Am 24. Oktober jeden Jahres wird weltweit der Internationale Welt-Polio-Tag begangen. Dieser Tag erinnert uns daran, dass Kinderlähmung, auch als Polio bekannt, eine vermeidbare Krankheit ist, die jedoch wieder vermehrt auftreten kann, wenn wir nicht wachsam bleiben. Die Geschichte der Polio-Bekämpf
Am 24. Oktober jeden Jahres wird weltweit der Internationale Welt-Polio-Tag begangen. Dieser Tag erinnert uns daran, dass Kinderlähmung, auch als Polio bekannt, eine vermeidbare Krankheit ist, die jedoch wieder vermehrt auftreten kann, wenn wir nicht wachsam bleiben.
Polio, oder Poliomyelitis, ist eine virale Infektionskrankheit, die das Nervensystem angreift und zu dauerhaften Lähmungen führen kann. Die Krankheit war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weltweit verbreitet und forderte unzählige Opfer. Erst mit der Entdeckung des Impfstoffs in den 1950er Jahren konnte die Ausbreitung der Krankheit eingedämmt werden.
1988 rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die "Global Polio Eradication Initiative" ins Leben. Ziel war es, die Krankheit weltweit auszurotten. Seither wurden über 2,5 Milliarden Kinder in mehr als 200 Ländern gegen Polio geimpft. Dank dieser Anstrengungen gibt es heute nur noch in Afghanistan und Pakistan Polio-Wildviren. Die globale Inzidenz der Krankheit ist um mehr als 99 % gesunken.
In Österreich wurde der letzte Fall von Polio im Jahr 1980 gemeldet. Dies ist ein Beweis für die Wirksamkeit der Impfprogramme, die in Europa und anderen Teilen der Welt umgesetzt wurden. Doch trotz dieser Erfolge ist die Krankheit noch nicht vollständig ausgerottet.
Die Polio-Impfung ist in Österreich für Kinder und Jugendliche bis zum 15. Geburtstag Teil des kostenlosen Kinder-Impfprogramms. Die Grundimmunisierung besteht aus einer 6-fach-Impfung im Säuglingsalter und zwei Auffrischungsimpfungen im 6. und spätestens im 14./15. Lebensjahr. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Bevölkerung vor einem erneuten Ausbruch zu schützen.
Laut der WHO sollte die Durchimpfungsrate bei mindestens 95 % liegen, um einen ausreichenden Schutz zu gewährleisten. Doch Berechnungen der Technischen Universität Wien für das Jahr 2024 zeigen, dass die Rate in Österreich bei nur 87 % liegt. Diese Impflücke stellt ein Risiko dar, da sie die Möglichkeit eines erneuten Ausbruchs der Krankheit erhöht.
Ein Experte erklärt: "Die niedrige Durchimpfungsrate in Österreich ist besorgniserregend. Es ist entscheidend, dass wir die Bevölkerung über die Wichtigkeit der Impfungen aufklären und sicherstellen, dass alle Kinder rechtzeitig geimpft werden."
Im Vergleich zu anderen Ländern in Europa liegt Österreichs Durchimpfungsrate unter dem Durchschnitt. Länder wie Schweden und Finnland haben es geschafft, die 95 %-Marke zu erreichen, indem sie intensive Aufklärungskampagnen durchgeführt und den Zugang zu Impfungen erleichtert haben.
Diese Länder dienen als Vorbild für Österreich, da sie zeigen, dass es möglich ist, eine hohe Durchimpfungsrate zu erreichen und damit das Risiko eines Polio-Ausbruchs zu minimieren.
Eine niedrige Durchimpfungsrate kann schwerwiegende Folgen für die Bevölkerung haben. Sollte es zu einem Ausbruch kommen, könnten insbesondere ungeimpfte Kinder betroffen sein, was zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen könnte. Die Kosten für das Gesundheitssystem würden steigen, und es könnte zu einer Belastung der medizinischen Infrastruktur kommen.
Ein Elternteil äußert seine Besorgnis: "Ich habe meine Kinder impfen lassen, weil ich sie vor dieser schrecklichen Krankheit schützen möchte. Ich hoffe, dass auch andere Eltern diese Verantwortung ernst nehmen."
Um die Impflücke zu schließen, plant das BMASGPK, verstärkte Aufklärungsmaßnahmen durchzuführen und den Zugang zu Impfungen zu verbessern. Es ist wichtig, dass Eltern über die Vorteile der Impfung informiert werden und verstehen, dass sie eine entscheidende Rolle im Schutz ihrer Kinder spielen.
Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig betont: "Impfen schützt vor schweren Krankheiten und gilt als die wirksamste Form der modernen Gesundheitspolitik. Wir müssen sicherstellen, dass alle Kinder die notwendigen Impfungen erhalten, um einen erneuten Ausbruch von Polio zu verhindern."
Der Internationale Welt-Polio-Tag erinnert uns daran, dass wir im Kampf gegen Polio nicht nachlassen dürfen. Österreich hat in der Vergangenheit große Fortschritte gemacht, aber es gibt noch viel zu tun. Indem wir die Durchimpfungsrate erhöhen und die Bevölkerung aufklären, können wir sicherstellen, dass Polio in Österreich der Vergangenheit angehört.