz. Die Regierung arbeitet daran, ungleiche Bezahlung sichtbar zu machen. „Transparenz ist ein erster Schritt zu gerechten Löhnen und Pensionen“, betont Ministerin Holzleitner. Unternehmen werden künftig in der Verantwortung stehen, ungleiche Bezahlung bei gleicher Qualifikation und Leistung offenzulegen.
Seit 2005 erfasst das Pensionskonto die Versicherungszeiten und Einkünfte aller Versicherten transparent. Dieses Konto ist für viele Menschen zu einem wichtigen Instrument geworden, um ihre Ansprüche zu verstehen und ihre Pension besser planen zu können. Immer mehr Versicherte nutzen die Möglichkeit, ihren Kontostand online abzurufen und ihre Pensionshöhe mit dem Pensionsrechner zu berechnen.
Die Herausforderungen sind groß, doch die Bemühungen, die Pensionslücke zu schließen, sind es ebenfalls. Mit gezielten Maßnahmen wie dem zweiten Kindergartenjahr, der Förderung von Lohntransparenz und der Integration älterer Arbeitnehmer wird ein wichtiger Grundstein gelegt. Dennoch bleibt viel zu tun, um die strukturelle Ungleichheit nachhaltig zu beseitigen.
Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass die eingeleiteten Maßnahmen Früchte tragen und die Pensionslücke zwischen Männern und Frauen in den kommenden Jahren deutlich verringert wird. Nur so kann sichergestellt werden, dass Frauen im Alter ein finanziell abgesichertes Leben führen können.