Am 6. Februar 2026 veröffentlicht Coface Austria eine alarmierende Prognose: Die weltweiten Unternehmensinsolvenzen sollen um 2,8 Prozent ansteigen. Trotz sinkender Leitzinsen und einer generellen Entspannung der Geldpolitik bleibt die Lage angespannt. Diese Entwicklung betrifft auch Österreich, wo
Am 6. Februar 2026 veröffentlicht Coface Austria eine alarmierende Prognose: Die weltweiten Unternehmensinsolvenzen sollen um 2,8 Prozent ansteigen. Trotz sinkender Leitzinsen und einer generellen Entspannung der Geldpolitik bleibt die Lage angespannt. Diese Entwicklung betrifft auch Österreich, wo die Insolvenzen aufgrund hoher Finanzierungskosten moderat zunehmen könnten. Besonders gefährdet sind Unternehmen in der Bau-, Chemie- und Textilindustrie, während in Europa exportorientierte Sektoren wie der Automobilbau unter Druck stehen.
Die weltweite Wirtschaft zeigt erstmals seit Jahren Anzeichen einer Stabilisierung. Dennoch bleibt die Frage offen, wie nachhaltig diese Erholung ist. Schon eine Erhöhung der Zinsen um 25 Basispunkte könnte die globale Insolvenzentwicklung negativ beeinflussen. Markus Kuger, Head of Economic Research DACH bei Coface, betont, dass 2026 eher eine Verschnaufpause als eine echte Trendwende darstellt. Die Verschuldung bleibt hoch, und die Kreditbedingungen sind weiterhin angespannt.
Österreich, als Teil der sensiblen europäischen Wirtschaft, könnte einen moderaten Anstieg der Insolvenzen erleben. Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen zwar gesenkt, jedoch verbleiben sie über dem Durchschnitt der Jahre 2009-2022. In Deutschland wird ein Anstieg der Insolvenzen um 1 Prozent prognostiziert, während Frankreich und das Vereinigte Königreich bei +2 Prozent bleiben. Spanien hingegen profitiert von einer stärkeren makroökonomischen Dynamik mit einem Rückgang von 3 Prozent.
Der Begriff Insolvenz bezeichnet die Unfähigkeit eines Unternehmens, seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Dies kann durch mangelnde Liquidität oder Überschuldung verursacht werden. Eine Basispunkt ist ein Hundertstel eines Prozents und wird häufig verwendet, um Zinsänderungen zu beschreiben. Leitzinsen sind Zinssätze, die von Zentralbanken festgelegt werden, um die Geldpolitik zu steuern. Eine Senkung der Leitzinsen soll die Wirtschaft ankurbeln, indem sie die Kreditaufnahme erleichtert.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich Österreichs Wirtschaft als besonders anfällig für Schwankungen der Finanzierungskosten. Während Deutschland einen moderaten Anstieg der Insolvenzen erwartet, bleibt die Schweiz stabiler, was auf eine robustere Wirtschaftspolitik zurückzuführen ist. Der Fokus auf eine nachhaltige Entwicklung und stabile Kreditbedingungen hat der Schweiz geholfen, wirtschaftliche Schocks besser abzufedern.
Für österreichische Bürger und Unternehmen bedeutet dies, dass die wirtschaftliche Lage weiterhin angespannt bleibt. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) könnten Schwierigkeiten haben, sich in diesem Umfeld zu behaupten. Die steigenden Finanzierungskosten belasten die Margen, und die Kreditbedingungen sind strenger geworden. Als Beispiel könnte ein Bauunternehmen, das auf variable Zinssätze angewiesen ist, plötzlich mit höheren Kosten konfrontiert werden, die seine finanzielle Stabilität gefährden.
Die Statistik zeigt, dass die Insolvenzen in Österreich 2026 moderat ansteigen könnten. Ein verhaltenes BIP-Wachstum von unter 1 Prozent sowie ein Zinsniveau von 3,47 Prozent, das zwar gesunken ist, aber über dem Durchschnitt liegt, tragen zu dieser Entwicklung bei. In den Niederlanden wird ein Anstieg von +4 Prozent erwartet, was eine Rückkehr zu einem Vor-Pandemie-Niveau signalisiert.
Die Zukunft der Unternehmensinsolvenzen hängt stark von der Entwicklung der Finanzierungskosten ab. Eine stabile Zinslage könnte zu einer langfristigen Erholung führen, jedoch bleibt das Risiko von Zinserhöhungen bestehen. Unternehmen müssen sich auf mögliche Schwankungen einstellen und ihre Finanzstrategien entsprechend anpassen. Experten empfehlen, die Verschuldung zu reduzieren und die Liquidität zu sichern, um auf unvorhergesehene Entwicklungen vorbereitet zu sein.
Zusammenfassend bleibt die Prognose für 2026 verhalten optimistisch. Die Stabilisierung auf hohem Niveau ist fragil, und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen könnten sich schnell ändern. Es bleibt abzuwarten, wie sich die globalen und lokalen Märkte entwickeln werden.
Für weitere Informationen und aktuelle Entwicklungen besuchen Sie bitte die vollständige Pressemitteilung von Coface Austria.